Fußball: Trainerduo der Erfolgsgarant bei Kastel 06

Vor der Runde locker, während der Saison meisterlich: Die Fußballer von Kastel 06 haben sich den Aufstieg redlich verdient. Foto: Kastel 06

Christian Neumann und Thomas Nikelski hieven das Kreisoberliga-Team der FVgg. Kastel 06 ungeschlagen in die Fußball-Gruppenliga. Weitere drei Zugänge.

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KASTEL. Die Zahlen sind eindeutig: 18 Siege, drei Unentschieden, keine Niederlage und elf Punkte Vorsprung auf Tabellenplatz zwei. An der Meisterschaft der Fvgg. Kastel 06 in der Fußball-Kreisoberliga Wiesbaden gibt es – trotz des vorzeitigen Saisonabbruchs – keinerlei Zweifel.

Kleiner Umbruch nach dem Trauma: In der vergangenen Saison hatten die Kasteler den Aufstieg in die Gruppenliga in der eigenen Hand. Doch mit dem Remis am letzten Spieltag gegen den SV Erbenheim rutschte die Elf auf den Relegationsrang ab. Gegen den Main-Taunus-Vertreter Alemannia Nied platzte der Aufstiegstraum nach der herben 2:7-Klatsche. „Dadurch hatten wir nur eine kurze Sommerpause“, konstatiert Trainer Christian Neumann, der mit Thomas Nikelski einen erfahrenen Mann an seine Seite bekam. Ein bestens harmonierendes Duo, das zum Garant des Aufstiegs wurde. Elf Neuzugänge, darunter Pascal Hertlein und Nelson Karikari, sollten die fünf Abgänge um Goalgetter Kevin Krämer, Ilyasse Attia und Torwart Marco Günther kompensieren.

Schwache Vorbereitungsergebnisse: Die Spieler schienen den verpassten Aufstieg noch nicht verkraftet zu haben. In der Vorbereitung setzte es zunächst acht Niederlagen in Serie. „Die Trainingsbeteiligung und die Trainingsintensität waren gut. Die Spiele konnte man sich allerdings nicht anschauen“, blickt Neumann zurück. Das Trainerteam hegte erste Zweifel daran, ob das Ziel, oben mitzuspielen, realisierbar sei.

Verletzungsfluch: Mit den Siegen in den Spitzenspielen beim Türkischen SV und gegen den SC Meso-Nassau ließen die Kasteler bereits nach vier Spieltagen aufhorchen und setzten sich in der Spitzengruppe fest. Auf den furiosen Saisonstart folgten schwerwiegende Nackenschläge: Sowohl Max Kovtun als auch Pascal Hertlein zogen sich einen Kreuzbandriss zu. Zudem fiel Dennis Sänger ebenfalls mit einer schwerwiegenden Knieverletzung aus. „Durch die Vielzahl an Ausfällen im Mittelfeld mussten wir improvisieren“, merkt Thomas Nikelski an. Daher musste unter anderem Angreifer Philipp Schollmayer seine Torjägerqualitäten aus einer defensiveren Rolle unter Beweis stellen. Doch auch er erlitt – im letzten Spiel vor dem Abbruch – einen Kreuzbandriss. Für ihn kommt ein Einsatz in diesem Jahr wohl zu früh. „Wir werden ihn bremsen. Die Gesundheit geht vor, sonst wäre er in zwei Monaten wieder auf dem Platz“, so Nikelski über seinen ehrgeizigen Schützling. Dagegen arbeiten Hertlein und Kovtun intensiv auf ihr Comeback hin.

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17 verschiedene Torschützen: „Fußball ist ein Mannschaftssport“. Hinter dieser Floskel steckt beim Meister keine bloße Phrasendrescherei. 17 verschiedene Spieler trugen sich in die Torschützenliste ein. „So waren wir unberechenbar“, lautet der Kanon des Trainerduos zu einem der beiden Schlüssel zur Meisterschaft. Dazu entpuppte sich die Defensivarbeit als weiterer entscheidender Faktor. Nur 24 Gegentreffer kassierte der Aufsteiger – Ligabestwert.

Weitere Neuzugänge: Neben den bereits bekannten sieben Neuzugängen schließen sich auch Daniel Münker (FSV Hellas Schierstein), Keeper Messi Azar (SV Presberg) und Gökhan Akinci (TSV Ebersheim) dem designierten Gruppenligisten an. Akinci spielte sich in der Wintervorbereitung in den Kasteler Fokus. Im Duell mit dem TSV gab es ein 2:2. „Gökhan hat das gesamte Spiel von Ebersheim bestimmt. Das hat mich beeindruckt“, erinnert sich Nikelski.

Klassenerhalt das Maß aller Dinge: Die insgesamt zehn Neuen sollen dabei helfen, in der Gruppenliga zu bestehen. „Man muss erst einmal den Verbandstag abwarten und schauen, wie viele Mannschaften letztlich in der Liga spielen werden. Aber unser primäres Ziel ist der Klassenerhalt“, bekräftigt Neumann. Zunächst hofft er darauf, bisher Verpasstes nachzuholen. „Sobald es die Auflagen hergeben, werden wir die Meisterschaft feiern.“

Aufstiegskader der FVgg. Kastel 06: Marius Trnka (16/0/0), Vandad Atashkar (5/0/0), Baran Aktan (3/0/0), Miša Bodor (9/0/1), Christopher Hübner (1/1/0), Nelson Karikari (21/1/1), Thomas Vogt (1/1/0), Kevin Kierek (19/2/1), Yasin Özdemir (2/0/0), Aladin Pilica (4/1/0), Louis Stumpf (13/1/3), Alexander Seebach (18/1/1), Fabio Tallarico (11/1/1), Okan Akyüz (21/2/8), Lionel Amah-Mensah (16/0/2), Krystian Borowski (10/5/2), Timo Boss (21/11/6), Pascal Hertlein (11/9/6), Mansoor Karim (8/0/2), Dennis Sänger (3/1/0) Max Kovtun (4/1/0), Tobias Samfass (7/0/1), Davin Dzaka (3/0/1), Björn Hinrichsen (13/14/1), Kamil Kutluata (19/12/7), Redouane Morchid (7/1/2), Philipp Schollmayer (15/7/13), Benjamin Neffati (4/0/1).-