Wie bei Olympia: Mainzer Speerwerfer Weber nur WM-Vierter

Sichtlich enttäuscht: Julian Weber vom USC Mainz. Foto: dpa

Er hatte von einer Medaille geträumt, am Ende blieb Julian Weber auch bei der WM nur die "Holzmedaille". Der Mainzer Speerwerfer musste früh mit Problemen kämpfen.

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EUGENE. Julian Weber schrie noch mal alles heraus. "Komm", rief der Mitfavorit des USC Mainz seinem Speer hinterher. Doch sein Sportgerät landete im sechsten und letzten Versuch nur bei 83,53 Metern. Keine Verbesserung. Damit war klar: Weber blieb bei den Weltmeisterschaften in Eugene (USA) auf dem undankbaren vierten Rang. Wie schon bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio.

Der 27-Jährige sank zu Boden, hielt sich die Hände vors Gesicht. Später sollte er sagen: "Ich bin echt traurig und enttäuscht gerade. Natürlich ist Platz vier super, aber ich wollte deutlich mehr. Und hätte auch deutlich mehr drauf gehabt." Doch Weber, der seit 2020 in Potsdam trainiert und in Berlin lebt, kam nicht an die anvisierten 90 Meter heran, musste sich mit 86,86 Metern aus dem ersten Versuch zufriedengeben. Anderson Peters (Grenada) verteidigte mit 90,54 Metern seinen Titel. Silber holte der indische Olympiasieger Neeraj Chopra (88,13 Meter), Dritter wurde der Olympia-Zweite Jakub Vadlejch (Tschechien) mit 88,09 Metern.

"Es tut alles weh"

Weber musste früh mit Problemen kämpfen: Beim zweiten Versuch knickte er mit dem linken Fuß um, fortan plagten ihn Schmerzen. "Es tut alles weh", sagte der 27-Jährige nach dem Wettkampf im "ZDF". In der Qualifikation war Weber noch auf 87,28 Meter gekommen. "Ich hatte heute nicht so viel Power wie vor zwei Tagen", erklärte der USC-Mann. "Ich habe schlecht geschlafen, war bis 1 Uhr wach. Ich wollte direkt loswerfen. Vielleicht habe ich zu viel Energie im Vorfeld verbraucht."