TSV Schott Mainz wirbelt Bahlinger SC durcheinander

So sieht‘s aus: Die Mainzer bejubeln Leon Kerns (Dritter von rechts) Treffer zum 2:0. Foto: hbz/Jörg Henkel

Der abstiegsbedrohte Regionalligist TSV Schott Mainz findet gegen den Bahlinger SC zu seiner Stärke aus der ersten Saisonphase zurück.

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MAINZ. Dieses Spiel hatte was vom Saisonstart. Ein TSV Schott Mainz, der spritzig und mit vielen Tiefenläufen nach vorne Druck macht, Tore schießt, entschlossen verteidigt und gewinnt. So, wie es in den ersten vier Regionalliga-Heimspielen im September und Oktober klappte. 3:1 (3:1) siegte der Aufsteiger gegen den bisherigen Tabellensiebten Bahlinger SC. Mit Schwung und Enthusiasmus, hoch verdient.

Janek Ripplinger und Leon Kern wurden nach dem Spiel vor die Klub-Mikrofone gebeten – zwei Matchwinner. Zweimal ging Kern auf der rechten Seite durch, beide Male von Ripplinger in den Lauf gespielt. Erst wurde Kern gefoult, Tim Müller verwandelte den fälligen Strafstoß (8.). Dann traf der zum offensiven Außenverteidiger umfunktionierte Stürmer ins kurze Eck, nachdem sein Abspiel in die Mitte ihm selbst wieder vor die Füße gefallen war (23.).

Es war der verdiente Lohn einer sehr offensivfreudigen ersten halben Stunde, BSC-Keeper Marvin Geng verhinderte gegen Ripplinger (14.) und Raphael Assibey-Mensah (25.) mit starken Paraden eine höhere Führung. Mit Santiago Fischers 17. Saisontor, über rechtsaußen vorbereitet, kamen die kombinationssicheren Gäste ins Spiel (33.) und übten kräftig Druck aus. Umso erlösender das 3:1, das Ripplinger mit einem dynamischen Dribbling über links inszenierte. Silas Schwarz musste die Flanke nur noch ins leere Tor drücken (45.+2).

„Wir haben ein klasse Spiel abgeliefert“, hält Ripplinger fest, „kämpferisch war das top, das hat schon beim Warmmachen angefangen. Es tut uns gut, dass wir nicht mehr immer nur englische Wochen haben.“ Jost Mairose pflichtet bei. „Wir haben uns vorgenommen, mit offenem Visier zu spielen und überall auf dem Feld ins Eins-gegen-Eins zu gehen“, sagt der Mittelfeld-Motor, „in der zweiten Halbzeit haben wir es wie eine richtige Männermannschaft verteidigt. Das war wieder wie beim Saisonbeginn. Man merkt, dass wir wieder mehr Frische aufs Feld bringen.“

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Stürmischer Start nach dem Seitenwechsel

Vier ganz dicke Chancen hatte der TSV allein in rund einer Viertelstunde nach Wiederbeginn. Das einzige Mal, dass Keeper Tim Hansen wirklich gefordert war, war bei Shqipon Bektasis Abschluss aus abseitsverdächtiger Position (55.). Mehr ließen die Mainzer nicht zu, die zudem bis zuletzt mit steilem, planvollem Spiel und Spurts in die Tiefe dem Gegner zusetzten. Kein Wunder, dass Bahlingen drei seiner fünf Verteidiger auswechselte, um dem Schott-Wirbel zu trotzen.

Man sah in dieser Partie, was möglich wäre, wenn der TSV eine normale Regionalligasaison spielen würde, die nicht durch November-Trainingsstopp, Blitz-Restart, fehlende Winterpause und unzählige englische Wochen zerschossen wird. „Wir können mehr riskieren, offensiver agieren und müssen nicht so sehr im Block stehen, wenn die Frische da ist“, sagt Trainer Sascha Meeth, der von einer „von allen grandiosen und in der zweiten Halbzeit noch souveräneren“ Leistung spricht. Ebenfalls ein Erfolgsrezept: „Wir orientieren uns nicht an der Tabelle, sondern wollen einfach unsere Leistung bringen“, sagt Ripplinger. „Die Unbeschwertheit ist zurück. Wir wollen jedes Spiel genießen und Vollgas geben“, betont Mairose.

TSV Schott Mainz: Hansen – Raltschitsch, Müller (20. Ahlbach), Hermann – Kern, Demirbas (82. Rinker), Mairose (82. Fring), Hahn – Schwarz, Ripplinger, Assibey-Mensah (69. Del Vecchio).