Kolumne von Mara Braun: Die total geheimen Geheimnisse der Liga

aus Mainz 05

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Dass Christian Heidel (links) Jürgen Klopp in den närrischen Tagen einst zum Cheftrainer machte, sei alles Teil einer Prophezeiung gewesen – findet Wortpiratin Mara Braun.Archivfoto: Sascha Kopp  Foto:

Verschwörungen, überall. Wer genau hinschaut, wird merken, warum Dinge in der Fußball-Bundesliga so laufen, wie sie laufen. Und einen Deal musste einst auch der FSV Mainz 05...

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MAINZ. Fußball ist eine total korrupte Angelegenheit: Schieber, Lügner und Betrüger, weiter als das Auge sehen kann. Von wegen fairer Sport und so. Alles eine riesige Verschwörung. Können Sie ruhig glauben!

Und nein, ich rede nicht vom im Rosenmontagszug wenig schmeichelhaft porträtierten Präsidenten. Der erscheint geradezu harmlos, wenn man erstmal die Knochen der Leichen im Keller von DFB und DFL zum Klappern bringt. Die können Ihnen Geschichten erzählen, da schlafen Sie definitiv keine Nacht in den nächsten Wochen und Monaten.

Werders Defensivfluch

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Da wäre zum Beispiel Werder Bremen. Auf dem Verein lastet – das mag Sie kaum wundern – ein Defensivfluch. Der ist weder Pech noch Unvermögen, sondern Programm: Nachdem Ex-Bremer Tim Wiese von und zu Rosa-Leibchen im Herbst 2007 Jogi Löw dafür kritisiert hatte, noch nie in die A-Nationalmannschaft berufen worden zu sein, meldete sich auch die Bremer Vereinsführung. Sie flehten um ein Länderspiel für den Keeper, um ihn bei Laune zu halten. „Koi Thäma!“, erklärte Jogi. Wiese müsse nur drei Elfer in einem Spiel halten, dann werde er ihn vorladen, pardon: einladen. Worauf die Werder-Chefs mit vollen Geldkoffern zum DFB fuhren, der Wiese einige Male heimlich einlud, auf der Bank versteckte und bei unbedeutenden Spielen von Jogis Co. einwechseln ließ. Weil Werder den eigenen Mann dann sogar bei der WM sehen wollte, musste das Halbfinale des DFB-Pokals gegen Hamburg 2009 verschoben werden: Für die drei vermeintlich gehaltenen 11er Wieses unterschrieb Bremen, zehn Jahre lang als die Schießbude der Liga herzuhalten. Bald haben sie es ausgestanden...

Warum der FC Bayern punkten muss

Viel verrückter und geheimer ist die Antwort auf die Frage, wieso Spiele des FC Bayern erst abgepfiffen werden, wenn der punktet. Kennen Sie den Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“, in dem ein Außerirdischer auf die Erde kommt, auf der Suche nach Wasser für seinen Wüstenplaneten? Kaum jemand weiß, der Film lehnt sich an eine wahre Geschichte an, in der jener Außerirdische nicht am Zynismus der Menschen verzweifelte, sondern Fußball für sich entdeckte. Noch heute kickt er als Profi und versorgt von der Erde aus seinen Planeten mit Wasser. Dies und die Tatsache, dass er Jahr für Jahr pompöse Trophäen nach Hause schickt, hält die Spezies der „RobbenArjens“ davon ab, sich die Erde untertan zu machen.

Und wie passen die Mainzer ins Verschwörungsspektakel? Dereinst an den närrischen Tagen berief Christian Heidel bekanntermaßen Kloppo zum Trainer. Dies war kein Zufall, sondern Teil einer Prophezeiung, die der Don ausführte und in der er vor die Wahl gestellt wurde, eine notdürftige Zwischenlösung ins Amt zu hieven oder jenen, der 05 zu Größe führen würde. Er entschied sich für Tor 2 und musste mit dem Blut seines Präsidenten den Vertrag abzeichnen, der bis heute Auswirkung auf Wohl und Weh des Vereines hat: Gegnerische Trainer werden immer, immer, immer entlassen, bevor ein Team die Reise nach Mainz antritt...

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Mara Braun ist freiberufliche Journalistin und Autorin. Unter anderem von "111 Gründe, Mainz 05 zu lieben" (mit Christian Karn). Homepage: www.marabraun.de Mara Braun bei Twitter: Wortpiratin

Von Mara Braun