Nach Elfmeterschießen: FCK haarscharf an der Blamage vorbei

aus 1. FCK

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Hikmet Ciftci (rechts) und der FCK haben mit Waldalgesheim (links, Can Özer) alle Mühe.  Foto: imago

Mit viel Mühe und ein wenig Glück besiegt der 1. FC Kaiserslautern Alemannia Waldalgesheim im Finale des Verbandspokals und spielt nun im DFB-Pokal.

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PIRMASENS. Mit einem knallblauen Auge ist der 1. FC Kaiserslautern im Verbandspokalfinale gegen Alemannia Waldalgesheim davongekommen. Nach einem ganz schwachen Auftritt setzte sich der Fußball-Drittligist gegen den Oberligisten im Elfmeterschießen durch. In den 120 Minuten zuvor verpassten es die Roten Teufel, aus ihrer optischen Überlegenheit auch Zählbares zu machen. Die größte Chance vergab Lucas Röser per Strafstoß, ansonsten fehlten dem FCK Ideen, Genauigkeit und oftmals auch die nötige Konzentration. Vor 345 Zuschauern im Sportpark Husterhöhe in Pirmasens schlug sich der Außenseiter wacker, ohne selbst wirklich viele Torchancen zu haben. Im Elfmeterschießen scheiterte Michael Widera am Pfosten. Dem FCK reichte das, um doch noch in den DFB-Pokal einzuziehen.

Nach knapp zwei Minuten hätte der Favorit jubeln müssen. Florian Pick wurde im Strafraum freigespielt, vergab die Großchance jedoch kläglich. Die Druckphase der Roten Teufel hielt zwar noch ein paar Minuten an, blieb jedoch ertraglos und ebbte jäh ab. Die Alemannia konzentrierte sich naturgemäß auf die Defensive, hatte durch Angreifer Can Cemil Özer allerdings auch eine erste Schusschance (9.). Wer nun jedoch eine temporeiche erste Halbzeit erwartete, wurde enttäuscht. Der Favorit aus Kaiserslautern agierte behäbig, ließ jedes Tempo vermissen und fiel vor allem durch Ballverluste und Fehlpässe auf. Waldalgesheim hatte entsprechend wenig Probleme, die Roten Teufel vom eigenen Tor fernzuhalten. Einzig eine Kopfballchance von Neuzugang Elias Huth (23.) verdiente es noch, Erwähnung zu finden.

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Dem Oberligisten merkte man mit zunehmender Spieldauer an, dass sie sich mehr zutrauten und spürten, dass der FCK in dieser Tagesform absolut schlagbar ist. Die größte Gelegenheit hatten die Grün-Weißen jedoch, als FCK-Torwart Avdo Spahic versehentlich Alemannia-Angreifer Felix Reißmann anschoss. Der Ball kugelte jedoch letztlich ungefährlich zu Spahic zurück. Auf der Gegenseite wurde der FCK dann mit dem Pausenpfiff nochmals gefährlich. Zunächst scheiterte Pick mit einem Freistoß (45.+1), dann stand Huth nach einer Flanke von Manfred Starke völlig richtig, bekam den Ball jedoch lediglich ans Schienbein, von wo aus er ins Toraus segelte (45.+3).

Patria und der Pfosten halten die Alemannia im Spiel

Zufrieden war FCK-Trainer Boris Schommers mit der ersten Halbzeit ganz sicher nicht. Die richtigen Worte fand er in der Halbzeit allerdings wohl auch nicht. Das Spiel glich dem ersten Durchgang – allerdings ohne die Großchance zum Auftakt. Nach einer knappen Stunde reagierte Schommers dann personell, brachte Lucas Röser und Janik Bachmann für Anas Bakhat und den enttäuschenden Manfred Starke. Wirklich besser wurde das Spiel dadurch nicht, aber Bachmann hatte zumindest die nächste Chance für die Pfälzer, zielte jedoch deutlich zu hoch (70.). In der 72. Minute reagierte dann auch die Alemannia. Nils Gräff, der vergangene Saison noch in der C-Klasse (!!!) spielte, kam zu seinem Pflichtspieldebüt. Und er erlebte direkt den Aufreger des Spiels. Daniel Braun brachte den ebenfalls eingewechselten Mohamed Morabet zu Fall, Schiedsrichter Marcel Schütz entschied auf Strafstoß. Röser, der in der Vorwoche im Halbfinale gegen Morlautern noch traf, scheiterte an Patria. Picks Nachschuss knallte an den Pfosten. Glück für die Alemannia.

Durchatmen beim Außenseiter, Frust beim Favoriten. In den Schlussminuten lebte das Spiel nun von der Spannung und der Hektik. Die Pfälzer blieben optisch überlegen, doch Waldalgesheim traute sich nun endlich auch wieder tiefer in die Hälfte des Drittligisten. Kaiserslautern suchte weiter nach Lösungen, ließ jedoch Genauigkeit und Ideen vermissen. Morabet scheiterte ebenso kläglich (88./89.) wie zuvor seine Teamkameraden, die die zahlreichen Angriffe viel zu unsauber zu Ende spielten. Um ein Haar hätte es in der Nachspielzeit die Quittung gegeben. Die Alemannia kam über rechts durch, Debütant Gräff brachte den Ball scharf aufs Tor, wo Spahic jedoch starke reagierte. Es ging in die Verlängerung.

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Die Kräfte halten und der Keeper hält das 0:0 fest

Nun wurde es auch eine Frage der Kräfte. Eigentlich sollte der Drittligist deutliche Vorteile haben, doch die Alemannia rannte direkt an. Eine erste Ecke verpuffte jedoch. Der FCK übernahm jedoch schnell wieder das Heft des Handelns, kombinierte sich wiederholt nach vorne, blieb aber ineffektiv. Morabet war es erneut, der die größte Chance der ersten Zusatz-Halbzeit hatte – wieder scheiterte er kläglich. Auch ein Freistoß aus zentraler Position änderte daran nichts. Pick scheiterte an der Mauer. Alles andere verteidigte die Alemannia auch weiterhin gut, warf sich in jeden Versuch der Roten Teufel. Noch einmal wechselten die Mannschaften die Seiten, diesmal gehörte den Pfälzern die erste Aktion, Rösers Abschluss fehlte aber die nötige Schärfe. Eine Minute später musste Patria dann jedoch gegen Bachmann mit einer guten Aktion retten (107.). Nach weiteren zähen Minuten marschierte dann Pick am Strafraum entlang und zwang Patria zur nächsten Parade (115.). Waldalgesheim gelang es kaum noch, für Entlastung zu sorgen, der Kräfteverschleiß wurde sichtbar. Mit einer Energieleistung und starkem Zweikampfverhalten schaffte es der Oberligist dennoch ins Elfmeterschießen. Dort stand letztlich nur der Pfosten zwischen den Grün-Weißen und der Sensation.

Von Tommy Rhein