Neun Österreicher auf dem Siegerfoto

aus Zeit-Lupe

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Neun Namen für die Ewigkeit: Hermann Maier, Christian Mayer, Fritz Strobl, Stephan Eberharter, Rainer Salzgeber (stehend von links); Hans Knauss, Patrick Wirth, Andreas Schifferer und Werner Franz (hockend von links) in Innsbruck.Archivfoto: imago

Die Skifahrer aus Österreich dominieren 1998 den Super-G von Innsbruck. Der Norweger Lasse Paulsen feiert sein Husarenstück als Zehnter. Er ist damit bester Nicht-Österreicher.

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. von Björn-Christian Schüßler

Kennen Sie Lasse Paulsen? Nein? Kein Wunder, denn als der Norweger am 21. Dezember 1998 als bester Nicht-Österreicher des Super-G im Ziel steht, interessieren sich die Medien kein bisschen für den 24-Jährigen und sein bis dahin bestes Weltcup-Resultat. Vor dem Zehntplatzierten lassen sich neun Österreicher feiern.

Zwischen März 1997 und März 2000 gewinnt die Alpenrepublik 21 Super-G in Folge. Doch dass sich 0,76 Sekunden hinter Hermann Maier gleich acht Österreicher im Zeitraum von zwei Zehntelsekunden einreihen, gleicht einer Sensation. Mit der im Ziel sicherlich niemand gerechnet hatte. Als Fritz Strobl mit Startnummer 45 ins Rennen ging, hielten die Fotografen im Auslauf schon wie wild ihre Kameras auf die acht Wackeren, die beim Heimrennen der Österreicher in die Geschichtsbücher rasten. „Scheiße, es interessiert eigentlich kein’ Mensch mehr, ob ich noch fahre oder nicht“, ging es dem Tiroler durch den Kopf. Auf der Anzeigetafel prangte dann die „3“, Strobl jubelte, stürmte auf die österreichische Skimeute los und – guckte ins Leere. Die Fotos waren geschossen, der Skifahrer, der aus einem Achtfach- einen Neunfacherfolg machte, kam zu spät, weil Werner Franz bereits heimgefahren war.

Das Bild der Heroen entstand schließlich doch noch: Nach dem Weltcup in Alta Badia reisten Maier, Christian Mayer, Strobl, Stephan Eberharter, Rainer Salzgeber, Hans Knauss, Patrick Wirth, Andreas Schifferer und Franz erneut an und posierten für die Legende. „Die es so vermutlich nie mehr geben würde“, mutmaßte Sieger Hermann Maier.

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ÖSV-Alpin-Trainer Hans Pum hatte seine Vermutung, warum der Norweger Paulsen bei dem Nebelrennen, das mehrfach verschoben wurde, statistisch besonderer Zehnter war. „Es war kurz vor Weihnachten und die meisten hatten schon beim Frühstück im Kopf, wann ihre Heimflüge gehen. Vielleicht waren die anderen Nationen mit den Gedanken nicht mehr so bei der Sache.“