Eintracht verlängert langfristig mit Axel Hellmann

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Kritisierte bereits 2020 das Finanzgebaren der Leipziger: Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann Foto: dpa

Mit einer Vertragsverlängerung bis 2027 hat Eintracht Frankfurt Vorstandssprecher Axel Hellmann gebunden.

Anzeige

FRANKFURT. Eine echte Neuigkeit war es nicht mehr, aber eine wichtige Bestätigung: Die Frankfurter Eintracht hat den Vertrag mit Vorstandssprecher Axel Hellmann vorzeitig um fünf Jahre bis 2027 verlängert. Dies sei eine „Anerkennung für die letzten zehn erfolgreichen Jahre“, sagte Aufsichtsratschef Philip Holzer, „Axel Hellmann hat einen entscheidenden Beitrag zur Modernisierung unseres Klubs beigetragen, dabei nie die Fokussierung auf unsere Werte verloren.“ Gemeinsam hätten es der Aufsichtsrat, der Vorstand und die vielen „überragenden Mitarbeiter“ geschafft, „die Eintracht unter den ersten zehn Klubs in Deutschland zu verankern“, sagte Hellmann, „und gemeinsam wollen wir den Weg von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit bei gleichzeitiger enger Bindung an unsere Fanbasis und die Region weitergehen.“

Für den Klub soll dieser Weg in Zukunft „unter die Top 8“ der Liga führen, so Holzer. Für Hellmann unter anderem auch in Gremien bei der DFL und in Europa. Der deutsche Fußball müsse auf internationaler Ebene in eine „aktivere Rolle“ kommen. „Ich bin bereit, wenn Mitarbeit gefragt ist“, sagte er. Besonders wichtig sei es, den Klubs des Mittelstandes „mehr Gewicht zu geben.“ In vielen Gesprächen mit den Vertretern der Europapokal-Gegner der letzten Jahre wie Piräus, Fenerbahce oder zuletzt Betis habe er dabei Zustimmung erfahren. „Es darf in Europa nicht immer um die gleichen Klubs gehen, die im Viertelfinale der Champions-League stehen“, sagte Hellmann. Schließlich müsse man immer damit rechnen, „dass die Superliga noch einmal um die Ecke kommt.“ Dieses Thema sei längst noch nicht vom Tisch. Hellmann: „Meine Sinne sind da extrem geschärft. Wir sollten uns nicht wie Käfer auf den Rücken legen. Ich freue mich auf den Abend mit den Verantwortlichen des FC Barcelona.“ Holzer unterstützt dieses Engagement. „Wir haben im Vorstand mit Axel Hellmann, Markus Krösche und Oliver Frankenbach Mitarbeiter, die etwas zu sagen haben und die sich einmischen können“, lobte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Im Mittelpunkt aber stehe natürlich weiter die Arbeit für die Eintracht in herausfordernden Zeiten. „Trotz der enormen Widrigkeiten, die Corona für uns mit sich gebracht hat, bin ich sicher, dass wir auf der Grundlage dieser großen inneren Stärke und Geschlossenheit des gesamten Klubs eine gute und erfolgreiche Zukunft vor uns haben“, sagte Hellmann. Eine Zukunft, die Holzer so umrissen hat: „Wir sind hungrig, wir wollen nichts verwalten, und dies alles im Rahmen von 50 plus 1, das ist unser DNA, daran werden wir nicht rütteln. Aber es gibt viele andere Möglichkeiten, um Wettbewerbsfähigkeit herzustellen. Dazu haben wir einige sehr gute Ideen und mit Axel und seinen Vorstandskollegen die richtigen Männer an der Spitze.“

Anzeige

Hellmann sieht trotz der schwierigen Umstände voller Optimismus in die Zukunft. Auf sportlicher, wirtschaftlicher und kaufmännischer Ebene werde man weiter den Weg „nach vorne gehen“. Das werde sicher nicht zum Deutschen Meistertitel führen, sagte er, „aber dazu, dass wir nicht nur mit dem Fernglas, sondern mit einer normalen Brille immer mal wieder zum europäischen Wettbewerb schauen können.“ Die Eintracht habe keinen Staatsfond im Hintergrund, keinen Mäzen und kein einzelnes Unternehmen, „bei uns müssen die Dinge weiter aus eigener Kraft kommen.“ In Bezug auf die Eigenerlöse freilich gehöre die Eintracht zu den „Top drei, vier, fünf der Liga“, nur die Bayern und der BVB würden da besser liegen. Dies zu stabilisieren sei ein großes Ziel für die nächsten Jahre. „Aber nicht auf Pump, das wird nie unser Weg sein“, sagte Hellmann und lobte auch in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit seinen Vorstandskollegen. Mit Sportchef Krösche könne man „weit über die Sportebene hinaus einen Klub führen“ und Finanzboss Oliver Frankenbach sei der Garant, „dass wir hier immer gut schlafen.“

Noch in diesem Jahr soll der Ausbau der Arena von 51.500 Zuschauer auf knapp 60.000 beginnen, dafür habe die Stadt die Weichen gestellt. Es gehe um „das optimale Zeitfenster“. Gebaut werden soll während der WM in Katar ab Mitte November. Dabei seien die Herausforderungen durch Corona und den Ukraine-Krieg noch größer geworden, unter anderem weil Baumaterialien nicht mehr in unbegrenzter Menge erhältlich seien. Die wichtigste Aufgabe für die Eintracht als Klub sei es, „die Nahbarkeit mit den Menschen der Region wieder herzustellen.“

Von Peppi Schmitt