Wirbel beim FCK wegen möglichem Investoren-Deal

aus 1. FCK

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Michail Ponomarew ist im Sport kein Unbekannter und bereits Präsident und Investor beim KFC Uerdingen und Gesellschafter beim Eishockey-Erstligisten Krefeld Pinguine. Archivfoto: dpa

12 Millionen Euro muss der 1. FC Kaiserslautern bis Mitte März auftreiben, um die Lizenz für die Dritte Liga zu bekommen. Ein potenzieller Investor hat Gerüchte um seine...

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KAISERSLAUTERN. Der 1. FC Kaiserslautern kommt nicht zur Ruhe. Wie „SWR“ und „Rheinpfalz“ berichten, soll zwar ein Investor bereitstehen, der die finanziellen Probleme des Fußball-Drittligisten vorerst beheben könnte. Intern sei es deshalb aber zu Streitereien gekommen an deren Ende nun die Entmachtung von Aufsichtsratschef Patrick Banf stehen könnte.

Ursprung der Diskussionen soll eine Absichtserklärung des russischen Multi-Millionärs Michail Ponomarew sein. Dieser habe mit Aufsichtsratsmitglied Michael Littig verhandelt und soll bereit sein, 30 Millionen Euro in den Verein zu investieren. Damit wäre die Finanzlücke von rund zwölf Millionen, die aktuell noch die weitere Lizenz für die Dritte Liga bedroht, geschlossen. Ponomarew hat inzwischen gegenüber der “Rheinischen Post” dementiert, eine Absichtserklärung unterzeichnet zu haben. “Das sind alles nur Gerüchte”, sagt er. So oder so birgt die Personalie Ponomarew reichlich Probleme.

Die Statuten des DFB verbieten es, dass ein Groß-Investor mehrere Vereine unterstützt. Ponomarew ist allerdings bereits Präsident und Investor des Drittligisten KFC Uerdingen aktiv. Es könnte also zu Problemen mit dem Verband kommen. Zudem scheint der Verein intern uneinig zu sein, was den möglichen Einstieg des Russen betrifft. Wie der „SWR“ vermeldet, planen die Aufsichtsratsmitglieder Michael Littig, der die Verhandlungen mit Ponomarew führte, Paul Wüst und Jürgen Kind in der kommenden Sitzung am Montag die Entmachtung des Vorsitzenden Patrick Banf. Die Entscheidung über einen Einstieg des Russen obliegt letztlich aber auch den beiden Geschäftsführern Michael Klatt (Finanzen) und Martin Bader (Sport). Letzterer hält sich aktuell noch mit der Mannschaft im Trainingslager in Spanien auf. Klatt und Bader seien aber noch nicht auf den Aufsichtsrat zugekommen und wollen sich auf AZ-Nachfrage zur Personalie Ponomarew nicht äußern.

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Fragwürdig erscheint zudem, ob Ponomarew, der in Uerdingen als Präsident auch Entscheidungen zu möglichen Transfers treffen kann, beim FCK in das eigentlich vorgesehene Investoren-Modell passt. Die Mitglieder stimmten im vergangenen Sommer der Ausgliederung auch unter der Prämisse zu, dass der Verein durch ein Vier-Säulen-Modell und einen Beirat, bei dem der Verein immer in der Überzahl ist, vor zuviel Investoren-Einfluss geschützt ist. Zumal Ponomarew wohl auch lediglich als Kreditgeber auftreten könnte und somit nicht zwingend an das Investoren-Modell gebunden wäre. Man müsste also in den Verträgen neu festlegen, welche Rechte und Pflichten der Russe hätte. Banf gilt jedenfalls als Verfechter des Vier-Säulen-Modells. Aber Banf droht nun eben die Entmachtung.

Von Tommy Rhein