Verhindert Corona erneut eine Saisonwertung?

Die Saison geht in vielen Teamsportarten in die Endphase. Archivfotos: dpa, Ferreira (2), Daudistel

Können die rheinhessischen Hallensportler die Saison trotz coronabedingter Spielausfälle zu Ende bringen? Wir haben im Handball, Volleyball, Basketball und Tischtennis nachgefragt.

Anzeige

RHEINHESSEN. Woche für Woche fallen in den rheinhessischen Sporthallen Spiele wegen Corona-Fällen in den Mannschaften aus. Können die Verbände die Saison dennoch planmäßig abschließen? Wir haben nachgefragt.

Handball

Ganz exakt lässt es sich nicht nachvollziehen, aber dass von den 730 (!) Spielverlegungen, die es im Bereich des Handball-Verbandes Rheinhessen (HVR) bislang gegeben hat, der mit Abstand größte Teil wegen Corona-Fällen in den einzelnen Mannschaften war, das ist verbrieft. "Und das verlangt allen Beteiligten eine ganze Menge ab", betont Alfred Knab, der als HVR-Vizepräsident für die Spieltechnik verantwortlich zeichnet: "Das ist ein riesiger Brocken und für die Vereine, die Verantwortlichen, die Hallenplaner, die Schiedsrichter einfach eine enorme Belastung." Insgesamt zehn Mannschaften haben sich, Stand jetzt, aus dem Spielbetrieb zurückgezogen, der überwiegende Teil im Jugendbereich. "Auch da liegt es meistens an der Pandemie", weiß Knab, der aber auch Positives zu berichten hat. Bisher sind alle Nachholspiele in allen Klassen terminiert, die Stichtage für das Saisonende - in den Rheinhessenligen ist das der 15. Mai, in allen anderen Klassen der 30. Mai - sind (noch) nicht in Gefahr. Da zudem in allen Ligen zumindest die Hinrunden abgeschlossen sind, kann die Saison - egal, was jetzt noch passiert - auf jeden Fall gewertet werden. Entweder mit einer einfachen Runde oder aber über eine Quotientenregelung. "Die Hoffnung ist aber groß, dass beides nicht nötig sein wird", sagt Alfred Knab.

Volleyball

Anzeige

Im Volleyball haben sich die Verantwortlichen in Rheinhessen frühzeitig entschieden, eine Einfach-Runde ohne Rückspiele zu spielen. Die richtige Entscheidung, wie sich gezeigt hat. Nur in vereinzelten Klassen mit besonders vielen Mannschaften folgt noch ein Play-off-Modus. "Es sieht gut aus, dass wir vor Ostern durch sind", sagt Swen Retzlaff, der für die Zentrale Staffelleitung im Volleyballverband Rheinhessen (VVRh) zuständig ist.

Es bestehe die Möglichkeit, bis Ende Mai noch Spiele nachzuholen, erklärt Retzlaff. Dass in manchen Klassen Teams drei oder vier Spiele mehr als ihre Gegner absolviert haben, liege daran, dass der Volleyballverband seinen Teams vor Weihnachten offen gelassen habe, ob sie ihre Partien spielen oder sie ins neue Jahr verlegen wollen. Insgesamt zieht Retzlaff ein zufriedenes Fazit: "Wir sind recht sauber durchgekommen. Die Leute haben gelernt, mit Corona umzugehen. Es wird uns schließlich auch in der neuen Saison im September weiter beschäftigen."

Basketball

Sie haben es durchgezogen - mit Erfolg. "Und mit verantwortlichem Handeln der Vereine", wie Ulli Thierfelder betont. Die Vorsitzende des Basketball-Verbandes Rheinhessen hatte nach Einführung der 2G-plus-Bedingungen bei Training und Spiel in den ersten Dezember-Tagen eine Umfrage unter den Vereinen gestartet. 95 Prozent stimmten damals fürs Weitermachen - während in den Bezirken Rheinland und Pfalz der Spielbetrieb gestoppt wurde. "Wir haben es nicht bereut", sagt Thierfelder heute. Die letzten Spieltage stehen in den rheinhessischen Ligen an, dann noch ein paar Nachholspiele. Denn in den vergangenen Wochen haben sich die Ausfälle wegen Corona laut Ulli Thierfelder gehäuft. "Bis zum 9./10. April wollen wir alles gespielt haben", erklärt die Ingelheimerin. Ausnahme: Jugendklassen, in denen die Saison verlängert wird, dort gibt es keine Eile. Bei Frauen und Männern sieht es gut aus, bis "runter" in die B-Klasse. Damit stehen dann auch Auf- und Absteiger fest. Erfreulich die Mitgliederstatistik von Ende 2021: Die Zahlen sind nach einem Rückgang während der Pandemie wieder gestiegen, lagen in Rheinhessen zum Jahreswechsel bei exakt 1800. Übrigens: Der Bezirk Pfalz hat den Spielbetrieb nach der Unterbrechung wieder aufgenommen, wird bis Mai spielen.

Tischtennis

Anzeige

In seinen Spielklassen von den Verbandsoberligen bis zu den Kreisklassen konnte der Tischtennisverband Rheinland/Rheinhessen (RTTVR) die Hinrunden bereits im Dezember abschließen. "Wir gehen davon aus, dass auch die gesamte Saison regulär zu Ende gespielt werden kann", sagt Jens Koch, Sachbearbeiter für Sportentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit im RTTVR. Erfolgen noch Spielverlegungen in beidseitigem Einvernehmen, können diese bis zum 15. Mai nachgeholt werden - zwei Wochen länger als ursprünglich geplant. Diesen Beschluss hatte das RTTVR-Präsidium am 23. Februar getätigt, als es auch für die Saisonfortsetzung gestimmt hatte. Und daran hat sich nichts geändert, bestätigt Koch. Entfallen werden die Relegationsspiele, da der dafür ursprünglich vorgesehene Termin, 7./8. Mai, die Vereine unter zeitlichen Druck gesetzt hätte, ihre Saisonspiele vor diesem Termin zu beenden. Allerdings gelte das nicht für die Verbandsoberliga, die Schnittstelle zur Oberliga und damit zum Spielbetrieb auf Bundesebene. "Während in den Klassen der Kreise eher weniger Spiele verlegt wurden, kam es in den höheren Verbandsklassen zu mehr Verschiebungen", weiß Koch. Nun lasse sich jedoch sagen, dass die Rückrunde trotz Corona läuft. "Es wurden alle Spiele terminiert und wir sind guter Dinge, dass wir die Saison ohne größere Probleme beenden werden."