Mainz 05: Verrückt und wild gegen Bayern

aus Mainz 05

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05-Trainer Sandro Schwarz. Archivfoto: Sascha Kopp

Wenn der Rekordmeister aus München am Samstag in Mainz gastiert, erwartet 05-Trainer Schwarz ein "reizvolles Aufeinandertreffen". Man wolle gegen den Favoriten "etwas Wildes...

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MAINZ. Es waren gleich mehrere Hiobsbotschaften, die Pressesprecherin Silke Bannick vor dem Spiel des FSV Mainz 05 gegen den FC Bayern München verkündete. Am Wochenende ist die Autobahn aus Richtung Wiesbaden kommend gesperrt, der Park-and-Ride-Parkplatz am Mainzer Messegelände ebenfalls. Fast meinte man, sich im Verkehrsfunk wiederzufinden und nicht auf der Pressekonferenz eines Fußball-Bundesligisten.

Doch auch aus sportlicher Sicht war die erste Nachricht nicht wirklich gut. Mit Ridle Baku müssen die 05er am Samstag (15.30 Uhr) und für die kommenden acht Wochen auf einen Stammspieler verzichten. Der 20-Jährige zog sich einen Riss des Syndesmosebands zu. Vor dem Heimspiel in der ausverkauften Opel Arena gibt sich der Mainzer Trainer dennoch kämpferisch. Von einer „wir haben eh nichts zu verlieren“-Einstellung will Sandro Schwarz nichts wissen. Wohlwissend, dass es gegen den Rekordmeister eine Topform in allen Bereichen braucht. „Da muss spielerisch, läuferisch und kämpferisch alles zusammenkommen.“ Außerdem brauche man das gewisse Spielglück. „Und du musst hoffen, dass Bayern nicht den besten Tag erwischt.“

Bayern zurück in der Spur

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Diese Hoffnung wurde zumindest in den vergangenen Wochen etwas genährt. Zwischenzeitlich blieben die Bayern vier Spiele ohne Sieg und wie dünn das Nervenkostüm ist, wurde spätestens auf der denkwürdigen Pressekonferenz am vergangenen Freitag deutlich. Doch nach zwei Siegen in Folge scheint die Mannschaft von Niko Kovac zurück in der Spur. „Die Bayern haben gezeigt, dass es in die richtige Richtung geht“, sagte 05-Sportvorstand Rouven Schröder. Es sei normal, dass es unruhig werde, wenn es beim Branchenriesen mal nicht so laufe. „Sie sind klar bei sich“, beurteilte Schröder jedoch den FC Bayern der vergangenen Tage. Das habe man auch bei den Jubelszenen nach Torerfolgen gesehen. „Wir müssen nicht denken, dass wir auf einen Gegner treffen, der verunsichert ist.“

Sandro Schwarz freut sich indes nicht nur auf eine „reizvolle Aufgabe“, sondern auch auf ein Wiedersehen mit Niko Kovac. „Wir haben noch gelegentlich Kontakt“, verriet der 05-Trainer. Die letzten Treffen verliefen aus Sicht von Schwarz weniger schön. Sowohl im DFB-Pokal-Viertelfinale als auch im Bundesliga-Spiel in der Rückrunde verloren die 05er 0:3 gegen die Frankfurter Eintracht, die damals noch von Kovac trainiert wurde.

Baku fehlt: Wechselt Schwarz das System?

Nun folgt das nächste Aufeinandertreffen unter anderen Vorzeichen. „Wir wollen etwas Wildes und Verrücktes starten“, kündigte Schwarz an. Es sei ein großer Reiz, dass die junge Mainzer Mannschaft zeigen könne, was sie auf dem Schläger habe. Mit kurzen Passstafetten soll der FSV vor gegnerische Tor kommen – und wenn möglich auch mal wieder selber treffen. Einer, der dafür zuständig ist, ist Jean-Philippe Mateta. „Er hat gute Laufwege, aber wir müssen ihn noch öfter in Szene setzen“, sagte Schwarz über den 21-jährigem Stürmer.

Bleibt die Baustelle im Zentrum, in dem Ridle Baku in den letzten Wochen elementarer Bestandteil der Raute war. Schwarz will die Diskussion um die Grundformation zwar nicht überstrapazieren, hält aber dennoch einen Systemwechsel für möglich. „Wir haben einige Optionen, die Ridle ersetzen können.“ Da ist zum Beispiel Danny Latza, der in Gladbach nach sechs Monaten sein Pflichtspiel-Comeback feierte. „Er ist bereit für 90 Minuten. Das heißt aber nicht, dass das auch die logische Konsequenz aus Ridles Ausfall ist“, sagte Schwarz. Was für Latza spricht: Bei ihm muss Schwarz keine Rücksicht auf die anstehende Englische Woche nehmen. Beim DFB-Pokalspiel am kommenden Dienstag in Augsburg ist er ohnehin gesperrt. Er hatte im Viertelfinale bei Eintracht Frankfurt die Rote Karte gesehen. Unabhängig von Grundordnung und Startaufstellung gilt: Verrückt und wild soll es werden.