Im letzten Moment trifft Frei zum 2:2 - Mainz 05 holt einen...

aus Mainz 05

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Werders Florian Kainz (vorne) kämpft mit dem Mainzer Giulio Donati um den Ball. Foto: dpa

Mit einem Treffer in der letzten Minute der Nachspielzeit hat Fabian Frei den FSV Mainz 05 vor dem Sturz auf den Relegationsplatz bewahrt. Der Schweizer rettete dem...

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BREMEN. Mit einem Treffer in der letzten Minute der Nachspielzeit hat Fabian Frei den FSV Mainz 05 vor dem Sturz auf den Relegationsplatz bewahrt. Der Schweizer rettete dem Fußball-Bundesligisten zum Ende der Hinrunde ein 2:2 (0:2) beim SV Werder Bremen. Somit überwintern die 05er mit 17 Punkten auf dem 15. Platz. Das sah allerdings lange nicht so aus.

Das Hauptproblem im Weserstadion war das indiskutable Abwehrverhalten der 05er vor der Pause. Nach nicht einmal zwei Minuten lud die durch die Ausfälle von Stefan Bell und Jean-Philippe Gbamin umgebaute Viererkette die Bremer zum ersten Treffer ein. Philipp Bargfrede konnte sich aus 18 Metern in aller Ruhe die Ecke aussuchen und traf zum 1:0. Und so ging es weiter. Nach sieben Minuten rettete 05-Keeper Robin Zentner gegen Thomas Delaney. Kurze Zeit später musste Zentner dagegen zuschauen, wie der schwache Leon Balogun ein Kopfballduell mit Ishak Belfodil verlor und der Ball per Bogenlampe über den Torwart hinweg im Netz landete. 0:2.

Viele Stellungsfehler

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Nach 16 Minuten gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, der zudem mit Bartels, Junuzovic und Kruse auf drei seiner Leistungsträger verzichten musste. Das sagt eigentlich alles über die Leistung der Mainzer aus, bei denen keine Körpersprache und kein Aufbäumen zu erkennen war. Im Gegenteil. Zentner bewahrte die 05er mit Paraden gegen Florian Kainz (21.) und Maximilian Eggestein (25.) sogar vor einem noch höheren Rückstand. So abenteuerlich waren die Stellungsfehler der Mainzer Defensive.

Da war es nur ein schwacher Trost, dass die 05er durch den Lattentreffer des sonst blassen Levin Öztunali (6.) und durch eine Großchance von Pablo de Blasis, die Jiri Pavlenka in Weltklasse-Manier parierte (34.), vorne wenigstens zwei Gelegenheiten hatten. Die Regel waren verzweifelte lange Bälle ohne Angriffsmuster. Demensprechend unzufrieden stiefelte Schwarz an der Seitenlinie entlang. Der Trainer war sichtlich unzufrieden mit der Leistung seiner Jungs.

Um den Sturz auf den Relegationsplatz doch noch zu verhindern, nahm Schwarz zur Pause den Unsicherheitsfaktor Balogun vom Feld, stellte das System um, beorderte Fabian Frei in die Viererkette und brachte Emil Berggreen als zweiten Angreifer neben Yoshinori Muto. Berggreen war auch direkt an der ersten guten Chance in der 48. Minute beteiligt, doch Muto wartete im Strafraum zu lange.

In der zweiten Hälfte erwachen die Mainzer

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In der 60. Minute kam dann noch Robin Quaison für Yoshinori Muto. Mit der Systemumstellung und Frei in der Viererkette standen die 05er etwas besser. Bremen wurde nach einer engagierten und laufintensiven Stunde zunehmend müder - und fast aus dem Nichts verkürzte Quaison mit einer feinen Einzelleistung auf engstem Raum auf 1:2 (70.). So entwickelte sich zumindest eine von Kampf und Leidenschaft geprägte Schlussphase mit vielen nickeligen Zweikämpfen. Die 05er waren längst aus ihrer Lethargie erwacht und glaubten an ihre Chance. In der 83. Minute kratzte der eingewechselte Alexandru Maxim einen Kopfball von Belfodil von der Linie. Die 05er kämpften weiter - und belohnten sich für ihren Einsatz. Kurz vor dem Abpfiff stand Fabian Frei im Strafraum völlig frei und glich zum 2:2 aus. Riesige Erleichterung bei den Mainzern, für die das 2:2 aufgrund der Aufholjagd wie ein Sieg ist.

Und was bleibt nach dieser Hinrunde mit 17 Punkten und dem 15. Platz? Ja, die ersatzgeschwächten 05er haben mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Und ja, sie haben nach der Pause eine Reaktion gezeigt und sich dafür belohnt. Darauf können sie aufbauen. Da gibt dieser Punkt Auftrieb und Selbsvertrauen. Man darf aber auch nicht vergessen: Zu der schon seit Wochen vorhandenen Offensivschwäche gesellte sich in Bremen eine haarsträubende Schlafmützigkeit in der Abwehr. Die 05er müssen in der Winterpause dringend personell nachlegen und müssen diesen Last-Minute-Treffer als Schwung in die Rückrunde mitnehmen.