Mainz 05 nähert sich der Idealvorstellung des Trainers

aus Mainz 05

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Immer häufiger setzen die 05er um Jean-Philippe Mateta (rechts) ihren Spielstil durch. Foto: Hübner

Die Videoanalyse des Spiels gegen den VfB Stuttgart hat Sandro Schwarz in der Meinung bekräftigt, dass sich sein Team auf einem guten Weg befindet. Der Coach erklärt, warum.

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MAINZ. Gleich zwei Ursachen gab es dafür, dass Sandro Schwarz im traditionellen Pressegespräch am Dienstag gut gelaunt war. Zum einen war der Trainer des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 immer noch begeistert vom Sieg der deutschen Handballer im WM-Spiel am Montagabend gegen Kroatien, das, wie er verriet, vor dem Fernseher im Hause Schwarz sehr emotional abgelaufen ist, weil seine Ehefrau ja Kroatin ist. Zum anderen gefiel ihm vieles, was er in der Videoanalyse der Partie seiner Elf gegen den VfB Stuttgart gesehen hat. Denn zumindest in einzelnen Phasen der 3:2 gewonnenen Partie kam die Leistung der 05er der Idealvorstellung des Coaches schon sehr nahe.

Die Einschränkungen lieferte er aber auch direkt mit: „Wir müssen ein Dominanz-Spiel auch dominant zu Ende bringen“, sagte er und ergänzte: „Wir brauchen den Entwicklungsschritt, immer den Ball haben zu wollen, auch wenn wir 2:0 oder 3:0 führen.“ Stattdessen gaben die Mainzer eine 3:0-Führung fast noch komplett aus der Hand. Ein für die 05er ideales Spiel sieht aus der Sicht des 40-Jährigen also so aus, dass „du nicht sechs bis acht Minuten hast, in denen du von unseren Prinzipien nichts siehst“. So wie gegen Stuttgart von der 83. Minute bis zur 89. Minute.

Auf vier Säulen beruht der Fußball, den Schwarz von seiner Mannschaft sehen möchte. Diese erklärte der Coach nun noch einmal explizit:

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„Wenn der Gegner im geordneten Spielaufbau ist, müssen wir eine gute Defensivstruktur haben. Wir wollen dann gut anlaufen und gute Balleroberungen haben. Nach den Balleroberungen wollen wir dann gut umschalten, gute Umschaltspielzüge haben und passende Tiefenläufe. Wenn wir im kontrollierten Spielaufbau sind, geht es darum, dass wir die Räume richtig finden. Und wenn wir dann den Ballverlust haben, dann wollen wir sofort ins Gegenpressing gehen.“

"Haben das Ziel, unser Spiel durchzudrücken"

Insgesamt sieht Schwarz sein Team in allen Punkten auf einem guten Weg. Beim Umschalten nach Balleroberungen, das ein Schwerpunkt der Wintervorbereitung war, und beim Gegenpressing sieht er in den vergangenen Wochen die größten Fortschritte. „Für uns ist es nötig, dass alle Phasen unserer Prinzipien zu sehen sind. Wenn wir diese Phasen verlängern, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du das auch in Punkten siehst“, macht der Coach klar.

Und die Spieler ziehen dabei gut mit. So gut, dass Schwarz die Herangehensweise an die Partien in dieser Saison verändern konnte. „In der vergangenen Saison haben wir noch viel an den Gegner angepasst. Aber mittlerweile haben wir aus der Stärke heraus das Ziel, unser Spiel durchzudrücken. Und die Jungs haben Spaß daran“, betont Schwarz.

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Durchdrücken statt reagieren lautet für die Mainzer also die Aufgabe auch am Samstag im nächsten Heimspiel gegen Schlusslicht 1. FC Nürnberg. Und das am besten über 90 Minuten. Denn dann nähern sich die Profis der Idealvorstellung, die Schwarz von Mainz 05 hat.