Mainz 05: Brosinski bleibt Zweck-Optimist

aus Mainz 05

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Den Ball im Blick: 05-Spieler Daniel Brosinski versuchte es gegen Mönchengladbach immer wieder mit Distanzschüssen – allerdings ohne Erfolg.Foto: Sascha Kopp  Foto: Sascha Kopp

Daniel Brosinski hatte es immer wieder versucht. Gegen Borussia Mönchengladbach feuerte der Außenverteidiger des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 aus allen Lagen – ohne...

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MAINZ. Nach dem fünften Versuch brach es aus ihm heraus. Wieder hatte Daniel Brosinski aus der Distanz abgezogen, wieder hatte er damit keinen Erfolg. Der Linksverteidiger des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 brüllte vor Frust. Brosinskis Schrei war eines von ganz wenigen Lebenszeichen, die die Mainzer bei der 1:2 (0:1)-Heimniederlage gegen Borussia Mönchengladbach sendeten. Der Abwehrspieler hatte das Heft in die Hand genommen und feuerte aus allen Lagen auf das Tor von Yann Sommer. Erfolg hatte er damit keinen. Und das wurmte den 28-Jährigen, der fand, dass an diesem Tag ganz generell „der Wurm drin“ gewesen war. Der aber auch immer wieder versuchte, seine Mitspieler anzutreiben.

Doch die wirkten vor allem in der ersten Halbzeit gruselig leblos. Nein, dieses Spiel machte nicht den Eindruck, als ob es für eine der beiden Mannschaften im Abstiegskampf gerade um alles gehen würde. Das war zumindest die Meinung, die beim Blick von außen entstehen konnte. Daniel Brosinski wollte da nicht zustimmen. „Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Er fand nicht, dass das Team sich habe hängen lassen. „Wir haben von der ersten Minute an alles probiert.“ Klingt nach Zweck-Optimismus.

„Kopf nicht in den Sand stecken“

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Nun, Brosinski probierte wirklich viel an diesem Samstagnachmittag. Zwar wurde er auf seiner Abwehrseite von den Gladbacher Flügelspielern ein ums andere Mal überrannt – doch das schien ihn für seine Offensivaktionen nur noch mehr anzustacheln. Extra vorgenommen hatte er sich das Distanz-Dauerfeuer mit dem rechten Fuß allerdings nicht, sagte der 28-Jährige später. „Wenn ich die Situation habe, probiere ich immer draufzuhalten. Irgendwann rutscht vielleicht mal einer rein.“ Gegen Gladbachs Torhüter Yann Sommer sollte es nicht sein. Brosinski konnte seinem ersten Saisontreffer aus der Vorwoche, den er per Elfmeter gegen die Bayern erzielt hatte, keinen weiteren hinzufügen.

Trotz der bitteren Niederlage versuchte der Linksverteidiger, weiterhin Optimismus zu versprühen. „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken“, wiederholte er sich. Und kündigte direkt an, dass es die 05er in Hamburg besser machen werden. Es gebe so Tage wie gegen Gladbach. „Wir müssen positiv bleiben.“

"Handbremse" zu spät gelöst

Brosinskis Auftritt war allerdings einer von ganz wenigen, die überhaupt Hoffnung machten, dass es gegen Hamburg besser werden könnte. Gegen Gladbach erwischten zu viele Mainzer einen gebrauchten Tag. Und zwar nicht nur spielerisch, sondern auch von der Körpersprache her. Erst die Einwechslung von Pablo de Blasis brachte etwas Feuer ins Spiel – und weckte auch das Publikum wieder auf. Das war auch nötig. „Wir hatten keine Torsituation, um das Publikum mitzunehmen“, hatte auch Rouven Schröder bemerkt.

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Der 05-Sportdirektor sprach nach dem Abpfiff davon, dass eine Handbremse im Spiel drin gewesen sei. Die wurde zwar etwas gelöst, als de Blasis und Jhon Cordoba in der Offensive mitmischten – doch da war es auch schon zu spät. Die Leistung aus der zweiten Hälfte wolle man mit ins Hamburg-Spiel nehmen, waren sich alle Beteiligten unisono einig. Die letzte halbe Stunde als Mutmacher. Oder – um es mit den Worten von Daniel Brosinski zu sagen: „Warum sollten wir nervös werden? Wir sind uns bewusst, dass es bis zum letzten Spieltag geht – und machen das schon.“ Ein Zweck-Optimist eben.