TSG Bretzenheim vergibt ersten Matchball zum Aufstieg

Umkämpft wie schon das Hinspiel (im Bild) war das erneute Aufeinandertreffen der TSG Bretzenheim (blaue Trikots) mit dem FSV Schifferstadt. Archivfoto: hbz/Jörg Henkel

Alles war gerichtet für die Aufstiegsparty des Landesligisten TSG Bretzenheim. Doch dann sorgte der FSV Schifferstadt für eine Überraschung.

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SCHIFFERSTADT. Knappe sieben Stunden liegen zwischen Ein- und Ausstieg. Der Tag war wie gemalt für frohe Stunden. Die TSG Bretzenheim hatte alle Vorbereitungen ergriffen, um den erstmaligen Sprung in die Fußball-Verbandsliga zu feiern. Schließlich hatte man es in der eigenen Hand. Doch es sollte anders kommen.

12.34 Uhr, Abfahrt. Auf Höhe Nieder-Olm geht die Musikbox an, stimmt sich der Anhang mit Schobbe und Pilsken ein. Zur Einfahrt an der Anlage des FSV Schifferstadt läuft eine knappe Stunde später „Im Schatten des Doms“. Die Mannschaft wirkt ruhig, fokussiert, aber nicht nervös. Auch beim Warmmachen nicht.

14.58 Uhr, der Weg aus der Kabine wird mit Trommeln und „Auf geht’s Bretzenumer Jungs“ begleitet.

15.05 Uhr, nach den Ehrungen der Platzherren der Anpfiff. Die TSG startet gut – und kommt bald vom Weg ab, lässt sich vom rustikalen Pfälzer Lang-und-weit-Stil und vom holprigen Rasen fehlleiten.

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15.46 Uhr, der FSV führt, Jason Müller staubt nach Flanke und Pfostentreffer ab (41.). Pause. Die TSG kommt entschlossen zurück, drückt pausenlos.

16.30 Uhr, Kadir Aygurlu scheitert am Pfosten und im Rebound aus einem Meter. „Es ist gleich soweit!“, spricht Trainer Daniel Pollner aus, was alle denken. Eine Viertelstunde später wird Luca Scherers Kopfball von der Linie geputzt. Inzwischen weiß man auf der Bank, dass Verfolger Grünstadt führt.

16.57 Uhr, Abpfiff. 0:1. Das Bangen setzt ein. Die Spieler hocken deprimiert auf dem Rasen, während Ex-Clubchef Markus Beer Aufbauarbeit leistet. „Wir haben es noch in unserer Hand!“

17.27 Uhr, das Ergebnis aus Ruchheim ist da. 2:2, Grünstadt lässt Federn, der TSG hätte ein Punkt gereicht. „Das kann doch nicht sein“, schüttelt Keeper Nico Mock den Kopf. Und analysiert: „Es war schwer, spielerische Akzente zu setzen. In der zweiten Halbzeit waren wir spielerisch überlegen, haben uns aber nicht belohnt.“ 8:2 klare Chancen zählte Pollners Trainerkollege Timo Schmidt pro TSG. „Mit dem ersten gröberen Foul ist es gekippt. Wir hatten keine Zielstrebigkeit im Abschluss.“ Auf dem ersten Naturrasen-Spiel in der Aufstiegsrunde brauchten die Bretzenheimer zu lange, um sich einzugrooven.

Kommende Woche sind sie zum Zuschauen verdammt. Gewinnt Grünstadt gegen Schifferstadt, braucht die TSG am 5. Juni in Büchelberg einen Punkt. Sonst steht ein Entscheidungsspiel an, der Verlierer geht dann in die Aufstiegsspiele. Gewinnt Grünstadt nicht, kann die TSG die Korken knallen lassen. Es kann ein langer Juni werden, wobei es an der TSG selbst ist, genau das zu vermeiden.

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19.27 Uhr, als der Bus wieder in Bretzenheim ankommt, hat sich diese Erkenntnis durchgesetzt, waren aus traurigen optimistischere Gesichter geworden. Freitag steht eine gemeinsame Funzelfahrt an. Die Pläne für die Aufstiegsfete stehen längst.