Mainz 05 nimmt Hertha BSC auseinander

aus Mainz 05

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Die Spieler von Mainz 05 jubeln nach dem Tor von Alexander Hack. Foto: Sascha Kopp

Mit dominantem Einbahnstraßenfußball und überragenden Außenverteidigern überrollt das Team von Bo Svensson die planlosen Berliner – ein deutliches 4:0.

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MAINZ. Dominanter Einbahnstraßenfußball am Dienstagabend und am Ende fast ein bisschen Scheibenschießen: Mit einer absolut überzeugenden Leistung und einer selten so erlebten Selbstverständlichkeit überrollte der Fußball-Bundesligist Mainz 05 eine komplett planlose Hertha aus Berlin, die mit dem hochverdienten 4:0 (2:0) noch bestens bedient war. Der Auftritt entzückte die 05-Fans auf den Rängen, begeisterte auch Cheftrainer Bo Svensson, der zum dritten Mal in Folge auf dieselbe Startelf gesetzt hatte. Und wieder mal bestätigt wurde. Allerdings schlüpften dieses Mal nicht Jonathan Burkardt und Karim Onisiwo, sondern zwei andere 05er in die Hauptrolle: die Außenverteidiger Silvan Widmer und Aaron Martin.

Die Hertha stand tief und massiv, agierte äußerst passiv, verspürte keinen Antrieb, zur Attraktivität des Spiels beizutragen. Man lauerte auf Umschaltmomente, die die stabilen Rheinhessen (immerhin die beste Heimabwehr der Liga) nicht zuließen. Mit Mann und Maus verbarrikadierten sich die Berliner rund um den eigenen Strafraum. Die 05er umgingen den Stau im Zentrum, indem sie diagonal verlagert, über die Außen ankurbelten. Trotz drückender Dominanz fiel es schwer, Chancen zu kreieren. Selbst die Mainzer Innenverteidiger agierten bisweilen auf Außenstürmer-Position. Auch beim Führungstor: Der aufgerückte Moussa Niakhaté flankte von der linken Seite fast einmal komplett über den Strafraum zum Rechtverteidiger Silvan Widmer, der allein gelassene Schweizer köpfte zurück, Jae-Sung Lee schlich sich im Rücken von Hertha-Verteidiger Niklas Stark in den Fünfmeterraum und nickte den Ball über die Linie – die überfällige und hochverdiente Führung (19.).

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Jae-Sung Lee von Mainz 05 bejubelt sein Tor gegen Hertha BSC.  Foto: Sascha Kopp
Jae-Sung Lee von Mainz 05 bejubelt sein Tor gegen Hertha BSC. (© Sascha Kopp)

An den Verhältnissen änderte sich auch im Anschluss nichts. Die Ballkontakte der Berliner in der 05-Hälfte konnte man an zwei Händen abzählen, einen davon setzte der eingewechselte Davie Selke mit der ersten Hertha-Chance überhaupt per Kopf übers 05-Gehäuse (36.). Zu wenig, zu dürftig. Die Mainzer bahnten sich mit 67 Prozent Ballbesitz den Weg zum zweiten Treffer – und wieder lieferte Widmer den Assist. Seine weite Flanke von rechts landete diesmal links bei Abwehrkollege Alex Hack, der Innenverteidiger zog aus zwölf Metern ab, der Ball schlug im rechten Eck ein (41.). Der Mainzer Matchplan ging auf, während man schon rätselte, welchen Plan eigentlich die komplett abgemeldeten Gäste mit ihrem neuen Trainer Tayfun Korkut verfolgten. Das war bisweilen ein Klassenunterschied.

Wieder Ärger um Schiedsrichter-Entscheidung

Und daran änderte sich nach der Pause nichts. Die 05er machten genau dort weiter, wo sie aufgehört hatten, zogen ihr Programm durch: mit klarer Struktur, präzisen Ballstafetten und öffnenden Diagonalpässen. Das Spiel kannte nur eine Richtung. Zumal die Außenverteidiger – rechts wie links – nach wie vor absolute Narrenfreiheit genossen. Und diese ausnutzten: In Minute 49 flankte Aaron Martin von links und am langen Pfosten stand wieder Widmer – nach zwei Vorlagen beförderte er den Ball mit dem Kopf direkt ins Tor. 3:0, alles klar.

Gar nicht klar war die Schiedsrichter-Entscheidung zehn Minute später, als Hertha-Verteidiger Stark den enteilten Karim Onisiwo auf der Strafraumlinie von den Beinen holte und nicht auf den Elfmeterpunkt zeigte, was er eigentlich hätte tun müssen. Aarons Freistoß streichelte das Außennetz (59.). Am Ende der Einbahnstraße hatten später noch Marcus Ingvartsen (67.), Aaron (72.) und zweimal Kevin Stöger (85./90.) Chancen, Jean-Paul Boetius vollstreckte aus 16 Metern zum 4:0 (80.).

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