Das Jubiläumstor des Brasilianers war nur ein schnöder Elfmeter.
Auch der ist drin: Pele erzielte Tore am Fließband – hier bei der WM 1958 in Schweden. Sein 1000. war schließlich ein Elfer. Archivfoto: dpa
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Von Roland Hessel
Der Treffer war - für seine Verhältnisse - eher schnöde, fast banal. Doch die Auswirkungen umso beträchtlicher. Als Edson Arantes do Nascimento am 19. November aus dem Stand heraus einen Elfmeter für seinen brasilianischen Verein FC Santos verwandelte, musste die Partie gegen CR Vasco da Gama für 20 Minuten unterbrochen werden. Weil Zuschauer, Fans, Fotografen den Platz gestürmt hatten, um den Schützen zu feiern. Und vielleicht bis auf den einen oder anderen Gegner feierten auch alle mit. Schließlich hatte der Mann, der damals schon längst in die Fußball-Geschichte unter dem schlichten Namen Pele eingegangen war, sein 1000. Tor erzielt. Eine damals wie heute unvorstellbare Zahl. Eine Marke, die nur einer wie eben Pele erreichen konnte. Am Ende der absolut außergewöhnlichen Karriere des vielleicht besten Fußballers aller Zeiten sollten es exakt 1281 Treffer in insgesamt 1363 Spielen werden. Eine Quote von 0,94 Toren pro Einsatz. Eine schlichtweg schwindelerregende Marke. Und die Kunde über das 1000. Tor des dreimaligen Weltmeisters ging damals um den gesamten Erdball. Weil überall so lange darauf gewartet worden war.
Denn, so kurios es auch klingen mag: Nachdem Pele kurz vor dem historischen Ereignis stand, versagten ihm tatsächlich die Nerven. Ladehemmung nennt man wohl die ungewohnte Torflaute eines Mannes, der es sogar geschafft hatte, einmal in einer Saison 58 Treffer zu erzielen. "Mich machte das alles schrecklich nervös", sollte der mittlerweile 74-Jährige viele Jahre später zugeben. Und das ist vielleicht sogar das Interessante an der Geschichte. Pele, die Tormaschine in Person, litt - wenn auch nur für kurze Zeit - unter Ladehemmungen. Vielleicht ein kleiner Trost für die Kießlings und Gomez’ dieser Welt...