Joker Phillip Tietz rettet SV Wehen Wiesbaden den Punkt

Verler Jubel: Aygün Yildirim schiebt zum 1:0 ein, SVWW-Keeper Tim Boss und Florian Carstens können es ebenso wie der gleichfalls auf der Torlinie postierte Sascha Mockenhaupt nicht verhindern. Am Ende hieß es 2:2 Foto: Jens Dünhölter

Der Drittligist SV Wehen Wiesbaden kämpft sich nach zweimaligem Rückstand beim SC Verl zurück. Für die Hessen ist das aber zu wenig, um sich in Richtung Spitze zu orientieren.

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VERL. Glückliches Händchen von Rüdiger Rehm: Der Chefcoach des Fußball-Drittligisten SV Wehen Wiesbaden brachte Stürmer Phillip Tietz in der Endphase, der sich in der höchst unterhaltsamen Partie beim bärenstarken Aufsteiger SC Verl mit dem Treffer zum 2:2-Endstand bedankte. Für die Hessen zu wenig, um sich endlich näher in Richtung Spitze zu orientieren. Ex-SVWWler Zlatko Janjic war in seinem 200. Drittliga-Spiel der Fixpunkt im Verler Spiel. Wehen Wiesbaden trifft nun am Dienstag (19 Uhr) auf Viktoria Köln.

Debüt des SVWW-Schweden Gustaf Nilsson

Rehm hatte Winter-Zugang Gustaf Nilsson (23) erstmals ins Sturmzentrum beordert. Der Hüne vom Erstligisten BK Häcken mit der Erfahrung von 56 Einsätzen in Schwedens Oberhaus (zehn Tore) war Anfang Januar zum SVWW gelangt, bei dem er einen bis zum 30. Juni 2023 datierten Vertrag unterschrieben hat. Der 1,96-Meter-Mann mit zwei Länderspieleinsätzen (ein Tor) blieb aber bis auf einen weit über den Kasten platzierten Kopfball (33.) in Verl zunächst wirkungslos. Ferner hatte Rehm für Marvin Ajani, der in der Nacht vor dem Spiel Vater geworden war, Moritz Kuhn als Rechtsverteidiger aufgeboten.

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Begonnen hatten die Hessen bärenstark. Benedict Hollerbach schnupperte bei seiner Topchance bereits nach 63 Sekunden an der Führung. Der SVWW blieb couragiert, doch Verl hielt mit Präsenz und Spielstärke dagegen. Janjic nahm den Ball artistisch in der Luft liegend, zielte aber drüber (4.). Die Gastgeber gaben Gas, störten sofort bei Ballbesitz des Gegners. In der 20. Minute segelte eine Rechtsflanke herein. Keeper Tim Boss wehrte mit einer Faust nach links ab. Dort nahm SC-Stürmer Aygün Yildirim an, versetzte einen Gegenspieler und versenkte aus kurzer Distanz mit seinem achten Saisontor. Boss sowie die auf der Torlinie postierten Feldspieler Sascha Mockenhaupt und Florian Carstens hatten das Nachsehen. Janjic hätte kurz vor der Pause um ein Haar erhöht, sein Schuss ging Zentimeter am linken Pfosten vorbei. Die Gäste hatten da bereits längere Zeit den Faden verloren.

Gäste zeigen Moral

„Wir sind nicht unseren Ansprüchen gerecht geworden“, sah SVWW-Sportdirektor Christian Hock zur Pause defensiv wie offensiv Mängel. Aber die Rollenverteilung blieb bei der nächsten Janjic-Möglichkeit (49.) erst einmal unverändert. Doch die Gäste steckten nicht auf. Nach der von Dominik Prokop hereingegebenen Ecke verwandelte Abwehrspieler Jakov Medic mit Saisontor drei per Kopf zum Ausgleich (58.). Die Antwort folgte umgehend: SC-Coach Rino Capretti brachte Patrick Schikowski, der nach einem Ballverlust von Chato in bester Robben-Manier von rechts nach innen zog und den Ball mit links aus 16 Metern im rechten Winkel einschweißte (64.), sein erster Ballkontakt. Drei Minuten später hätte SVWWler Dominik Prokop fast ein ähnliches Kunststück vollbracht, zielte knapp vorbei.

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Lucas Brumme läutete mit seiner Gelegenheit das starke Finish der Gäste ein. Kurz darauf prüfte er erneut Verls Keeper Brüseke, der nur abklatschen konnte – Tietz war zur Stelle und fand insgesamt: „Verl war vor der Pause klar besser, doch ab der 60. Minute haben wir Druck gemacht.“ Rüdiger Rehm sprach von einer pomadig und ängstlich geführten ersten Hälfte und einer deutlich besseren zweiten Halbzeit gegen starke Verler.