Minigolf: 1. MGC Mainz holt bei Heim-DM Gold bei den Damen und...

Als Alice Kobisch (Zweite von links) den Titel perfekt macht, eilen ihre MGC-Teamkolleginnen Selina Krauss, Stefanie Blendermann und Nicole Gundert-Greiffendorf (von links) zum Feiern herbei.  Foto:

Immer wieder wird es laut auf der sonst so beschaulichen Minigolf-Anlage im Mainzer Hartenbergpark. Jubelschreie schallen regelmäßig zwischen den vielen Bäumen hindurch....

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MAINZ. Immer wieder wird es laut auf der sonst so beschaulichen Minigolf-Anlage im Mainzer Hartenbergpark. Jubelschreie schallen regelmäßig zwischen den vielen Bäumen hindurch. Aber auch fast ebenso viele Flüche sind zu vernehmen. Es ist nicht zu übersehen, wie viele Emotionen eine deutsche Minigolf-Meisterschaft freisetzt. Und im Mannschaftswettbewerb, wenn jeweils sechs Männer beziehungsweise vier Frauen gemeinsam um die Medaillen kämpfen, kochen die Emotionen noch einmal besonders hoch.

Als am Donnerstag die Entscheidungen fielen, erlebten die Teams des 1. MGC Mainz dann unterschiedliche Stimmungslagen. Doppel-Gold wollte der Verein holen. Und das Frauen-Team setzte sich auch tatsächlich souverän durch. Doch die erste Männer-Mannschaft musste sich mit dem zweiten Platz hinter BGS Hardenberg pötter begnügen. Zweifellos ein gutes Ergebnis. Doch hatten die Mainzer wie im Vorjahr den Titel angepeilt. Hauchdünn verpasste der MGC II das Podest. Als Vierter fehlten dem Team drei Schläge zum Bronze-Gewinner MGC Dormagen-Brechten.

Die Entscheidung im Männer-Wettbewerb fiel in der vorletzten Runde. Von den sechs Hardenberger Startern spielten vier die 18 kleinen Eternit-Bahnen mit 19 Schlägen. 20 und 21 waren die weiteren Ergebnisse. Macht zusammen für diesen Durchgang 117. „Das ist herausragend“, sagte der Mainzer Marcel Noack. „Dabei hatten wir mit 126 auch eine gute Runde gespielt, und dennoch neun Schläge verloren.“ Diesen Rückstand konnten die Gastgeber im letzten Durchgang nicht mehr aufholen. „Wir haben uns bis zuletzt nicht kampflos geschlagen gegeben. Aber Hardenberg war diesmal einfach besser. Und das akzeptieren wir“, erklärte Noack.

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Als Alice Kobisch (Zweite von links) den Titel perfekt macht, eilen ihre MGC-Teamkolleginnen Selina Krauss, Stefanie Blendermann und Nicole Gundert-Greiffendorf (von links) zum Feiern herbei.
Steffi Blendermann (rechts) war die beste Einzelspielerin an den ersten beiden DM-Tagen.
Erfreuter Blick auf den Liveticker: Dominik Ullrich und Selina Krauss checken den Zwischenstand auf dem Handy.
Schläger und ein Täschchen mit vielen Bällen darin gehören zum Standard-Repertoire der Minigolfer..
Immer wieder wurden entscheidende Szenen auf Video festgehalten.
Der Mainzer Lukas Neumann hatte den Durchblick und war der beste Einzelspieler. Im Bild darunter beobachten die Spieler den Ball.
Die Spieler um den Mainzer Sebastian Piekorz (oberes Bild, links) beobachten den Ballverlauf.
MGC-Spieler Reto Sommer (links)  schreit seine Freude über einen gelungenen Schlag heraus.
Um die DM auf die Beine zu stellen, braucht der MGC viele Helfer. Einige von ihnen waren in der Küche aktiv.
So feiert Alice Kobisch die Deutsche Meisterschaft.
Das Meisterteam mit Stefanie Blendermann, Selina Krauss, Alice Kobisch und Nicole Gundert-Greiffendorf (von links).
Marcel Noack war mit Silber nicht ganz zufrieden.

23 Schläge Vorsprung auf Titelverteidiger Göttingen

So wie im vergangenen Jahr die Mainzer Frauen akzeptieren mussten, dass der MGC Göttingen damals die bessere Mannschaft war. Doch diesmal drehten Alice Kobisch, Nicole Gundert-Greiffendorf, Stefanie Blendermann und Ersatzspielerin Selina Krauss den Spieß eindrucksvoll um. Mit Ausnahme des zweiten der acht Durchgänge entschieden sie alle Runden für sich und sorgten so dafür, dass der Siegerpokal in Mainz blieb. 603 Schläge benötigten sie, was einem Schnitt von 25,1 pro 18 Bahnen entspricht, und sie lagen damit 23 Gesamt-Schläge vor Göttingen. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir mit einem so großen Abstand gewinnen“, sagte Kobisch. Und Gundert-Greiffendort verwies darauf, dass „auf dem Heimplatz immer ein bisschen mehr erwartet wird und der Druck deshalb größer ist“.

Doch die Mainzerinnen wandelten dies in positive Energie um und freuten sich, wie Alice Kobisch erklärte, „dass viele frühere MGC-Spieler zugeschaut haben“.

Gute Chancen für weitere Medaillen im Einzel

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Die sahen, wie sich die Mainzererinnen zugleich eine Top-Ausgangsposition für die Einzel-Entscheidung an diesem Freitag erspielt haben. Blendermann (195 Schläge) ist Erste vor Kobisch (202). Gundert-Greiffendorf ist Sechste (206), Krauss Siebte (208). Bei den Herren führt mit Lukas Neumann (179) ebenfalls ein Mainzer. Sebastian Piekorz ist Dritter (186), Silvio Krauss Vierter (188).

Das war dem MGC am Donnerstag aber zweitrangig. Blendermann, Kobisch und Gundert-Greiffendorf informierten sich sogar erst rund eine Stunde nach dem letzten Schlag, wie sie überhaupt im Einzel liegen. „Heute lag der komplette Fokus auf dem Team“, machte Alice Kobisch klar. Und die Goldmedaille war der Lohn für diese Entscheidung.

Ergebnisse: Damen, Mannschaft: 1. MGC Mainz (Blendermann 195, A. Kobisch 202, Gundert-Greiffendorf 206) 603 Schläge; 2. MGC Göttingen 626; 3. MGC Dormagen-Brechten 636; 4. SG Schwaikheim/Hilzingen 653.

Herren, Mannschaft: 1. BGS Hardenberg pötter 1126; 2. MGC Mainz I (Neumann 179; Piekorz 186; Sommer 188; Noack 190; Greiffendorf 198; M. Szablikowski 198) 1139; 3. MGC Dormagen-Brechten 1189; 4. MGC Mainz II (Silvio Krauss 188; Stoparic 194; R. Kobisch 194; Ullrich 197; A. Szablikowski 206; Horn 213) 1192 ; 5. Niendorfer MC 1205; 6. SG Arheilgen 1211.

Von Bardo Rudolf (Text) und René Vigneron (Fotos)