Später Rückschlag: Eintracht Frankfurt verliert 1:2 in Wolfsburg

aus Eintracht Frankfurt

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Viel zu tun in der Abwehr von Eintracht Frankfurt: Erik Durm (3.v.r.) grätscht in den Torschuss von Wolfsburgs Maximilian Philipp. Foto: dpa

Lange sah es nach einem Remis aus. Doch kurz vor Schluss musste Eintracht Frankfurt den entscheidenden Gegentreffer beim VfL Wolfsburg hinnehmen.

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WOLFSBURG. Der Weg der Frankfurter Eintracht führt eher nach unten als nach oben. Nach fünf Unentschieden in Folge unterlagen die Hessen am Freitagabend beim VfL Wolfsburg mit 1:2 (0:0). Bas Dost hatte die Eintracht mit einem Elfmeter zwar in Führung gebracht, doch zweimal Wout Weghorst, einmal per Elfmeter, drehte die Partie. Damit wartet die Eintracht seit mehr als zwei Monaten auf einen Sieg, hat jetzt achtmal in Folge nicht gewonnen. Der komplette Vorstand hatte auf die Reise wegen eines positiven Corona-Tests verzichtet. „Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagte Eintracht-Medienchef Jan Strasheim, „wir haben ein starkes Verantwortungsbewusstsein beim Thema Corona und wollen niemanden gefährden.“

Defensive Einstellung der SGE zu Beginn

Der Frankfurter Trainer Adi Hütter hatte die erwartete Mannschaft aufs Feld geschickt. Für den angeschlagenen André Silva stürmte der ehemalige Wolfsburger Bas Dost. Im defensiven Mittelfeld vertraute Hütter auf Sebastian Rode und Stefan Ilsanker, Djibril Sow rückte ein wenig nach vorne. Aymen Barkok blieb zunächst als „Joker“ auf der Bank. Das führte dann von Beginn an zu einer defensiven Einstellung der Gäste. Es war in der Anfangsphase wieder ein Rückfall in Unkonzentriertheiten, Schläfrigkeiten und manchmal auch Hilflosigkeit. Wolfsburg kam vor allem über die linke Frankfurter Abwehrseite immer wieder durch. Der Schweizer Nationalspieler Mbabu und der deutsche Jungnationalspieler Riedle Baku düpierten ein ums andere Mal Evan Ndicka und Filip Kostic und den häufig zu Hilfe kommenden Sebastian Rode. Schon nach fünf Minuten hatten sich die „Wölfe“ fünf Eckstöße erarbeitet. Aber, immerhin, zu Chancen kamen sie nicht.

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Erst in der neunten Minute wurde es gefährlich als Djibril Sow einen Schuss von Xaver Schlager so unglücklich oder eben doch glücklich abfälschte, dass der Ball an den Pfosten trudelte, bevor Torwart Trapp eingreifen konnte. Es war der Frankfurter Torhüter, der als erster Ruhe ausstrahlte und die seinen Mitspieler vermittelte. Es dauerte zwanzig Minuten, dann war die Eintracht wenigstens etwas besser im Spiel. Sow tat sich hervor mit einigen guten Aktionen, auch Erik Durm versuchte viel auf der rechten Seite. Links dagegen hingen die Frankfurter durch.

Kostic ohne wichtige Akzente nach vorn

Kostic war mehr in der Defensive gebunden, als dass er Akzente nach vorne setzen konnte. Die Eintracht war in der Defensive festgenagelt ohne wirklich unter Druck zu geraten. Wolfsburgs Torjäger Wout Weghost hatte nach einer knappen halben Stunde eine Gelegenheit, schoss aus 16 Metern aber zu schwach. Der Rest war Wolfsburger Überlegenheit, phasenweise aber nur eine Scheinüberlegenheit.

Zehn Minuten nach der Pause kam dann endlich Leben ins Spiel. Die Eintracht hatte urplötzlich die ultimative Gelegenheit zur Führung. Dost hatte den Ball im Mittelfeld erkämpft, Kamada und Kostic spielten einen feinen Doppelpass und Kostic stand völlig alleine vor Torwart Casteels. Doch unglücklicherweise hatte Kostic den Ball auf seinem schwächeren rechten Fuß und schoss prompt drüber. Im direkten Gegenzug hatte die Eintracht es ihrem Keeper zu verdanken, dass sie nicht in Rückstand geraten sind. Kostic wollte zurückspielen, Maximilian Philipp und Weghorst konnten nacheinander frei aufs Tor schießen, Trapp konnte beide Male abwehren.

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Spät, aber korrekt auf Elfer entschieden

In der 63. Minute die Frankfurter Führung. Brekalo hatte Sow von den Beinen geholt im Mittelfeld und sah zu recht „Gelb“. Kostic hob den Freistoß hoch nach innen und Anthony Brooks stieß Hinteregger einfach um. Unverständlicherweise ließ Schiedsrichter Markus Schmidt weiterlaufen, doch aus Köln meldete sich der Video-Assistent Benjamin Brandt. Schmidt schaute sich die Szene noch einmal an und entschied dann, verspätet zwar, aber zu Recht auf Strafstoß. Die Überprüfung hatte drei Minuten gedauert, ehe Bas Dost schießen durfte. Und der ehemalige Wolfsburger ließ Torwart Casteels keine Chance. Kurz darauf lag der Unparteiische nach einem Zusammenprall mit Maxi Arnold auf dem Platz, konnte aber weitermachen.

Wie schon zuletzt bei Union Berlin schafften es die Frankfurter aber nicht, ihre Führung länger zu behaupten. So glücklich das 1:0 war, so unglücklich fiel der Ausgleich. Philipp schoss im Strafraum Ilsanker den Ball an die Hand, der Referee pfiff sofort Elfmeter. Weghost ließ in der 76. Minute Trapp keine Chance. Noch einmal bekamen nun die Wolfsburger Oberwasser. In der 78.Minute musste David Abraham nach einem Kopfball des eingewechselten Bialek auf der Linie retten. Und in der 88.Minute war es so weit. Gerade hatte der Frankfurter Trainer mit Barkok und Da Costa zwei frische Spieler eingewechselt, da schlugen die „Wölfe“ zu. Schlager gelang ein feiner Pass in den Strafraum, Weghorst war schneller als Ilsanker und schob ins lange Eck. Das war die Entscheidung.

Von Peppi Schmitt