Sebastian Schmitt: Mainz statt Jena oder Aalen

Sebastian Schmitt (TSV Schott Mainz, rechts) behauptet den Ball gegen Kristian Gaudermann vom FC Gießen. Am Samstag geht es für Schmitts Team gegen die SGS Großaspach. Foto: Moritz Kegler

Warum der Finther Sebastian Schmitt nun in der Regionalliga für den TSV Schott aufläuft.

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MAINZ. Gut, wenn man sich länger kennt. Als Sebastian Schmitt sich in der Sommerpause im Probetraining beim TSV Schott Mainz vorstellte, wäre Trainer Sascha Meeth nicht auf die Idee gekommen, den 25-Jährigen zu verpflichten – wüsste er nicht, was Schmitt wirklich drauf hat. Über 100 Regionalligaspiele standen in der Vita, als die Zeit des früheren Wormsers bei Alemannia Aachen zu Ende ging. Schmitt stellte sich in Jena und in Aalen vor – und schwenkte dann um auf eine Rückkehr in die Heimat.

Neun Monate Pause wegen Knöchelverletzung

Wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht, kann man fest davon ausgehen, dass Schmitt im Regionalligaspiel gegen die SGS Großaspach (Samstag, 14 Uhr) wieder die linke Seite beackert. Der Finther, der nun mit seiner Freundin in Alzey wohnt, war neun Monate mit einer Kombination aus Knöchelbruch, Syndesmose- und Innenbandriss in seinem starken linken Fuß außen vor, der Schmerz blieb auch nach der Reha. „Vor allem in der Birne und in den Zweikämpfen merkte man das“, erzählt Meeth – und schickte Schmitt zu Physio Jürgen Griesinger. Seither habe sich der Neuzugang „in Warpgeschwindigkeit akklimatisiert“, menschlich und sportlich.

„In Aachen habe ich mich sehr wohl gefühlt, das war meine bisher schönste Zeit“, erzählt Schmitt. Doch die Entscheidung, ob er bleiben darf oder nicht, zog sich lange hin. Der Entschluss, in die Heimat zurückzukehren, reifte. Statt sich mit dem Fußball das Masterstudium Sportmanagement zu finanzieren, soll nun ein Job als Werkstudent her. Der TSV Schott hat die Kontakte, und er bietet eine sportlich reizvolle Alternative zum Aachener Profi-Leben auf gleichem Liga-Level. Bei der Alemannia erlebte der Blondschopf tolle Momente, volles Haus im Pokal gegen Leverkusen, Testspiel gegen den BVB, aber mit Patellasehnenentzündung und Mittelfußbruch auch weitere schmerzliche Rückschläge.

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Über Tim Müller kam der Kontakt zum TSV zustande, wo er auf viele bekannte Gesichter aus 05-Zeiten traf. Meeth zählt auch dazu. Als der 46-Jährige mit U 13 und U 14 nach Coburg ins Trainingslager fuhr, kümmerten sich Schmitts und Patrick Huths Mütter um die Verpflegung. Man blieb in Kontakt, Meeth beobachtete den Karriereweg des variablen Flügelspielers. Gesund bleiben, Leistung zeigen und den jüngeren Spielern helfen, ist Schmitts persönliches Ziel für die Rückkehr zum TSV, wo er als A-Junior schon ein Jahr spielte. „Die Mannschaft ist super, da steckt noch viel mehr drin, als wir bisher rausgeholt haben“, ist sich der frühere U15-Nationalspieler sicher.

In den nächsten Wochen werden die Mainzer ohne Hüseyin Bakirsu auskommen müssen, der sich kurz vor Schluss beim Test gegen die U 19 der 05er das Handgelenk bracht. Beim 1:1 feierte Christian Hahn sein Tor-Comeback. Beim Kräftemessen der Reservisten und Rekonvaleszenten war Meeth sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Gegen Großaspach droht Janek Ripplinger mit Adduktorenproblemen auszufallen.