Eintracht: Viele Fans fordern Fredi Bobics baldige Ablösung

aus Eintracht Frankfurt

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Eintracht Frankfurts Noch-Sportvorstand Fredi Bobic. Archivfoto: dpa

Der Sportchef von Eintracht Frankfurt, Fredi Bobic, steht nach einem Gespräch mit der ARD nicht nur bei den Fans in der Kritik. Er hat das vereinbarte Stillschweigen gebrochen.

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FRANKFURT. „Voller Fokus auf das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart“, fordert Eintracht Frankfurts Torwart Kevin Trapp. Nach der Niederlage in Bremen habe er „mal zwei Tage das Handy weggelegt, um runterzukommen.“ Spätestens seit Montag aber ist es vorbei mit der Ruhe. Die Mannschaft kann den Turbulenzen, die seit Wochenanfang um den bevorstehenden Abschied von Sportvorstand Fredi Bobic herrschen, kaum entkommen. Für die Spieler und ihre Trainer wird es eine weitere Herausforderung sein, neben der ersten Niederlage seit bald drei Monaten auch das unwürdige Auftreten ihres obersten Bosses auszublenden.

Reaktionen auf Bobic im Netz sind eindeutig

Noch-Sportchef Bobic hat am Dienstagabend in einem Gespräch mit der ARD nicht nur seinen Abschied angekündigt, sondern auch noch weiteres Öl ins Feuer gegossen. Überraschend hatte er verkündet, dass er eigentlich schon 2020 die Eintracht hatte verlassen wollen, nur wegen der Corona-Pandemie noch ein Jahr länger geblieben sei und die Eintracht darüber Bescheid gewusst habe. Der Führung des Klubs, die diese Version der Geschichte vehement bestreitet, ist er bei deren Versuch, in Ruhe weiterarbeiten zu können, einmal mehr in den Rücken gefallen. Bobic hat bewusst zumindest das vereinbarte Stillschweigen gebrochen, so wie er auch nichts davon hält, seinen bis 2023 laufenden Vertrag zu erfüllen. Bei Beobachtern, Sympathisanten und Fans ist das gar nicht gut angekommen. Die Reaktionen im Netz, als Beiträge im Eintracht-Forum oder in den Kommentar-Spalten verschiedener Medien, sind eindeutig. Selten zuvor hat ein Fußball-Funktionär in so kurzer Zeit an Reputation und Glaubwürdigkeit verloren.

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Ein kleiner Auszug der namentlich gekennzeichneten Einträge:

„Das ganze jetzt so hinzustellen, dass er gnädigerweise in der Pandemie noch ein Jahr drangehängt hat, ist ein schlechter Versuch, die Tatsachen zu verdrehen. Schließlich hat er 2018 bis 2023 verlängert“, meint Stefan Bentz aus Kelkheim. „Schlechten Stil und schlichtweg versuchte Nötigung - offenkundig mit initiiert von seinem neuen Wunscharbeitgeber“, unterstellt Eberhard Bagus aus Naumburg. „Charakterliche Defizite“ attestiert Wolfgang Weber aus Bad Homburg. „Typen wie Bobic fehlt es an Bodenständigkeit und Treue“, sagt Detlev Schnell aus Bad Homburg. Es gibt Dutzende von Einträgen in dieser Richtung.

Große Einigkeit herrscht auch in der Überzeugung, dass Bobic freigestellt werden müsste. „Für ein derartiges geschäftsschädigendes Verhalten wie von Herrn Bobic gibt es nur eine Antwort: you are fired!!!", schreibt Bjoern aus Frankfurt. „Bobic sollte ab sofort so weit wie möglich aus den Zukunftsplanungen der Eintracht ausgeschlossen werden“, fordert Ralph aus Remseck. „In der Wirtschaft würde man die Leitung, hier Herrn Bobic, sofort freistellen“, meint Rollo aus Königstein

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Am 10. März wird Aufsichtsrat tagen

Am 10. März wird der Aufsichtsrat der Eintracht zusammenkommen und über das weitere Vorgehen beraten. Bis dahin werden im Hintergrund sicherlich auch Gespräche mit möglichen Nachfolgern geführt. Die Kandidatenliste ist nicht besonders lang, hat Bobic doch mit seiner fachlich guten Arbeit hohe Maßstäbe gesetzt. Bislang wird über sechs Namen spekuliert. Neben der absoluten Wunschlösung Christoph Spycher (42), der bei Young Boys Bern aber noch bis 2022 unter Vertrag steht und darum nur schwer loszueisen sein wird, sind das ein Newcomer und vier altbekannte Bundesliga-Manager. Bastian Schweinsteiger (36), Weltmeister und aktuell TV-Kommentator, wird im großen Fußball-Kosmos auch auf Funktionärsebene eine große Karriere zugetraut. Die anderen Namen: Horst Heldt (51), noch bis 2023 als Sportgeschäftsführer beim 1.FC Köln unter Vertrag. Rouven Schröder (45), im Dezember als Sportvorstand bei Mainz 05 gefeuert. Jonas Boldt (39), bis 2023 als Sportvorstand an den Hamburger SV gebunden und Armin Veh (60), seit seiner freiwilligen Trennung vom 1.FC Köln Privatier. Der ehemalige Eintracht-Trainer sollte übrigens schon 2015 Sportvorstand werden, sprang dann aber als Trainer ein, was damals ziemlich schief ging.

Mehr als Spekulationen und Gerüchte aber sind dieses halbes Dutzend Namen noch nicht. In diesem Fall hält das Stillschweigen des Klubs, was ein ausgesprochen gutes Zeichen ist. PEPPI SCHMITT

Von Peppi Schmitt