Öffnet sich für Wormatia Worms die Tür zur Regionalliga?

Hoffnung für Wormatia: Geht es in der EWR-Arena nächste Saison eine Etage höher weiter? Archivfoto: BK/Dirigo

Eine Fortführung der Oberliga-Saison ist schwierig. Der VfR wie die TSG Pfeddersheim wären für den Re-Start. Über den Aufstieg könnte aber auch am grünen Tisch entschieden werden.

Anzeige

WORMS. Paragraf 10, Absatz 4 könnte Wormatia Worms in die Fußball-Regionalliga bringen. Dort, in der Spielordnung, steht, ganz am Ende, sinngemäß: Ist weniger als die Vorrunde der geteilten Oberliga gespielt, bleibt die Saison ohne Wertung. Aber: „Soweit der Verband für übergeordnete Spielklassen Aufsteiger und Qualifikanten melden kann, werden diese nach dem letzten Tabellenstand unter Anwendung der Quotientenregelung ermittelt.“ In der Süd-Staffel hat Wormatia in neun Partien 24 Punkte eingeheimst, im Norden Eintracht Trier 22 Zähler in acht Spielen. Heißt: Trier würde, bei Abbruch, als Meister und direkter Aufsteiger gemeldet, Wormatia als Zweiter und möglicher Teilnehmer von Aufstiegsspielen. Theoretisch.

Reichlich Diskussionen um eine Aufstiegsregelung

Oliver Herrmann, Geschäftsführer des Fußball-Regionalverbands (FRV) Südwest, lässt keinen Zweifel, dass man der Regionalliga empfehlen würde, die beiden Abbruch-Ersten als Aufstiegskandidaten anzuerkennen. „Es liegt in der Hand der Landesverbände, wen sie als Aufsteiger melden“, stellt Jonas Ochs seitens der Regionalliga Südwest GbR klar, „die Landesverbände haben das Recht, Aufsteiger zu melden“. Diese in der Regionalliga zu akzeptieren, sei Formsache. So eindeutig ist allerdings die Lage Herrmanns Auskunft nach nicht. Denn nicht in allen Landes- und Regionalverbänden, aus denen sich die Regionalliga speist, ist die Aufstiegsfrage auf diese Weise in den Satzungen geregelt. „Da gibt es zurzeit Diskussionen.“ Herrmann findet es jedoch logisch, dass die Oberliga RPS, wenn sie auch Absteiger aus der Regionalliga aufnehmen soll, ebenfalls Aufsteiger entsendet.

Anzeige

Bei der Videokonferenz der 24 Oberligisten mit dem FRV am Donnerstagabend zählte Wormatia mit Trier zu den vier Klubs, die sich für eine Fortsetzung aussprachen. Die TSG Pfeddersheim enthielt sich, bekundete im Nachgang aber durch Vorstand Oliver Kirsch: „Wir sind dafür, dass der Spielbetrieb weitergeht.“ Es müsse doch endlich wieder Fußball gespielt werden.

Final entscheiden will der Verband Ende März, Anfang April, auf Basis des Bund-Länder-Gipfels am 22. März. Auf dem Tisch liegt noch die Variante, die Staffel-Hinrunden zu Ende zu spielen und dann eine Hinrunde in den Auf- und Abstiegs-Playoffs anzuschließen – mit dem Ziel der Wertung. Regulärer Re-Start soll der 5. Mai sein, wobei flächendeckendes Mannschaftstraining ohne Einschränkungen spätestens direkt nach Ostern beginnen müsste. Erste Nachholspiele würden am 18. oder 25. April anstehen. Die insgesamt acht regulären Spieltage sollen am 12. Juni beendet werden, die offenen Verbandspokal-Spiele samt Finaltag der Amateure am 29. Mai müssten auch noch in den Kalender gequetscht werden. „Wäre zu wuppen“, sagt Herrmann. Aber dann darf auch rein gar nichts mehr schief gehen, und die Politik müsste grünes Licht geben.

Wormatia würde die sportliche Lösung vorziehen

„Es wurde vom Verband betont, dass für Eintracht Trier und Wormatia die Chance gegeben sein müsste, aufzusteigen“, sagt Norbert Hess. Dafür habe es seitens der Klubs auch viel Zustimmung gegeben, was den Sportlichen Leiter der Wormser freute. „Aber es hieß auch, was die Regionalliga sagt, liegt nicht in unseren Händen.“ Am liebsten wäre Hess, wie er sagt, dass nach dem vorgeschlagenen Modell mit halber Staffel- und Playoff-Runde weitergespielt werden kann. Einen Aufstieg am grünen Tisch würde Wormatia gewiss nicht ausschlagen. Der SV Elversberg II hinterlegte noch die Idee, notfalls eine kleine Aufstiegsrunde zu spielen. Das FRV-Präsidium hat es in der Hand, die Spielordnung zu ändern. „Wir haben diese Idee notiert“, sagt Herrmann. Die Spannung steigt.