Dank Slapstick-Strafstoß: SV Gonsenheim schlägt FV Engers

Lange sieht es im Oberliga-Match zwischen Gonsenheim und Engers nach einem 0:0 aus, ehe es in Minute 74 kurios wird – mit dem besseren Ende für den SVG.

Anzeige

MAINZ. Und dann ertönt ein Pfiff. Safet Husic, Keeper des FV Engers, hat sich verletzt, wird behandelt, steht wieder. Der Unparteiische geht zu ihm, lässt mit klarer Geste den Ball fallen. Husics Mitspieler nimmt ihn in die Hand, offenbar statt des Schiedsrichterballs einen Freistoß erwartend, für den es gar keinen Grund gibt. Nicolas Scherer zeigt auf den Punkt. Mustafa Yilmaz schnappt sich den Ball (74.) und legt in einer Partie, die lange einem typischen 0:0-Spiel gleicht, den Grundstein für einen 3:0 (0:0)-Sieg von Fußball-Oberligist SV Gonsenheim.

Die Gäste forderten, absichtlich zu verschießen, aufgrund der kuriosen Situation. Er habe, sagt Yilmaz, kurz darüber nachgedacht. „Aber wenn die die Regeln nicht beachten, ist es nicht unsere Schuld.“ Nun war der Bann gebrochen. Yannik Ischdonat per leicht abgefälschtem 22-Meter-Schuss (90.+1) und André Röll, der eine Ecke volley aus der Drehung ins Tor schoss (90.+4), schraubten das Resultat in die Höhe.

Diagonalbälle prägen das Spielgeschehen

Bis dahin war es harte Arbeit. Bloß keine Ballverluste in kritischen Räumen, das führte zu vielen weit und diagonal geschlagenen Pässen. „Wir wussten, dass es um Zweikämpfe und die Einstellung gehen wird“, sagt Yilmaz, „wenn wir, wie in früheren Zeiten, ekelhaft sind, werden wir auch belohnt.“ Nach dem Salmrohr-0:2 habe jeder gewusst, dass sich Grundlegendes ändern musste. Und nach dem 2:0 in Koblenz war klar: „Wir bleiben bodenständig, heben nicht ab – den Fehler haben wir nach den ersten beiden Siegen gemacht.“ Und schon ist die Wildpark-Elf wieder in der oberen Tabellenhälfte.

Anzeige

Die Null halten, das war laut Yilmaz das Ziel. Anouar Ddaou lobt die „sehr, sehr gute Defensivarbeit“: „Wir haben dem Gegner kaum Torraumszenen zugestanden und wurden dadurch von Minute zu Minute stärker.“ Engers lässt kaum Fehler ungenutzt, wie der SVG-Trainer betont. Da war Stabilität oberste Gonsenheimer Spielerpflicht. „Wenn du alles wegverteidigst, ergeben sich Möglichkeiten.“

Das zeigte der Spielverlauf. Blieben die Abschlüsse vor dem Seitenwechsel noch Mangelware, kam der SVG dem Treffer danach zusehends näher, schaltete zielstrebiger um, verlangte Husic drei, vier Paraden ab. Und das, nach Damir Bektasevics krankheitsbedingtem Ausfall und Christian Telchs mutmaßlicher Zerrung, ohne nunmehr sechs potenzielle Leistungsträger. Ddaous Kurs: „Demütig sein, demütig weiterarbeiten.“ So scheint der SVG die Wende zum Positiven gepackt zu haben.

SV Gonsenheim: Edinger – Juricinec, Telch (31. Ischdonat), Gündüz, Zeghli – Jindra, Yilmaz – Rodwald, Bienek (78. Barroso Rennstich), Lehmann (86. Lautermann) – Röll (90.+5 Nakamura).