Stimmen nach Mainz 05-Sieg: „Haben auch für Sandro immer...

aus Mainz 05

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Ein perfekter Start: Der neue Mainz 05-Trainer Achim Beierlorzer jubelt mit der Mannschaft. Foto: dpa

Nach starker Leistung gewinnt Mainz 05 auswärts mit 5:1 bei der TSG Hoffenheim. In der Stunde des Erfolges denken die 05-Spieler auch an ihren Ex-Coach Sandro Schwarz.

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SINSHEIM. „Effizienz“, „Disziplin“ und das nach Fußballspielen oft zitierte „Quäntchen Glück“: Das waren die Schlagworte, die nach dem sensationellen 5:1-Sieg des FSV Mainz 05 in Sinsheim von den beteiligten Akteuren immer wieder bemüht wurden. Der neue 05-Trainer Achim Beierlorzer formulierte die Ereignisse nach der Partie folgendermaßen: „Man braucht für solche Erfolge das Quäntchen Glück, das hat man zum Beispiel beim Tor zum 2:0 in Unterzahl gesehen. Damit haben wir es dem Gegner noch schwerer gemacht. Ab diesem Zeitpunkt war die Disziplin sensationell“, schwärmte der Coach und freute sich vor allem über die Umschaltmomente, die sich seine Mannschaft erspielte. „Die waren klasse. Besser und effizienter kann man es in solchen Situationen nicht machen. Die Konter wurden mit einer Entschlossenheit zu Ende gebracht, die bemerkenswert ist. Für uns alle ist es unheimlich wichtig, dass wir die drei Punkte haben.“

Die Analyse seines Spielers Jean-Paul Boetius klang sehr ähnlich. „Fast jeder Konter hat gesessen“, freute sich der Torschütze zum 4:1, der wie seine Teamkollegen auch keine richtige Erklärung dafür hatte, dass der Schalter mit dem neuen Trainer scheinbar von heute auf morgen umgelegt werden konnte. Er versicherte, dass Beierlorzer nichts anderes gemacht habe als sein Vorgänger Sandro Schwarz. „Wir haben einfach sehr gut trainiert und viel geredet“, blickte er auf die erste Trainingswoche mit Beierlorzer zurück und ergänzte: „Wir sind alle Profis. Wir wissen genau, was wir machen müssen, um zu punkten. Wir sind jedes Spiel fokussiert, manchmal klappt es und manchmal nicht. Wir haben auch für Sandro immer alles gegeben. Vielleicht musste es jetzt erst mal so schlecht laufen. Jeder Nachteil hat auch etwas Gutes. Das mit Sandro tut natürlich immer noch weh. Wir müssen mit dem neuen Coach versuchen, alles besser zu machen. Das war in Hoffenheim ein guter Anfang.“ Vergleiche zwischen Schwarz und Beierlorzer stellte er nicht an. Genauso wie Sportvorstand Rouven Schröder. Diese seien „absolut nicht angebracht. Es ist eine Situation entstanden, dass wir einen neuen Trainer haben. Dadurch wurde der Konkurrenzkampf belebt. Jeder wollte sich in der Woche zeigen und nach vorne bringen“, startete Schröder einen Erklärungsversuch für die unerwartet starke Leistung der 05er.

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Der gegen Hoffenheim bärenstarke Keeper Robin Zentner sieht das ähnlich: „Vielleicht haben diese Veränderungen ausgelöst, dass von jedem die Sinne geschärft werden und jeder alles zeigen und beweisen will.“ Er stellte lediglich kleine Veränderungen unter Beierlorzer im Ablauf vor dem Spiel fest. Diese seien aber nur „marginal“. „Der Spaziergang und das Essen vorm Spiel sind zu einer anderen Zeit“, verriet er grinsend.

Trotz aller berechtigten Euphorie nach dem Kantersieg in Sinsheim rief Sportvortand Schröder direkt zur Besinnung auf. „Wir dürfen uns jetzt natürlich freuen, sollten aber auch sachlich bleiben. Wir dürfen das nicht zu hochhängen. Wir müssen auf den Boden bleiben und weiter hart arbeiten“, forderte er. Dem 44-Jährigen war anzumerken, dass mit dem Abpfiff eine Menge Last von seinen Schultern abfiel. „Na klar gab es Druck im Vorfeld“, räumte er ein. „Doch dem haben wir Stand gehalten.“ Und da sein Team scheinbar einen gewissen Druck braucht, baute Schröder diesen dann auch direkt wieder ein wenig auf: „Wir haben schwierige Situationen in der Partie gegen Hoffenheim gut überstanden. Das müssen wir jetzt in der täglichen Arbeit bestätigen. Das soll der Maßstab sein, dass die Mannschaft diese Leistung nun Woche für Woche zumindest ansatzweise auf den Platz bringt.“ Und auch Achim Beierlorzer richtete schnell den Blick wieder nach vorne. In einer Woche steht das Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht auf dem Programm. „Im Derby gegen Frankfurt gilt es nun, nachzulegen.“