Kampf um Champions League: Magath schreibt die Eintracht ab

aus Eintracht Frankfurt

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Frankfurts Djibril Sow (r) und Gladbachs Alassane Plea kämpfen um den Ball.  Foto: dpa/Marius Becker

Vor dem Bundesliga-Derby gegen Mainz steht Eintracht Frankfurt im Kampf um einen Champions League-Platz unter Druck. Ex-Trainer Magath glaubt nicht daran und nennt mehrere Gründe.

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FRANKFURT. Felix Magath (67) hat die Frankfurter Eintracht beim Kampf um die Champions-League-Plätze schon abgeschrieben. Obwohl die Eintracht im Dreikampf mit dem VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund das vermeintlich „leichteste“ Restprogramm hat, sieht der ehemalige Frankfurter Trainer die „Adler“ in der schlechtesten Position. „Ich glaube, dass der BVB die Eintracht überholen wird", schreibt Magath in einer Kolumne für den "Kicker", „der anstehende Abschied des Trainers Adi Hütter sowie des Sportvorstands Fredi Bobic verursacht dort zu viel Unruhe.“ Die Frankfurter Mannschaft sei für diese Stresssituation „nicht stabil genug.“

Es wird nun an den Spielern liegen, diese weit verbreitete Meinung zu widerlegen. Vor allem aber auch am Trainer, der mit seinem Abgang nach Mönchengladbach, vor allem mit dem Zeitpunkt der Verkündung, keine Rücksicht auf die Interessen seines aktuellen Arbeitgebers genommen hat. Seitdem schwächelt die Eintracht, hat zwei Spiele in Gladbach und Leverkusen deutlich verloren und konnte auch beim Heimsieg gegen Augsburg nicht überzeugen.

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Rode: Trainerwechsel "spielt keine Rolle mehr"

Alle Beteiligten weisen Zusammenhänge weit von sich, Hütter selbst natürlich, aber auch die Spieler. „Das spielt keine Rolle mehr“, sagt Aushilfskapitän Sebastian Rode. Den Beweis müssen sie gemeinsam nun am Sonntag im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 antreten. Erschwerend könnte hinzukommen, dass die direkten Konkurrenten bereits am Samstag vorlegen können und die Eintracht dann zum ersten Mal seit dem 19. Spieltag zumindest über Nacht aus den Champions-League-Rängen fallen könnte.

Die psychologische Herausforderung für die Eintracht ist also mindestens so groß wie die Herausforderung durch einen Gegner, der seit Wochen in guter Form spielt. Es gehörte freilich in den vergangenen drei Jahren zu Hütters absoluten Stärken, die Mannschaft in entscheidenden Momenten zu erreichen und das Gefühl zu entwickeln, was in der jeweiligen Situation gefragt ist. So hat der österreichische Fußball-Lehrer schon einige Krisen mit der Eintracht bravourös gemeistert. Diesmal hat er den Spielern vorm Endspurt einen dreitägigen Kurzurlaub genehmigt, coronakonform natürlich ohne Reisen, „damit sie den Kopf nochmal frei kriegen“. In der Trainingswoche hat er seit Mittwoch versucht, die Anspannung abzumildern und Lockerheit ins Team zu bringen. Zudem hat er versucht deutlich zu machen, wie viel ihm persönlich der Einzug in die CL bedeuten würde. „Der Trainer will es unbedingt“, hat Mittelfeldspieler Sebastian Rode festgestellt.

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Neuer Sportvorstand schon da

Auch der Klub hat alles unternommen, um vor der „Crunchtime“ Ruhe auszustrahlen. Mit Markus Krösche wurde ein neuer Sportvorstand rechtzeitig verpflichtet und damit eine wichtige Baustelle geschlossen. Es gab keinerlei böse Worte wegen des Abschieds an die Adresse des Trainers. Im Gegenteil. Vorstandssprecher Axel Hellmann versicherte sogar, „dass wir Adi dankbar sein müssen, wie er es gemacht hat.“ Eine frühere oder spätere Bekanntgabe des Wechsels hätte der Eintracht weit mehr geschadet. Der noch amtierende Sportvorstand Fredi Bobic, Auslöser aller Unruhe, hält sich seit Wochen mit Aussagen zurück.

Rein sportlich plagen Hütter kaum Probleme. Evan Ndicka fehlt wegen einer „Gelbsperre“, für ihn wird Martin Hinteregger auf der linken Seite der Dreierkette verteidigen. In der Mitte spielen Makoto Hasebe oder Stefan Ilsanker, rechts kehrt Tuta ins Team zurück. Im Mittelfeld muss er zwischen Hasebe und Rode wählen, nur in der Offensive gibt es noch grundsätzliche Fragen. Zwei Spitzen, also André Silva und Luka Jovic? Oder zwei Zehner, also Daichi Kamada und Amin Younes? Vier Offensivspieler für Hütter, einen muss er draußen lassen.

Von Peppi Schmitt