Gebürtiger Mainzer mit Kroatien vor größtem Spiel

aus WM in Katar

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Mario Pasalic (rechts) und Torwart Dominik Livakovic jubeln nach dem entscheidenden Elfmeter.

Mario Pasalic verwandelt gegen Japan den letzten Elfmeter und steht mit Kroatien im WM-Viertelfinale. Geboren ist der 27-Jährige in Mainz. Nun steht er vor seinem größten Spiel.

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Mainz. Es gibt da dieses Foto auf Instagram. Ein kleiner Junge, er kann gerade so laufen, jagt einem schwarz-weiß karierten Lederball hinterher. Der Junge trägt ein Trikot der kroatischen Nationalmannschaft. „Es war einmal in längst vergangenen Tagen“, steht dazu geschrieben. Das Foto zeigt Mario Pasalic. Er hat es vor einigen Jahren selbst auf seinem Kanal veröffentlicht. Aufgenommen wurde es 1997, in Mainz. Hier wurde Pasalic am 9. Februar 1995 geboren.

Mario Pasalic trifft entscheidenden Elfmeter

Nun steht der beim Serie-A-Club Atalanta Bergamo unter Vertrag stehende Profi vor seinem größten Spiel. Am Freitag (16 Uhr) trifft der gebürtige Mainzer mit der kroatischen Nationalmannschaft auf Topfavorit Brasilien – und Superstar Neymar. Pasalic war beim WM-Turnier in Katar bisher als Joker unterwegs – kam in jedem der vier bisherigen Spielen von der Bank.

Gegen Japan war er es dann, der den entscheidenden Elfmeter zum Einzug ins Viertelfinale verwandelte. Zuvor hatte Kroatiens Keeper Dominik Livakovic drei japanische Elfmeter gehalten. Pasalic nahm Maß, verwandelte souverän und fiel als erster Elfmeterheld Livakovic um den Hals.

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Odysee durch Europa

Pasalic ging schon als kleiner Junge nach Ende des Kriegs auf dem Balkan wieder mit seiner Familie zurück nach Kroatien. Hier lernte er beim Traditionsverein Hajduk Split das Kicken und feierte den Durchbruch als Profi. Bruder Toni ist noch heute im Trainerstab des Vereins tätig. Anders als von einigen Medien berichtet, ist Marco Pasalic, der kürzlich für Borussia Dortmund in der Bundesliga debütierte, nicht mit dem Nationalspieler verwandt.

2014 wurde der große FC Chelsea auf den Kroaten aufmerksam und verpflichtete ihn als 19-Jährigen. Einen Einsatz für die „Blues” bestritt er jedoch nie. Denn es folgte eine wahre Odysee, die ihn quer durch Europa brachte. Der FC Elche (Spanien), AS Monaco (Frankreich), AC Mailand (Italien) und Spartak Moskau (Russland) hießen seine Leihstationen.

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Duell mit Neymar

Bei Atalanta Bergamo wurde er letztlich endlich heimisch - und zur Stammkraft. Mit den Norditalienern traf er schon einmal auf Neymar - und dessen Club Paris St. Germain. Im Champions-League-Viertelfinale 2020 brachte Pasalic seine Farben sogar in Führung, am Ende unterlag Atalanta 1:2 und schied aus. Das soll diesmal nicht passieren.

Der frischgebackene Familienvater - Ehefrau Marija kennt er schon seit Kindertagen - will auch Brasilien ärgern. Und wenn er wieder den letzten Elfmeter verwandelt, dürften sie in Kroatien und seiner alten Mainzer Heimat nichts dagegen haben.