Wortpiratin: Eine Auswärtsfahrt, die ist lustig

aus Mainz 05

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Die Unterstützung der eigenen Fans ist auswärts ebenso wichtig, wie im eigenen Stadion. Archivfoto: Bardo Rudolf

Ihre 05-Liebe endet für Wortpiratin Mara Pfeiffer nicht an der Mainzer Stadtgrenze. In ihrer aktuellen Kolumne liefert sie ein leidenschaftliches Plädoyer für die Wichtigkeit...

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MAINZ. Es soll ja Fans geben, denen das gar nicht bewusst ist, aber: Man kann als Fußballbegeisterter seine Mannschaft bei Auswärtsspielen nicht nur im Fernsehen anschauen, sondern auch live vor Ort. Kein Witz! Man fährt dazu einfach in eine andere Stadt und besucht das Stadion des Vereins, gegen den das eigene Team antritt. Dort sitzt oder steht man, je nach Vorliebe, im so genannten Gästeblock. Das ist der kleine, abgetrennte Bereich in jeder Arena, der Platz für die mitgereisten Fans bietet. Sie kennen das vielleicht aus dem eigenen Stadion.

So ein Gästebereich ist immer ein bisschen etwas Besonderes, weil man plötzlich von komplett anderen Menschen umgeben ist als zuhause, wo einem die Nasen im direkten Umfeld doch in aller Regel bekannt sind. Hier nun sammeln sich Vertreter aller heimischen Blöcke gemeinsam in einem Bereich und man lernt plötzlich Leute kennen, denen man bislang nie begegnet ist. Und mit allen hat man etwas gemeinsam: Die Liebe zum eigenen Verein.

Supporters Mainz sind die Organisatoren

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Natürlich sind diese auswärtigen Stadien weiter weg vom heimischen Sofa als die Arena in den Bretzenheimer Feldern, und manch ein Fan mag sich bei dieser Feststellung Gedanken darum machen, wie das mit dem Bierkonsum zusammenpasst, der sich möglicherweise im Stadion in Bereichen bewegt, die zu Fahruntauglichkeit führen. Für dieses Thema gibt es gleich mehrere gute Nachrichten. Die Stadien dieser Republik sind nicht nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln prima zu erreichen, es gibt auch organisierte Busfahrten bis fast an den grünen Rasen.

Organisiert werden Fahrten zum einen vom Verein, zum anderen von den Supporters Mainz. Sie wissen schon, das ist der Dachverband der 05-Fans, der sich auch sonst für die Belange der Vereinsanhänger einsetzt. So eine Busfahrt dauert zwar länger als die Anreise mit dem Auto, dafür kann man dabei gemütlich mit dem Sitznachbarn schnacken und auf Wunsch bereits die ersten alkoholischen Kaltgetränke zu sich nehmen. Außerdem ist das immer auch eine kleine Zeitreise, weil man unterwegs Autobahnraststätten besucht, denen in Sachen Einrichtung und Speisekarte noch niemand Bescheid gegeben hat, dass die 1980er hinter uns liegen.

Busse sind preislich sehr fair

Neue Leute lernt man auf diese Weise übrigens schon unterwegs kennen. Weil man mit dem Fußball im Allgemeinen und Mainz 05 im Speziellen ein gemeinsames Thema hat, kommt man dabei gut ins Gespräch. Wenn man denn möchte, ansonsten bietet sich auch ein gemütliches Nickerchen an. Das gilt besonders für die Rückfahrt, wenn aus dem hinteren Teil des Busses halblaut Schlagermusik tönt und draußen die Lichter der Städte links und rechts der Autobahn vorbeiziehen. Allerdings sollte man sich der Gefahr bewusst sein, dass gemeine Mitreisende dabei sehr unvorteilhafte Fotos von den Schläfern machen können.

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Dieses minimale Risiko steht aber in keinem Verhältnis zu dem Spaß, den die Fahrt zu so einem Auswärtsspiel macht. Die Busse sind übrigens preislich sehr fair, zum nächsten Auswärtsspiel in der Liga nach Mönchengladbach zahlt man schlappe 15 Euro. Dazu ein Steher und fertig ist die Sonntagsplanung in Rot-Weiß. Ich kann Ihnen das nur ans Herz legen: Fahren sie auswärts.

Mara Pfeiffer ist freiberufliche Journalistin und Autorin. Unter anderem von "111 Gründe, Mainz 05 zu lieben" (mit Christian Karn). Aktuell erschienen: "Im Schatten der Arena - der Mainz-05-Krimi". Homepage: www.marapfeiffer.de Mara Pfeiffer bei Twitter: Wortpiratin

Von Mara Pfeiffer