FSV Mainz 05: Nach der Niederlage gegen SV Darmstadt 98...

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Der 05er Stefan Bell (Mitte) kassierte seinen ersten Platzverweis als Fußball-Profi. Der Gelb-Roten Karte ging eine von vielen Unkonzentriertheiten voraus, die ein Foulspiel zur Folge hatte.Foto: Guido Schiek  Foto: Guido Schiek

Nur noch drei Punkte liegt Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 vor dem Relegationsrang 16. Sportdirektor Rouven Schröder fordert die Spieler auf, nun „sehr, sehr wach“ zu...

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DARMSTADT. Auf dem Platz erzählten die Profis des FSV Mainz 05 viel. Immer wieder diskutierten sie mit Schiedsrichter Frank Willenborg über strittige Entscheidungen. Nach der 1:2 (1:2)-Niederlage gegen Bundesliga-Schlusslicht SV Darmstadt 98 gaben sich die Fußballer hingegen wortkarg. Torschütze Robin Quaison fand die Leistung zu unkonzentriert. „Warum das so war, dafür habe ich keine Erklärung.“ Mittelfeldspieler Danny Latza ärgerte sich: „Wir haben die erste Halbzeit total verschlafen.“ Und Levin Öztunali fand noch: „Wir waren nicht so gut in den Zweikämpfen.“ Viel mehr war aus den Spielern nicht herauszubekommen.

Stattdessen fand FSV-Sportdirektor Rouven Schröder deutliche Worte zur Leistung der 05er vor 17 400 Zuschauern im ausverkauften Jonathan-Heimes-Stadion. Der 41-Jährige zeigte sich überrascht davon, dass die Mainzer gegen den Tabellenletzten vor allem in der ersten Halbzeit ihre eigenen Ansprüche nicht erfüllten. Das Trainerteam, betonte Schröder, habe vorher eigentlich alles angesprochen: Die Emotionalität, auch die Zweikämpfe, was einen erwartet, das Thema des Spiels. „Wenn du dann nach vier Minuten aus einer Standardsituation trotz Zuordnung den Ball nicht verteidigen kannst, ist das ärgerlich. Und wenn du in der elften Minute 0:2 zurückliegst, ist eigentlich alles über Bord geworfen, was du dir vorgenommen hattest“, analysierte Schröder.

Auf die Treffer von Aytac Sulu und Sidney Sam fanden die Mainzer denn auch lange keine Antwort. „Wir haben zu wenige Zweikämpfe gewonnen. Das war eine erste Halbzeit, die gerade gegen Darmstadt schwer zu akzeptieren ist“, schimpfte Schröder. Dennoch hatte er die Hoffnung, dass die Gäste nach Quaisons Anschlusstreffer unmittelbar vor der Pause und der anschließenden Ansprache von Trainer Martin Schmidt („Er hat die Mannschaft zurecht aufgerüttelt“) das Spiel noch dreht. Vergeblich. „Es ist nicht so gewesen, dass wir zwingend gewirkt haben oder das Gefühl hatten, mit dem nächsten Angriff schießt du das Tor.“ Und deshalb bewertete er die Niederlage unter dem Strich als „sehr, sehr ärgerlich“.

Was er in dieser Saison nicht mehr allzu oft machen möchte. „Jeder kann die Tabelle lesen. Jeder sollte einfach gewarnt sein“, sagt Schröder. Denn viele Konkurrenten im Abstiegskampf haben am 24. Spieltag gepunktet. Zwar stehen die Mainzer noch auf dem zwölften Tabellenplatz. Der Vorsprung zum Relegationsrang 16 beträgt aber nur noch drei Punkte. „Von daher“, betonte Schröder, „sollten wir sehr, sehr wach sein.“

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Dazu gehört auch, dass sich die Spieler konzentrierter auf dem Platz zeigen als in Darmstadt. Dass die Mainzer nun fünf Gegentore in Folge nach ruhenden Bällen kassiert haben, bewertet Schröder als „Fehler, die passieren“. Er sagte aber auch: „Das sind die Momente, in denen wir einfach wacher sein müssen.“

Kritik an Kritik am Schiedsrichter

Und gleichzeitig missfiel es dem Sportdirektor, dass die 05er immer wieder emotional das Gespräch mit Schiedsrichter Willenborg suchten. „Da sollten wir uns auf uns konzentrieren, denn nur das können wir beeinflussen. Der Schiedsrichter hat nach bestem Gewissen gepfiffen. Ich glaube nicht, dass er irgendeine Richtung vorgegeben hat“, sagte er.

Nun stehen die Mainzer am kommenden Sonntag gegen den Tabellennachbarn FC Schalke 04 wieder unter dem erhöhten Druck, gewinnen zu müssen. „Wir haben wieder die Chance nicht genutzt, uns nach unten abzusetzen und sollten nicht zu viel liegen lassen“, betonte Schröder. Sonst kann es ein unangenehmes Frühjahr für Mainz 05 werden.