So (un)zufrieden sind die Patienten

Was sind die Probleme an den neun Klinikstandorten im Lahn-Dill-Kreis? Wie zufrieden sind die Patienten? Einen Einblick können die Patientenfürsprecher an den Krankenhäusern...

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WETZLAR/DILLENBURG. Was sind die Probleme an den neun Klinikstandorten im Lahn-Dill-Kreis? Wie zufrieden sind die Patienten? Einen Einblick können die Patientenfürsprecher an den Krankenhäusern geben. Ihre Berichte über das vorige Jahr sind nun öffentlich.

Die ehrenamtlichen Patientenfürsprecher sollen Beschwerden, Anregungen und Lob aufgreifen und zwischen Patienten und Klinik vermitteln. Über ihre Arbeit fertigen sie Jahresberichte an. Die Berichte für das vergangene Jahr sind den Kreistagsabgeordneten kürzlich vorgelegt und somit veröffentlicht worden. Kliniken haben zuvor zu Kritik Stellung bezogen.

Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar: In Einzelfällen gebe es hin und wieder Kritik. Zum Beispiel, dass schwerstkranke Patienten in öffentlichen Personenaufzügen transportiert würden. Das sei schon öfter reklamiert worden, geändert habe sich aber nichts. Dazu die Klinikleitung: Die Aufzüge seien vorrangig Patientenaufzüge. Mitarbeiter seien angehalten worden, Besucher hinauszubitten, wenn sie einen bettlägerigen Patienten transportieren müssen. Auß;erdem seien kürzlich Sensoren in den Aufzügen installiert worden, die verhindern sollen, dass Aufzüge mit einem Patientenbett darin von auß;en durch Besucher angesteuert werden können.

Ein 90-jähriger Patient habe sich beklagt, dass er innerhalb von vier Tagen nur einmal gewaschen worden sei. Eine Patientin habe bemängelt, dass sie morgens um 8 Uhr zu einer MRT-Untersuchung bestellt worden sei, aber die Behandlung erst um 14.30 Uhr begonnen habe. Über "unendlich lange Wartezeiten" gebe es oft Beschwerden. In einem anderen Fall habe eine Verwandte die Urinbeutel eines Patienten leeren müssen, da es vom Pflegepersonal "nicht richtig beachtet wurde". Und: Patienten hätten sich öfter mit Tüchern selbst waschen müssen, weil das Pflegepersonal zu wenig Zeit gehabt hätte. Stellungnahme der Klinikleitung: "Einzelbeschwerden von Patienten, die sich pflegerische nicht gut versorgt gefühlt haben, können im Nachhinein nicht aufgearbeitet werden." Diese sollten künftig zeitnah an das Beschwerdemanagement der Klinik herangetragen werden.

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Kritik am gleichzeitigen Transport von Patienten und Besuchern in den Aufzügen

Und zum MRT: Das Untersuchungsgerät in der Klinik werde nicht von der Lahn-Dill-Kliniken GmbH, sondern von einer Gerätegemeinschaft betrieben.

Lahn-Dill-Kliniken in Dillenburg: "Kleine Vorkommnisse oder Verstimmungen" zwischen Patienten und Personal hätten durch klärende Gespräche ausgeräumt werden können. In der Notaufnahme und der Ambulanz gebe es oft lange Wartezeiten. Dazu die Klinikleitung: Derzeit würden die Wartezeiten in der Ambulanz erfasst. Danach sollen mögliche Maß;nahmen geprüft und in die Wege geleitet werden.

Auch in Dillenburg gab es Kritik am Patiententransport in Aufzügen, in denen auch Besucher seien.

Lahn-Dill-Kliniken in Braunfels: Die Patienten seien "sehr zufrieden".

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Neurologische BDH-Klinik in Braunfels: Kleine Anregungen zu Verpflegung, Belegung der Zimmer hätten im Gespräch mit dem zuständigen Personal zufriedenstellend erledigt werden können.

Orthopädische Klinik in Braunfels: Es gehe meist um Kleinigkeiten, "die unbürokratisch mit dem zuständigen Personal besprochen und erledigt werden".

Gertrudis-Klinik (Parkinson-Zentrum) in Biskirchen: Dem Patientenfürsprecher seien "wie in all den Jahren" keine Beschwerden vorgebracht worden.

Vitos-Klinik in Herborn: Die Patientenfürsprecherin berichtet, dass ihre Zusammenarbeit mit der Vitos-Klinik sehr harmonisch verlaufen sei.

Klinik Eschenburg (Klinik für Abhängigkeitserkrankungen) in Wissenbach: Alle vorgebrachten Beschwerden seien mit der Klinikleitung zum Wohle der Patienten geklärt worden.

Kaiserin-Auguste-Victoria-Krankenhaus in Ehringshausen: Patienten hätten berichtet, dass sie verängstigt seien, wenn sie schon für eine Operation vorbereitet seien, aber dann noch lange warten müssten. Die Stellungnahme der Klinikdirektion: "Wir sind sehr darum bemüht, Patienten zeitgerecht zu den Operationen einzubestellen. Allerdings lässt sich deren Dauer nicht immer im Voraus absehen, durchaus kann es auch vorkommen, dass eine dringliche Operation dazwischen geschoben werden muss."

Auß;erdem sorge ein Raucherbalkon für Ärger in den benachbarten Krankenhauszimmern.