SWFV strebt nach modernisierenden Impulsen im Fußball

Dr. Hans-Dieter Drewitz Foto: SWFV

Sportbetrieb und Management - Dr. Dieter Drewitz will den SWFV in seiner letzten Amtszeit als Präsident fit für die Zukunft machen. Ob der Verbandstag am Samstag mitspielt?

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MAINZ. Gut möglich, dass der neue Modus mit den zweigeteilten Ligen und den Auf- und Abstiegsrunden im Südwestdeutschen Fußballverband (SWFV) über die nächste Saison hinaus zum Standard wird. „Warum nicht?“, fragt Dr. Dieter Drewitz eher rhetorisch: „Man muss Neues probieren und sehen, ob es bei den Vereinen Anklang findet“.

Diesen Prozess, der durchaus auch in der Rückkehr zum klassischen Modus münden kann, würde der Haßlocher gerne moderieren. Auch das ist ein Grund, weshalb er am Samstag beim Verbandstag wieder zum Präsident des SWFV gewählt werden möchte. Bislang ist kein Gegenkandidat bekannt.

Der 72-Jährige sprüht vor Tatendrang. „Wir, der Amateurfußball, müssen zurück zur Normalität, zur Sichtbarkeit“, formuliert er als primäre Aufgabe der nächsten Wochen und Monate. Das Leben müsse zurückkehren auf die Fußballplätze in den Dörfern und den Städten. So wie es war, ehe Sars-Covid 19 das soziale Leben lahmlegte.

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Darüber hinaus will der Jurist frischen Wind in die Verbandsarbeit bringen. Jüngere, er meint die „U 30“-Generation, sollen eine eigene Plattform bekommen, um sich und ihre Interessen besser einbringen zu können. Dazu soll ein eigener Ausschuss eingerichtet werden, dessen Delegierte wiederum in allen Verbandsgremien Sitz und Stimme haben sollen – vorausgesetzt, der Verbandstag stimmt diesem Vorschlag zu.

Dr. Drewitz wirbt intensiv für diese Satzungsänderung, weil er sich davon neue, spannende Impulse für die Verbandsarbeit verspricht. So wie bei der Einführung des eFußballs, was für den SWFV eine Bereicherung sei. Und zwar als Ergänzung zum klassischen Angebot, nicht als Konkurrenz. Und eben so will er auch die Idee vom neuen Ausschuss verstanden wissen. Es ginge nicht darum, einen Staat im Staat zu gründen, sondern andere Sichtweisen in die Verbandsarbeit zu integrieren.

Der sportliche Schwerpunkt soll in den nächsten Jahren auf der Kinder- und Jugendarbeit liegen. Hier liegt der Akzent auch auf der Philosophie, dass „kein Kind, das Fußball spielen will, auf der Ersatzbank sitzen soll“. Das bedeutet, neue Spielformen zu etablieren. Obwohl es hier oder da Ressentiments gebe, sei eben das eine große Chance auch für Vereine mit kleineren Jugendabteilungen.

Erstmals in der Geschichte des SWFV findet der Verbandstag virtuell statt. Wegen der coronabedingten behördlichen Auflagen ist keine Präsenzveranstaltung möglich. Wie lange die Sitzung dauern wird, mag niemand vorhersagen. Nur: „Alle, die ein Anliegen haben und sich äußern möchten, bekommen die Gelegenheit dazu“, verspricht SWFV-Geschäftsführer Michael Monath.

Die Debatte könnte lang werden. Schließlich bargen die zurückliegenden anderthalb Jahre viel Zündstoff. Nicht jeder war zufrieden damit, wie das SWFV-Präsidium die pandemiebegründete Krise spieltechnisch managte. Mancherorts wurde bedauert, dass der SWFV die Punktspielserien nicht früher beendet hatte.

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Das noch amtierende Präsidium, dessen Mitglieder übrigens alle zur Wiederwahl antreten, stehe einer solchen Diskussion aufgeschlossen gegenüber, sagt Dr. Drewitz. Die außergewöhnliche Herausforderung sei aus seiner Sicht jedoch ordentlich gelöst worden. Es seien viele Faktoren und Interessen zu berücksichtigen gewesen, was sich aus Sicht einzelner Vereine nicht immer erschloss.

Es soll seine letzte Amtszeit als SWFV-Präsident werden, kündigt Dr. Drewitz an. Eine Änderung wird es auch in der Leitung des Spielausschusses geben. Lothar Renz bewirbt sich um die Nachfolge von Jürgen Veth, der sich künftig auf sein Amt als erster Vizepräsident konzentrieren möchte.