79:4 Stimmen für Fusion der Volksbanken

Nach der Volksbank Dill hat 24 Stunden später auch die Volksbank Herborn-Eschenburg für den Verschmelzungsvertrag mit der "Voba" Biedenkopf-Gladenbach gestimmt. 79 Ja-Stimmen...

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Eschenburg-Eibelshausen. Nach der Volksbank Dill hat 24 Stunden später auch die Volksbank Herborn-Eschenburg für den Verschmelzungsvertrag mit der "Voba" Biedenkopf-Gladenbach gestimmt. 79 Ja-Stimmen standen nur vier Ablehnungen gegenüber.

Der Hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) war zusammen mit dem heimischen Landtagsabgeordneten Clemens Reif (CDU) zu der Vertreterversammlung im voll besetzten Eibelshäuser Bürgerhaus erschienen, um den Weg der Neustrukturierung der heimischen Volksbanken zu unterstützen: "Es ist wichtig, dass für die enorme Stärke des Mittelstands in dieser Region statt Entscheidungsstrukturen wie bei Groß;banken hier regionale Ansprechpartner da sind, die vor Ort Entscheidungen treffen und Kenntnis von den konkreten Unternehmen und den handelnden Personen haben. Ihr Modell gefällt mir gut, es bildet auch regional ein Stück Heimat. Sie sind klug beraten, mit klarem Verstand und nüchterner Analyse die Entscheidung zu treffen."

Zehn Prozent Dividende und zur Fusion eine Bonuszahlung von fünf Prozent

Zuvor hatte Bankvorstand Klaus-Dieter Theis in seinem Geschäftsbericht der Volksbank Herborn-Eschenburg darauf hingewiesen, das die Bilanzsumme 2017 um 4,4 auf 342,5 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Erfreulich sei auch die Entwicklung der Kundeneinlagen, die sich um 76 Prozent erhöhten und zum Teil in Wertpapiere investiert wurden. "Das Fundament unserer Bank ist die sehr gute Eigenkapitalausstattung, sie konnte im abgelaufenen Jahr weiter gestärkt werden", unterstrich Klaus-Dieter Theis. Mit Blick auf den anhaltenden Druck auf die Zinsspanne wies er darauf hin, dass sich die Ertragslage um 0,5 Prozent reduziert habe. Vom Überschuss 2017 sollen 660 000 Euro der gesetzlichen sowie anderen Rücklagen zugeführt werden.

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Da die Rücklagen bei der Volksbank Herborn-Eschenburg im Vergleich zu den beiden anderen Genossenschaften relativ hoch seien, schlugen Vorstand und Aufsichtsrat der Vertreterversammlung eine Dividende in Höhe von zehn Prozent sowie im Rahmen der Fusion eine Bonuszahlung von fünf Prozent vor. Die spätere Abstimmung über die Feststellung und Verwendung des Jahresüberschusses erfolgte einstimmig.

Nach dem Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden Udo Bretthauer wurden die bisherigen Aufsichtsratsmitglieder Lothar Albert, Jens Fuhrländer und Dietmar Hermann einstimmig wiedergewählt.

Bankvorstand Christof Schwehn informierte ausführlich über den vorgesehenen Zusammenschluss und den Verschmelzungsvertrag. "Wir wollen handeln in Verantwortung für die Zukunft als starke Bank mit künftig 1,8 Milliarden Euro Bilanzsumme, 34 Filialen, 328 Mitarbeitern, 35 Auszubildenden und mehr als 97 000 Kunden." Schwehn sieht in der Fusion einerseits die Möglichkeit, "unsere Leistungsfähigkeit für Mitglieder und Kunden zu optimieren", andererseits könne "durch die Erschließ;ung neuer Geschäftsfelder und Kundengruppen die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der neuen Bank gesteigert werden".

Rund 1,8 Millionen Euro könnten mittelfristig durch Synergien und Konzentration interner Stellen eingespart werden. Fusionsbedingte Kündigungen schloss Schwehn aus.

Nach dem von Norbert Kempf (Abteilungsleiter des Prüfungsverbandes) ausführlich vorgetragenen Prüfungsgutachten stimmte die Vertreterversammlung unter juristischer Aufsicht von Rechtsanwalt Jochen Hentschel (Dillenburg) über die Fusion ab. Ein sichtlicher zufriedener Aufsichtsrat-Vorsitzender Udo Bretthauer nahm das eindrucksvolle Ergebnis von 79 Ja- und nur vier Nein-Stimmen zur Kenntnis: "Dies ist für unsere Bank der richtige Weg. Wir waren nicht immer einer Meinung, aber sind uns immer auf Augenhöhe begegnet." Anstatt unangenehmer Fragen, über die im Vorfeld gemunkelt worden war, zeigte die Versammlung in Eibelshausen bei der klaren Zustimmung Geschlossenheit.

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