Zittersieg im Spitzenspiel: Lilien bezwingen St. Pauli 2:1

aus SV Darmstadt 98

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Darmstädter Jubeltraube: Die Lilien-Spieler bejubeln die Führung beim FC St. Pauli. Foto: nordphoto

Darmstadt 98 hat drei ganz wichtige Punkte im Aufstiegsrennen der Zweiten Liga gesammelt. Im Topspiel beim FC St. Pauli trafen Luca Pfeiffer und Fabian Holland für die Lilien.

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HAMBURG. Trainer Torsten Lieberknecht, der wegen seiner vierten Gelben Karte zwar in Hamburg dabei war, aber nicht an der Seitenlinie stehen durfte, veränderte seine Startelf auf drei Positionen im Vergleich zur Heimniederlage gegen Schalke am vergangenen Sonntag. Stammkeeper Marcel Schuhen kehrte nach überstandener Verletzung zurück, Thomas Isherwood ersetzte den verletzten Lasse Sobiech (Gehirnerschütterung) in der Innenverteidigung und Marvin Mehlem den gelbgesperrten Braydon Manu.

Der SV 98 erwischte einen guten Start in die Partie, spielte von Beginn weg mutig nach vorne – und belohnte sich früh mit einem Tor. Ein schöner Angriff auf der rechten Seite über Tim Skarke, Phillip Tietz und schließlich Luca Pfeiffer mündete in der 9. Minute im 1:0 für die Darmstädter. Die Hereingabe von Tietz hätte auch der mitgelaufene Tobias Kempe theoretisch abnehmen können. Pfeiffer stand aber einen Ticken besser, sodass Kempe genau die richtige Entscheidung traf, als er den Ball zu seinem Mitspieler durchließ.

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Nur fünf Minuten später hat nicht viel gefehlt und es hätte auf der anderen Seite geklingelt. Daniel-Kofi Kyereh setzte einen Drehschuss haarscharf neben den linken Pfosten. Die Szene war ein kleiner Weckruf für die Hausherren, die in Folge zusehends besser wurden, ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Doch die Darmstädter Hintermannschaft wurde ausreichend beschäftigt. Matthias Bader klärte beispielsweise in der 29. Minute stark in letzter Sekunde gegen den heranrauschenden Etienne Amenyido, der bereits zum Schuss angesetzt hatte.

Lilien zeigen sich eiskalt

Doch es waren in der 35. Minute wieder die Gäste aus Südhessen, die jubelten. Nach einer kurzen Ecke gelangte der Ball zu Bader, der aus zentraler Position nicht etwa eigensinnig abzog, sondern wunderbar auf Fabian Holland an der linken Strafraumkante ablegte. Der Darmstädter Kapitän fackelte nicht lange, zog eiskalt ab und knallte das Leder unhaltbar in die Maschen – das 2:0 für die Lilien und gleichzeitig auch der Pausenstand.

Die Kiezkicker kamen besser aus den Kabinen und hatten in Person von Guido Burgstaller vier Minuten nach Wiederanpfiff eine ganz dicke Chance. Die Hamburger kombinierten sich schön in den Strafraum der 98er, Marcel Hartel steckte passgenau auf Burgstaller durch, der frei zum Abschluss kam, den Ball aber nicht richtig traf. Glück für die Lilien, das ihnen auch fünf Minuten später erneut hold war, als der eingewechselte Lukas Daschner einen Kopfball knapp am langen Pfosten vorbeisetzte.

Mehlem hat Entscheidung auf dem Fuß

Nach einer Stunde war Schluss für Torschütze Luca Pfeiffer. Mathias Honsak kam für ihn in die Partie, die erstmal so weiterging, wie in der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte: St. Pauli drängte nach vorne und hatte die eindeutigeren Aktionen. In der 63. Minute war Lilien-Torwart Schuhen nach einem strammen Schuss von Daschner gefordert. Doch auch die Darmstädter hatten noch ein Wörtchen mitzureden und hätten in der 69. Minute nach dem ersten gut zu Ende gespielten Angriff des zweiten Durchgangs gut und gerne auf 3:0 stellen können. Mehlem kam aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch Paulis Keeper Nikola Vasilj reagierte hervorragend.

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Eine Viertelstunde vor Schluss wechselte Ovid Hajou, eigentlich Co-Trainer durch die Sperre Lieberknechts an diesem Abend Cheftrainer, doppelt. Tim Skarke und Mehlem verließen den Platz. Für sie kamen Frank Ronstadt und Nemanja Celic.

Die Schlussphase versprach richtig spannend zu werden, spätestens mit dem Anschlusstreffer der Hausherren in der 81. Minute. Eine Flanke aus dem Halbfeld gelangte über Burgstaller zu Daschner, der komplett blank stand und nur noch einschieben musste. Die Hamburger warfen nun alles nach vorne. Aber die Darmstädter verteidigten, wie schon im gesamten Spiel, weiterhin mit viel Herz und Leidenschaft, sodass das Anrennen der Norddeutschen erfolglos blieb. Mit dem Sieg springen die Lilien in der Tabelle auf den Relegationsrang. Sie haben nun 54 Punkte, zwei Zähler Rückstand auf den Zweiten Schalke 04 und einen Punkt Vorsprung vor St. Pauli.

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