Mainz 05 widerspricht der Kritik der Umweltverbände

aus Mainz 05

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Zu ihren Auswärtsspielen fahren die 05-Fußballer meistens mit dem Bus. Etwa fünfmal pro Bundesliga-Saison steigen sie ins Flugzeug um. Archivfoto: Mainz 05/rscp

Beim Thema Umweltbewusstsein hat die Bundesliga Luft nach oben, teilte vor zwei Wochen die Deutsche Umwelthilfe mit. Der FSV Mainz 05 – immerhin erster klimaneutraler...

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MAINZ. (slo). Diese Vorwürfe wollte der FSV Mainz 05 nicht auf sich sitzen lassen. Nachdem die Deutsche Umwelthilfe vor zwei Wochen mitgeteilt hatte, dass es im Profifußball beim Thema Umweltschutz noch viel Luft nach oben gebe, hat sich der rheinhessische Fußball-Bundesligist zu der Kritik geäußert.

Man könne an dieser Stelle selbstbewusst den Finger heben und widersprechen, teilten die 05er mit – und verwiesen auf ihre Rolle als erster klimaneutraler Bundesligist. Diesen Titel tragen die Mainzer seit dem Jahr 2010. Bereits 2004 hat der Verein eine Photovoltaikanlage auf dem Tribünendach des Bruchwegstadions installiert, auf der Opel Arena befindet sich außerdem eine Solardachanlage. So werde jährlich der Ausstoß von 470 Tonnen Kohlendioxid vermieden. Als weitere Argumente für das Umweltbewusstsein nennt der Bundesligist die Anreise der Fans mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die von den 05ern gefördert werde.

Doch was ist eigentlich mit dem CO2-Fußabdruck der Profimannschaft? Schließlich fährt oder fliegt diese an 17 Spieltagen pro Saison durch die Republik. Der Mannschaftsbus – über dessen Dieselnorm bereits vor dem Gastspiel in Stuttgart diskutiert wurde –, sei mit der modernsten Abgastechnik ausgestattet, teilten die 05er auf AZ-Anfrage mit. Auf ihren Bus kann die Mannschaft in keinem Fall verzichten, denn darin wird das Equipment transportiert. Bedeutet: Selbst, wenn die Mannschaft fliegt, muss der Bus vor Ort sein.

Apropos Fliegen: Im Schnitt fünfmal pro Saison steigen die 05er vom Bus ins Flugzeug um. Dabei kommt es unter anderem darauf an, wie weit entfernt der Spielort des Gegners ist, aber auch, an welchem Termin das Spiel stattfindet. „Maßgeblich für die Wahl des Verkehrsmittels ist immer die professionelle Abwicklung des Spielbetriebs, dazu gehören schnelle und möglichst stressfreie Reisen und die Berücksichtigung von Regenerationszeiten und -möglichkeiten“, heißt es von Seiten des FSV.

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Die Bahn ist für 05-Profis kein Mittel der Wahl

Auf den Wunsch nach einer stressfreien Anreise ist auch zurückzuführen, weshalb die Bahn von den 05ern nur in äußerst seltenen Fällen als Verkehrsmittel gewählt wird. Die Anreise mit dem Zug habe sich oft als „nicht optimal“ erwiesen. Vor allem wenn es beim Umsteigen zu längeren Wartezeiten gekommen sei, aber auch, wenn im Falle verpasster Anschlusszüge anschließend die Sitzplatzreservierung verfallen sei. Da habe der Verein bereits schlechte Erfahrungen mit der Bahn gemacht. Die Reisen der Spieler, aber auch die der Fans, fließen in den CO2-Fußabdruck mit ein, den sich die 05er jährlich von einem Öko-Institut erstellen lassen.

Seit dem vergangenen Jahr hat das Umweltbewusstsein der 05er außerdem kulinarische Züge angenommen. Da wurde der erste Honig aus Bienenstöcken gewonnen, die an der Opel Arena stehen.