TSG Hechtsheim setzt im Verbandspokal ein Ausrufezeichen

Der Hechtsheimer Sebastian Endriß (rechts) behauptet den Ball gegen Navid Khazaei. Foto: hbz/Jörg Henkel

Fußball-Bezirksligist TSG Hechtsheim hat sich im Verbandspokal gegen die klassenhöhere TSG Bretzenheim durchgesetzt. Und das deutlich. Wir erklären, wie es dazu kam.

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MAINZ. „Jeder Schuss ein Treffer“, schallt es mit einer Mischung aus Begeisterung und Erstaunen aus den Reihen der rund 100 Hechtsheimer Tribünengäste. Die heimische TSG hat die Bretzenheimer mit einem 4:1 (1:1) in Runde zwei aus dem Fußball-Verbandspokal gekegelt. Weil wirklich fast jeder Treffer saß. „Bretzenheim spielt eine Klasse höher, hat gute Fußballer drin. Unser Umschaltspiel hat super geklappt“, fasst Hechtsheim-Coach Steffen Herzberger das Geschehen zusammen. „Wir haben es verpasst, in den ersten 20, 30 Minuten den Sack zuzumachen“, hält 46-Trainer Timo Schmidt fest, „wir waren heute einfach schlecht.“

Favorit verzettelt sich immer wieder

Es war das typische Pokal-Duell Favorit gegen Underdog. Die Bretzenheimer, das individuell stärkere und spielerisch reifere Team, ließ die Kugel zirkulieren, verzettelte sich aber immer wieder, je näher das Tor kam, in immer mehr Kurzpässen und lief sich so teilweise die eigenen Angriffe zu – gegen einen beherzten Gegner, der leidenschaftlich verteidigte und immer wieder mit langen Steilpässen und Spurts in die Tiefe Lücken riss. So in Minute 18, als die Gäste eine ihrer anfangs vielen Torgelegenheiten liegen ließen – und einen langen Ball später Muhammed Dirican zum 1:0 sprintete. Eine Reihe solcher Situationen gab es. Viele Male liefen die Hechtsheimer Stürmer vergebens, aber sie liefen eben immer wieder und oft genug klappte es.

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Irgendwie typisch, dass der Bretzenheimer Ausgleich vom Elfmeterpunkt fiel – der gefoulte Linus Wimmer vollstreckte selbst (39.). Denn aus dem Spiel heraus fehlte die Zielstrebigkeit. Einfach schlägt kompliziert, das bewies Ljupko Condric, der nach Niklas Selenkas Fehlpass Richtung Tor spurtete und aus 22 Metern netzte (63.). Und das bewies 60 Sekunden später Duc Hai Thai, der nach Condrics Balleroberung samt Steilpass auf 3:1 stellte (64.). Damit war das Spiel durch, Condric krönte seine Leistung mit einem Heber ins leere Tor zum Endstand (90.+5). Die in den letzten 14 Monaten runderneuerte Herzberger-Elf machte viel mehr aus ihren Möglichkeiten als der Gast aus der Landesliga und siegte deshalb hoch verdient.

TSG Hechtsheim: Seifert – Shrestha, J. Diether (68. Hamadouche), Wirbelauer, M. Diether – El Mourabit, Condric – Hartit, Coban, Thai (80. Gassama) – Dirican.

TSG Bretzenheim: Brühl – Szep, Poseck, Popp (83. Müller), Lüdtke (46. Selenka) – Weiner, Zimmermann (68. Dorsheimer), Wimmer (74. Janz) – Fischer, Rothenburger, Khazaei.