Meiningen statt München

Tina Ruh (hier am Ball gegen Jana Löber von Schott Mainz) will mit der Wormatia in die zweite Runde des DFB-Pokals. Archivfoto: BK/Dirigo

Die Bühne ist groß, der Gegner von Namen her eher klein. Für die Fußball-Frauen von Wormatia Worms steht am Sonntag ein echtes Highlight auf dem Programm. Das Team von...

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WORMS. Die Bühne ist groß, der Gegner von Namen her eher klein. Für die Fußball-Frauen von Wormatia Worms steht am Sonntag ein echtes Highlight auf dem Programm. Das Team von Neu-Trainerin Svenja Bross spielt um 15 Uhr beim thüringischen Verbandsligisten ESV Lok Meiningen um den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals. Als Vorjahres-Tabellenzweiter der abgebrochenen Regionalliga-Runde dürfte, ja sollte das im Bereich des Machbaren liegen – wenngleich Bross das naturgemäß nicht derart offensiv ausspricht.

„Ich habe mich zwar über den Gegner versucht zu informieren. Dennoch bleibt Meiningen für uns ein großes Fragezeichen, auch wenn wir uns natürlich Chancen aufs Weiterkommen ausrechnen“, erklärt die 31-Jährige. Dass es für die Wormatinnen nun zu einem Verbandsligisten statt vor heimischer Kulisse in der EWR-Arena zu einem Duell mit einem Erst- oder Zweitligaclub kommt, hat die Trainerin ebenso wenig enttäuscht wie ihr Team. „Wir nehmen das Spiel so an, als würden wir gegen Bayern oder Frankfurt spielen“, verspricht Bross. Der DFB-Pokal sei immer etwas Besonderes, egal, auf wen man treffe.

Als Beweis dafür dient allein die besondere Vorbereitung für dieses Spiel. So dürfen die Wormatia-Frauen am Freitag ihr Training ausnahmsweise in der EWR-Arena abhalten. Am Samstag geht es dann bereits mit zwei Kleinbussen statt mit einem großen Reisebus (Bross: „Das wäre auch möglich gewesen, aber damit hätte die Fahrt einfach zu lange gedauert.“) nach Meiningen, wo nach Bezug des Hotels eine lockere Abschlusseinheit auf dem Platz ansteht. Am Sonntag schließlich starten früh die letzten Vorbereitungen auf Spiel des Jahres beim letztjährigen Abbruch-Zweiten der Thüringenliga West. Dazu zählt jedoch nicht das Testen der Spielerinnen auf Corona, wie Jasmin Hofmann, Abteilungsleiterin für Frauenfußball bei der Wormatia, verrät. Nichtsdestotrotz gelten natürlich rund um das Spiel die gängigen Hygienevorschriften.

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Zelt, Burkhart und Gajdera kehren in den Kader zurück

Obwohl die Vorbereitung auf die neue Saison bislang eher unglücklich verlaufen ist, ist man bei den Wormserinnen froh, nach langer Pause wieder ein Pflichtspiel zu haben. „Die Vorfreude auf die Partie war im Training deutlich spürbar“, sagt Svenja Bross, die am Sonntag auf einen 18 Frauen starken Spieltagskader zurückgreifen kann. Fehlen in Meilingen werden die langzeitverletzten Romina Bornschein, Tamara Klein, Leonie Reiter, Leonie Burkhart und Eileen Schildhorn. Auf der anderen Seiten kehren dafür aber in Alisa Zelt, Caprice Burkhart und Romy Gajdera drei wichtige Spielerinnen zurück. Ihre Rückkehr erhöht die Wahrscheinlichkeit, nicht nur in der ersten Runde des DFB-Pokals, sondern auch in der Regionalliga erfolgreich zu sein. Dort heißt das Ziel nach Platz zwei in der abgebrochenen Vorsaison dieses Mal Erreichen der Aufstiegsrunde. Vom Titel will Bross dagegen trotz der starken Spielzeit 20/21 nicht sprechen. „Viele Teams haben sich verstärkt und es war eine lange Pause“, erklärt die Wormatia-Trainerin. Wie gut sich die Wormserinnen verstärkt haben, wird sich erstmals am Sonntag zeigen.