Kandidat für Vorstandsvorsitz: Johannes Kaluza will Mainz 05...

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Jahrzehntelanger 05-Fan, aber nicht mit den alten Strukturen verwoben – Johannes Kaluza.Foto: Kaluza  Foto: Kaluza

Johannes Kaluza ist der vielleicht unbekannteste der drei Kandidaten für den Posten des Vorstandsvorsitzenden beim 1. FSV Mainz 05. Entsprechend offensiv und mit deutlichen...

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MAINZ. Johannes Kaluza ist der vielleicht unbekannteste der drei Kandidaten für den Posten des Vorstandsvorsitzenden beim 1. FSV Mainz 05. Entsprechend offensiv und mit deutlichen Worten gestaltet der 62-Jährige seine Kandidatur. Mainz 05 sei in einem schlechten Zustand gewesen. „Die Strukturdiskussion der letzten Monate war schlecht vorbereitet – auch im Hinblick auf das Thema Ausgliederung –, sehr langwierig und endete mit einem Wahl-Fiasko“, sagt Kaluza.

Deshalb möchte er dem Verein mit seiner beruflichen Erfahrung aus den Bereichen Management und Unternehmensführung helfen. „Die gesamte Führungsebene muss nach Kompetenz und Leistung rekrutiert werden und zur unternehmerischen Elite der Region zählen“, sagt Kaluza. Er möchte mithelfen, dass „eine wirklich überzeugende, wirtschaftlich kompetente und unabhängige Persönlichkeit diese verantwortungsvolle Position übernimmt“.

Kaluza ist seit mehr als 30 Jahren 05-Fan. Der Verein liege ihm am Herzen. Auch wegen der emotionalen Vergangenheit und der einzigartigen Entwicklung. „Mainz 05 war einmal der wohl profilierteste Verein in Deutschland mit einem speziellen Image als Karnevalsverein und als eingeschworener Gruppe, die auch Niederlagen und Nicht-Aufstiege überzeugend und menschlich feiert“, sagt Kaluza. Dahin müsse der Verein nach den vergangenen Monaten allerdings zurückkommen. Das „Besondere“ sei verschüttet und nicht mehr klar sichtbar. „Wir müssen unsere 17 Feiertage – also Heimspiele – und das gesamte Vereinsleben darauf ausrichten, dass wir etwas Besonderes bieten.“ Vieles müsse neu erdacht und umgesetzt werden. Mit mehr Professionalität, mit einer Identität und mit einem Markenkern. Und dabei möchte Kaluza federführend helfen. „Als Marketing- und Vertriebsprofi und ausgesprochener Teamplayer liegt mir die nachfrageorientierte Ausrichtung des Vereins und die Wiedergewinnung der Einzigartigkeit der Marke Mainz 05 und eines entsprechenden Vereinslebens besonders am Herzen“, betont Kaluza. Das Wohl der Mitglieder sei für ihn dabei stets das oberste Ziel.

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Das Amt des Vorstandsvorsitzenden versteht der 62-Jährige als dreifache Aufgabe. „Er ist Hüter der Satzung und Sprachrohr der Mitglieder. Er ist Vorsitzender des Vorstandes, also Unternehmer eines mittelständischen Unternehmens. Er ist Ansprechpartner des Sportvorstandes und unterstützt diesen im Fußballbetrieb.“

Dass die Mitglieder sich nach dem „Ehrenamtsskandal“ für einen ehrenamtlichen Vorstandsvorsitzenden entschieden hätte, schränke den Kreis der Bewerber für diese „hochkomplexe Aufgabe“ enorm ein. „Ich bin finanziell unabhängig, übergebe in diesen Tagen an meinen Nachfolger im Unternehmen und bringe die notwendige Führungserfahrung mit. Ich habe den Mut, die Kraft, die Zeit und die Erfahrung für diese hochkomplexe Aufgabe.“

Zum Abschluss: Warum sollen die Mitglieder Sie zum Vorstandsvorsitzenden wählen? „Ich bin als Vereinsmitglied zwar Teil des Vereins, aber mit den alten Strukturen nicht verwoben. Daher kann ich einen Neuanfang glaubwürdig vertreten. Was ich im Einzelnen will, habe ich in meinem Wahlprogramm erläutert. Daneben bin ich bereit, trotz der Komplexität der Aufgabe auf eine hauptamtliche Entlohnung zu verzichten und für die notwendige Transparenz in wirtschaftlichen Fragen zu sorgen.“

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Mit Jürgen Doetz, Johannes Kaluza, Frank Röhr und Peter Sommer haben sich vier Kandidaten für den Posten des Vorstandsvorsitzenden des 1. FSV Mainz 05 beworben. Da die Wahlkommission Sommer aussortiert hat, kandidieren nun offiziell Doetz, Kaluza und Röhr. Im Vorfeld der Mitgliederversammlung am 25. Juni hat die AZ die Bewerber vorgestellt.