Mainz 05: Hausaufgaben und Lob für Hack

aus Mainz 05

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Jubel an der Eckfahne: Vorbereiter Aarón Martin (links) springt Alexander Hack nach dessen Treffer in die Arme. Auch Robin Quaison, Gerrit Holtmann, Stefan Bell und Jean-Philippe Gbamin (von links) freuen sich. Foto: dpa

Das war eine gelungene Rückkehr in die Startelf: Mit einer guten Leistung und einem Tor hat sich Alexander Hack für weitere Aufgaben in der Innenverteidigung des FSV Mainz 05...

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STUTTGART. Eigentlich war der Plan nicht aufgegangen. Denn Stefan Bell und Alexander Hack hatten die Aufgaben vor diesem Eckball von Aarón Martin in der 72. Minute klar verteilt. Hack sollte den Kapitän des FSV Mainz 05 freiblocken, Bell im bestmöglichen Fall dann selbst an den Ball kommen. 1000 Mal im Training so geübt. Es kam bekanntlich anders.

Hack selbst stand plötzlich relativ ungedeckt vor dem Tor des VfB Stuttgart, traf per Schienbein zum so wichtigen 3:0. „Das ist ein Klassiker“, lachte Bell später über die misslungene Ausgangsidee. „Ich stand sehr frei“, grinste Hack. Er habe mit dem Schienbeinschoner getroffen, erzählte der Innenverteidiger des Fußball-Bundesligisten. Das Utensil soll einen Ehrenplatz bekommen. „Den hänge ich mir im Zimmer auf“, sagte der 25-Jährige.

Der wollte nach dem 3:2 bei den Schwaben gar nicht so viel über sich reden, sondern hob vielmehr die Bedeutung der drei Punkte hervor. „Damit kann man gut leben. Wir freuen uns.“ Dass Hack zu seinem zweiten Startelfeinsatz überhaupt in dieser Saison gekommen war, lag auch daran, dass Moussa Niakhaté nicht die komplette Vorbereitung absolviert hatte. Der Franzose war erst gegen Ende des Trainingslagers in Marbella eingestiegen und auch in den Testspielen nur zu Teileinsätzen gekommen.

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Hack nutzte seine Chance. Der Linksfuß machte den Job in der Innenverteidigung gut, schien wie seine Nebenleute nur in der Stuttgarter Drangphase der letzten zehn Minuten überfordert. „Unnötig und nicht normal“, fand Hack das, was sich gegen Ende der Partie auf Seiten der 05er abspielte.

Ähnlich äußerte sich auch Stefan Bell, den vor allem das zweite Gegentor ärgerte. Doch der Kapitän war angesichts des Auswärtssieges gar nicht in der Stimmung, viel zu kritisieren. Viel lieber wollte er loben. Und zwar seinen Nebenmann in der Innenverteidigung. „Hacki hat es top gemacht“, sagte Bell und erinnerte an die Leidensgeschichte seines Mitspielers. Der habe schon am Ende der vergangenen Saison bei den so wichtigen Erfolgen gegen Leipzig und Dortmund „Weltklasse-Leistungen“ gezeigt. „Dann war er lange verletzt und musste warten.“ Den Einsatz in Stuttgart, den Hack mit seinem ersten Saisontor krönte, habe er sich verdient, sagte Bell. Das sah auch Sandro Schwarz so. „Hacki hat schon zum Ende der Hinrunde überzeugt. Er hat sich das verdient“, sagte der 05-Trainer.

Für den wird es in den kommenden Wochen ganz schwer werden, wenn es um die Konstellation in der Viererkette geht. Denn mit dem Spiel in Stuttgart hat Alexander Hack seine Ansprüche unter Beweis gestellt. Der 25-Jährige hat sich für weitere Startelfeinsätze empfohlen. Doch wen soll Schwarz aussortieren? Bell ist der Kapitän, schießt außerdem mit rechts – was in diesem Fall wichtig ist. Denn wie Niakhaté ist auch Hack ein Linksfuß. Für die Spieleröffnung der Mainzer ist es jedoch besser, wenn ein Links- und ein Rechtsfuß in der Innenverteidigung spielen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wenn Hack spielt, bleibt Niakhaté draußen. In der Hinrunde überzeugte jedoch auch der Franzose. Wenn der 22-Jährige fit ist, spricht eigentlich nichts dafür, ihn auf die Bank zu setzen. Keine leichte Wahl und sicher eines der Themen, die Sandro Schwarz aus Stuttgart mit nach Hause genommen hat.

Dass die Schlussphase noch für Gesprächsbedarf sorgen wird, fand Stefan Bell übrigens begrüßenswert. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht und nehmen trotzdem Hausaufgaben mit.“ Vielleicht sei es gar nicht so schlecht, dass sich die Mannschaft nicht komplett feiern lassen könne. In eine ähnliche Richtung äußerte sich auch Sportvorstand Rouven Schröder: „Für den Trainer ist diese Situation ideal.“