SV Gonsenheim: Unglückliche Niederlage gegen Primus Koblenz

Der SVG mit Raffael Grigoryan (li.) bereiten Koblenz um Nihat Farajli Probleme. © hbz/Kristina Schäfer

Die Mainzer Oberliga-Fußballer haben streckenweise mehr vom Topspiel, die besseren Chancen und verschießen einen Elfer. Dennoch unterliegt der SV Gonsenheim der TuS Koblenz 1:2.

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GONSENHEIM. Ihr sechstes Topspiel brachte die erste Niederlage. 1:2 (1:1) hat der SV Gonsenheim gegen Oberliga-Spitzenreiter TuS Koblenz verloren, obwohl in beiden Hälften früh die Chance bestand, die Partie auf die eigene Seite zu lenken. Als er nach dem Abpfiff erleichtert auf die Knie sank, stellte Michael Stahl, der 35-jährige, zweitligaerfahrene Spielertrainer der Gäste, auch den Platzherren ein Zeugnis aus. Diese Hürde am Wildpark war eine hohe.

"Das war die Tagesform, heute hat uns die Effektivität gefehlt", sagt Lukas Rodwald, der aus der Innenverteidiger-Position heraus das Gonsenheimer Spiel ankurbelte. "In der zweiten Halbzeit hatten wir das Spiel im Griff. Schon in der ersten Hälfte hatten wir Riesen-Torchancen, insgesamt hatten wir mehr vom Spiel", sagt Kapitän Damir Bektasevic, "am Ende hat Koblenz gejubelt, als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen."

Erst Elfmeter-Fehlschuss, dann Gegentor

Bektasevic hätte seine Mannschaft auf die Siegerstraße führen können, setzte aber den nach Foul an Khaled Abou Daya unstrittigen Elfmeter an den Querbalken (52.). "Es tut mir Leid für die Jungs, ich hätte einen großen Beitrag leisten können", sagt der sonst so sichere Elfmeterschütze geknickt. Kurz danach landete ein in die Mitte gechippter, zweiter Ball beim starken Dylan Esmel, der aus dem Rückraum das Koblenzer Siegtor schoss (56.).

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Mit dem 1:2 war es ein völlig anderes Spiel. Mit ihrer frühen Führung hatten die Gonsenheimer die TuS aus der Deckung gezwungen, nun verteidigte das Oberliga-Bollwerk unbeirrt tief und stabil. Gonsenheim rannte an, kombinierte sich oft bis an und in den Strafraum, kam aber nur noch zu Halbchancen - immer war ein Bein im Weg. Das war zu Beginn noch anders. Bektasevics Steckpass verwertete Abou Daya, den Keeper umkurvend, zum 1:0 (5.).

Das war der Plan in einem 4-1-3-2-System - die Deckung binden, aus dem Zwischenraum auf die Abwehrkette laufen. Zwei Durchstecker auf Abdellatif El Mahaoui brachten in der Startphase Gefahr, Abou Dayas Konterlauf endete mit einer Ecke (19.). Doch die TuS reagierte auch schnell auf den Rückstand, wurde durch Esmel (7./Außenpfosten), Erijon Shaqiris freien Kopfball (8.) und Damir Grgics Flachschuss (15.) brandgefährlich. Daher passte auch das 1:1 durch Shaqiri (25.), als dem SVG eine eigene Ecke um die Ohren flog.

Ohne die Fixpunkte Christian Jindra und den grippegeschwächten Yannik Ischdonat sowie im neuen System fehlte nach dem spielfreien Wochenende der Flow. "Koblenz hat eine Super-Restverteidigung, spielt sehr risikofrei", analysiert Bektasevic. Der SVG seinerseits probierte es konsequent flach, ging ins Risiko. Das klappte schließlich zuvor Woche um Woche prima. "Wir verlieren zu viele Bälle in der Vorwärtsbewegung, spielen nicht mehr unser Spiel", ärgert sich Trainer Anouar Ddaou nun über den zwischenzeitlichen Bruch im Gonsenheimer Vortrag.

Der doppelte Rückschlag nach Wiederbeginn wiederum brachte seine Mannen nur kurz aus dem Tritt, dann probierte der SVG viel, rannte an. Aber gegen eine derart stabile Defensive müssen die Abläufe perfekt passen. "Mit dem Einsatz bin ich zufrieden, aber ich hätte mir mehr Struktur und Ordnung gewünscht", sagt Ddaou nach dem "erwartet engen Spiel": "Glückwunsch an Koblenz, das ist harte, ehrliche Arbeit."

SV Gonsenheim: Simon - Nagayoshi (46. Kallo), Rodwald, Kömesögütlü, Zeghli (78. Juricinec) - Yilma - Rennstich (89. Fröls), Bektasevic, Meslem (78. Ischdonat) - Abou Daya (66. Grigoryan), El Mahaoui.