Isolation statt Meistersause: Spabrückens Volleyballerinnen

Obwohl es kein offizielles Meisterbild der Spabrückerinnen geben wird, die Trainer Mohammad Ramadan und Bärbel Schneider (li.) sind stolz auf ihre Teams. Foto: SV Spabrücken

Die Saison ist abgebrochen, die Damen des SV Spabrücken zwei Teams aufgestiegen. Doch wegen der Coronakrise fiel die Feier aus. Nun läuft die Vorbereitung – in Zweiergruppen.

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SPABRÜCKEN. Der 14. März 2020 sollte für die Volleyballerinnen des SV Spabrücken ein ganz besonderer Tag werden. Nach einer makellosen Saison in der Bezirksliga wollten die SVlerinnen im Anschluss an ihr letztes Heimspiel die Meisterschaft und die damit verbundene Rückkehr in die Verbandsliga feiern. Doch daraus wurde wegen der Coronakrise nichts.

Meistertitel wird nicht offiziell vergeben

Eigentlich standen die Spabrückerinnen bereits am drittletzten Spieltag als Meister fest. „Damals fehlten aber einige Stammspielerinnen, weshalb wir die Feier und das Meisterfoto mit allen auf das abschließende Heimspiel verschoben haben“, erinnert sich Rebecca Tullius. Mit „allen“, da meint die Abteilungsleiterin auch die zweite Damenmannschaft, die ihrerseits als Erster der Kreisliga den Aufstieg in die Bezirksklasse feiern wollte. Meistershirts und sicherlich auch die eine oder andere Flasche Sekt lagen bereit. Dann machte die Zwangspause einen Strich durch die geplanten Feierlichkeiten.

Bereits Ende März diskutierte der Landesspielausschuss des Volleyball-Verband Rheinland-Pfalz (VVRP) wegen Corona über mögliche Auf- und Abstiegsregelungen sowie die Zusammensetzung der Ligen. Als dann der Deutsche Volleyball-Verband am 18. April offiziell den Spielbetrieb für beendet erklärte, folgten die Landesverbände diesem Beispiel. Seitdem war auch für die beiden Volleyballteams des SV Spabrücken klar: einen offiziellen Meistertitel werde es für sie nicht geben. Den 26 aktiven Spielerinnen macht dies wenig aus. Viel schwerwiegender seien die anhaltende Zwangspause und das fehlende Training. „Die Sommerpause ist eigentlich die Zeit, in der es anfängt zu kribbeln. Umso schlimmer ist es daher, dass jetzt schon Pause ist“, sagt Tullius, die gemeinsam mit ihren Mitspielerinnen nicht lange stillhalten konnte. In Zweiergruppen nahmen die Spabrückerinnen den Trainingsbetrieb wieder auf. „In Form von Challenges, wie Workouts oder Laufeinheiten“, verrät die Abteilungsleiterin. „Beweisfotos und Videos motivieren dann jeweils die übrigen Gruppen, ebenfalls aktiv zu werden und sich zumindest ein bisschen fit zu halten.“

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Phase des Umbruchs ist vorerst überstanden

Eine weitere große Hoffnung ruht auf den Lockerungen für die Beach-Saison. „Vielleicht ist das Spiel Zwei-gegen-Zwei ja bald möglich. Das wäre wichtig, um fit für den Saisonstart zu werden“, betont Rebecca Tullius. Ob der für Herbst geplante Start der neuen Saison regulär stattfinden kann, hängt nicht zuletzt an der Öffnung der Sporthallen. „Wir können ja unmöglich im Herbst anfangen zu spielen, wenn die Hallen erst im September wieder aufmachen“, sagt Tullius, die mit ihrer Mannschaft in Wallhausen spielt. Dass beide Mannschaften des SV Spabrücken den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse schaffen, war zwar angedacht, aber nicht selbstverständlich. „Erst vor einem Jahr sind beide Mannschaften abgestiegen, wir hatten keine Trainer und einige Spielerinnen sind ausgefallen. Das war zu viel, um die Liga zu halten“, spricht Tullius von einem großen Umbruch. Sie selbst sei damals in das Amt der Abteilungsleiterin reingerutscht. Mit Mohammad Ramadan und Bärbel Schneider (2. Damen) konnten die Trainerposten beider Teams besetzt werden. Vor allem das Engagement des Syrers bedurfte einiger Anpassungen, da Ramadan selbst für die Volleyballer des VSC Guldental spielt. „Sie haben die Trainings in Guldental so angepasst, dass er trotzdem noch Zeit hat, uns weiter zu trainieren. Es ist schön, dass wir da so viel Unterstützung bekommen haben und Guldental uns da hilft“, sagt Rebecca Tullius. Mit diesem soliden Fundament und einer erstarkten Nachwuchsarbeit wollen Spabrückens Volleyballerinnen mit beiden Mannschaften die neue Spielklasse halten. Um sich als Liganeuling gegen die Konkurrenz zu bewähren, wäre eine ausgiebige Vorbereitung extrem wichtig. „Das macht schon viel aus“, sagt Tullius. Allerdings gehe es den anderen Vereinen ja nicht anders. Und so arbeiten die Volleyballerinnen des SV Spabrücken weiter in Zweiergruppen auf den Tag X hin, an dem sie wieder in die Halle oder in den Sand dürfen. Und wer weiß, vielleicht bleibt dazwischen sogar noch etwas Zeit, die Meistersause nachzuholen.