Mainz 05 II-Kapitän: „Auf dem Platz sind wir eine Festung“

Benko Sabani (links, im Duell mit Ex-Club RW Koblenz) übernimmt gern Verantwortung. Foto: imago/Eibner

Es ist der Ruf als Talentschmiede, den Benko Sabani zur Mainzer U 23 bringt. Der Mittelfeldspieler übernimmt sofort Verantwortung. Gegen Hessen Kassel soll die Erfolgsserie halten.

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MAINZ. Die erste Vier-Siege-Serie am Regionalliga-Saisonstart riss daheim gegen Stuttgart II. Die zweite wollen die U 23-Fußballer des FSV Mainz 05 am Samstag (14 Uhr) gegen Hessen Kassel fortsetzen. Es gilt Rang eins zu sichern.

Aber wie wichtig ist das der Mannschaft? „Platz eins, das gefällt jedem“, erzählt Kapitän Benko Sabani. „Aber es als Ziel zu formulieren, das war noch nie Thema. Wir schauen von Spiel zu Spiel. Diese Liga ist verrückt, jeder kann jeden schlagen. Dass jeder in jedem Spiel 100 Prozent gibt, ist die Basis, und das klappt. Wir richten den vollen Fokus auf uns selbst.“

Guter Ruf als Talentschmiede bringt 21-Jährigen nach Mainz

Schon im ersten Testspiel trug der 21-Jährige, der von Rot-Weiß Koblenz kam, eine Halbzeit lang die Binde, nun liegt sie Spieltag für Spieltag an seinem Platz in der Kabine. „Ich bin ein Anführer, das ist mein Charakter“, sagt Sabani, „es ist eine Ehre, die ich in jedem Spiel zurückgeben muss.“ Den Fokus voll auf das Gegenwärtige zu richten, ist das Erfolgsrezept der U 23, in der natürlich jeder junge Spieler seine Karriereziele verfolgt.

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„Wir haben eine gewisse Konstanz und Mentalität, die wir jedes Spiel abrufen, und einen solchen Teamspirit, dass alle über die Schmerzgrenze gehen“, umschreibt Sabani das Gefüge, das sich schon in den ersten Einheiten im Sommer erkennen ließ. Trainer Bartosch Gaul „motiviert uns immer gut, hält super Ansprachen“, erzählt er, „auf dem Feld fühlen wir uns als Mannschaft wie eine Festung, alle zusammen, jeder für jeden“.

Es war der gute Ruf als Talente-Sprungbrett, der Sabani an den Bruchweg führte. Sechs Jahre spielte er im Gladbacher Nachwuchs, eine Stippvisite zum niederländischen Erstligisten FC Emmen brachte wertvolle Erfahrungen, aber keine Spielpraxis. Die holte er sich vorige Rückrunde in seiner Heimatstadt, wo er nach Jahren allein im Internat wieder bei der Familie lebte. „Das hat mir Energie gegeben.“ Ein Schritt zurück, zwei nach vorne, war der Plan.

„Für Mainz habe ich mich als nächsten Schritt entschieden, weil die Ausbildung bei einem Bundesligaverein eine andere ist. Ich falle noch zwei Jahre unter die U 23-Regelung, dann möchte ich einen Step nach oben machen“, blickt Sabani auf seinen Wechsel an den Bruchweg. „Ich fühle mich sehr wohl. Mainz 05 ist ein sehr familiärer Verein, der Staff ist top, die Menschen um den Verein herum sind top.“ Und die Mannschaft? „Wir sind ein richtig familiärer Haufen.“

Sabani kam in Hechtsheim unter, und auf seiner Wunschposition. Auf Sechs oder Acht fühlt er sich am stärksten, gern neben Routinier Stephan Fürstner. „Ich schwärme richtig von ihm. Man fühlt sich als junger Spieler geehrt, neben so einer Persönlichkeit zu spielen. Ich lerne enorm viel von ihm“, sagt Sabani, der drei U 17-Länderspiele für Deutschland machte und letztes Jahr mit der U 21 des Kosovo gegen England spielte. Seine Ziele? „Ich will gesund bleiben, das ist das Wichtigste, und dann Schritt für Schritt immer noch einen Schritt höher kommen. Ich will Bundesligaspieler werden, das treibt mich Tag für Tag an.“

Der nächste Schritt wird mühsam, die Hessen wissen zu verteidigen, sind konditionell stark. Leon Petö (Faserriss) und Marc Fichtner (Gelbsperre) fehlen, Giuliano Modica ist fraglich.