Starke Leistung bleibt unbelohnt

Die U14-Hockeyer der TSG Heidesheim mit ihrem Trainer Thorsten Grimm (rechts) können auf das Erreichte stolz sein.. Foto: Martin Gebhard

Heidesheims U 14-Hockeyjungs scheitern bei der DM-Qualifikation vor 200 Zuschauern erst im Endspiel.

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HEIDESHEIM. Großer Jubel bricht aus, als der Schiedsrichter auf Strafecke für die TSG Heidesheim entscheidet. „Ecke, Ecke, Ecke – Tor, Tor, Tor“, schreien ein paar Mädchen aus den zehn Heidesheimer Jugendmannschaften, die schon während des gesamten Spielverlaufs ihre männliche U 14-Hockeymannschaft lautstark unterstützt hatten.

Und die Mädels versammeln sich in der Nähe des Tores und warten mit den über 200 Zuschauern auf der Sportanlage an der Autobahn gespannt auf den Pfiff des Referees. Die Spannung ist unerträglich – nur noch vier Minuten sind zu spielen und die Heidesheimer liegen gegen die TSG Heilbronn im Endspiel der Qualifikation um die Endrunde zur deutschen Meisterschaft in Hamburg 1:2 zurück.

Schaffen die Heidesheimer Jungs noch den Ausgleich und retten sich so ins Penalty-Schießen? Der Pfiff ertönt, die Ecke wird reingegeben, der Ball serviert und Paul Grimm, Sohn des Heidesheimer Trainers Thorsten Grimm, zieht ab. Sein flacher Schuss streicht knapp am Kasten vorbei. Die Rheinhessen werfen alles nach vorne: Trainer Grimm ruft: „Noch mal beißen alle“. Aber dann ertönt der Schlusspfiff. Kurz gehen die Köpfe der Spieler nach unten – aber die Fans spenden großen Beifall. „Es ist schade“, sagte der Heidesheimer Kapitän Bennet Brüning. „Aber es ist trotzdem ein Erfolg“, konnte er sogar wieder ein bisschen lächeln. In der Tat können die Heidesheimer Jungs und ihr Trainerduo, dazu zählt auch Assistent Markus Reitz, stolz auf die Leistung sein.

„Es ist der größte Erfolg in der Klubgeschichte der Jungs“, sagte Lars Ruthemann, Spielervater und ZDF-Sportredakteur. „Als Oberligazweiter haben sich die Jungs die Quali verdient“, ließ der Heidesheimer Hockey-Abteilungsleiter Matthias Haedecke ergänzend wissen. „Im vergangenen Jahr waren sie in Nürnberg schon einmal bei der DM-Quali dabei, haben aber beide Spiele verloren“, erzählte Ruthemann. Diesmal lief es auf eigenem Platz merklich besser. Im Halbfinale schaltete die Grimm-Elf den ESV München mit 3:2 Toren aus. Jenen sympathischen Gegner, „der uns Geschenke mitgebracht hat“, freute sich Haedecke.

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Im Finale gegen die Heilbronner sind die Heidesheimer absoluter Außenseiter, waren überrascht die Münchner besiegt zu haben. Die Heilbronner, die im zweiten Halbfinale den RRK Rüsselsheim 2:1 ausgeschaltet hatten, wurden von den Rheinhessen kalt erwischt. Am langen Pfosten lauernd, markierte Adrian Ruppert den 1:0-Führungstreffer in der sechsten Spielminute. Klar, dass die Heidesheimer Mädels zuvor wieder gerufen hatten: „Ecke, Ecke, Ecke – Tor, Tor, Tor!“ Pech allerdings für die Rheinhessen, dass ein Schuss nur am Heilbronner Posten landete.

Ab dem zweiten Viertel aber übernahmen die Baden-Württemberger das Kommando und spielten auch ihre körperliche Überlegenheit aus. „Der Sieg der Heilbronner ist verdient“, zeigte sich Kapitän Brüning als fairer Verlierer. Das fand auch Trainer Grimm, dessen Team sogar fünf Spieler aus dem sehr jungen Jahrgang 2010 aufgeboten hatte. „Die Heilbronner hatten mehr Spielanteile, aber wir waren durch Konter gefährlich“, resümierte der Coach.