Eintracht-Shootingstar Marius Wolf: „Vielleicht spiele ich...

aus Eintracht Frankfurt

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Im DFB-Pokal war er schon im Einsatz: Frankfurts Marius Wolf (links) und Erndtebrücks Marco Rente kämpfen um den Ball. Archivfoto:  dpa  Foto:

Als die Frankfurter Eintracht vor genau einem Jahr in Abu Dhabi schwitzte, hatte kaum einer Marius Wolf auf dem Schirm. Der gebürtige Franke musste mit der Zweiten Mannschaft...

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ALICANTE. Als die Frankfurter Eintracht vor genau einem Jahr in Abu Dhabi schwitzte, sich auf die Rückrunde vorbereitete, hatte kaum einer Marius Wolf auf dem Schirm. Der gebürtige Franke musste mit der Zweiten Mannschaft von Hannover 96 trainieren. Und auch als Wolf Ende Januar auf Leihbasis zu den Hessen kam, fragten sich viele: Was soll dieser Deal der Eintracht bringen? Nun, zwölf Monate später, im Trainingslager der Frankfurter in Alicante ist Wolf ein gefragter Mann. Bei den Medien. Den Fans. Und Trainer Niko Kovac.

Wolf war in den letzten zehn Hinrundenpartien Stammkraft, schoss drei Tore. Und wird als der Shootingstar der bisherigen Saison am Main gefeiert. Der 22-Jährige selbst will gar nicht so viele Worte darüber verlieren. „Klar hat man jetzt mehr Schulterklopfer“, meint Wolf. „Aber die, die vor einem Jahr da waren, das sind die Leute, auf die ich zählen kann. Im Fußball geht alles so schnell.“ Fix schiebt er hinterher, betont: „Der jüngste Erfolg macht mich nur noch hungriger, noch mehr an mir zu arbeiten.“

22-Jähriger hat extra fünf Kilogramm zugelegt

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Wolf hat unter anderem an seiner Statur gearbeitet, innerhalb einen Jahres sein Gewicht von 74 Kilogramm auf 79 gesteigert. Der 22-Jährige kann sich endlich durchsetzen, zieht dynamisch zum Tor. Das begeistert auch die Eintracht-Verantwortlichen, die zu gerne die Kaufoption im Sommer ziehen würden. Wolf ist nicht abgeneigt: „Ich würde gerne bleiben. Ich fühle mich wohl in Frankfurt. Aber erst mal spielen wir Fußball, dann sehen wir weiter.“ Doch bleibt der 1,87-Meter-Mann überhaupt erste Wahl? Schließlich hat Timothy Chandler, seit einer gefühlten Ewigkeit als Rechtsverteidiger gesetzt, seinen Trainingsrückstand aufgeholt, wäre eine Alternative für den Rückrundenstart nächsten Samstag gegen den SC Freiburg.

Wolf, der auch schon im Mittelfeldzentrum und auf den offensiven Außenbahnen zum Zuge kam, reagiert gelassen. Obwohl mit Marco Fabiàn und Omar Mascarell weitere starke Konkurrenten zurückkehren. „Mir ist es egal, wo ich spiele.“ Im letzten Trainingsspiel vor dem Test gegen Erzgebirge Aue (Samstag, 15 Uhr) gehörte er zur vermeintlichen Angangsformation. Als rechter Verteidiger. Wolf hat mittlerweile auch ein gewisses Standing im Team, versteht sich privat bestens mit Kevin-Prince Boateng. Der Routinier stellte Wolf kürzlich auch Superstar Neymar vor. „Ob er sich an mich erinnert, weiß ich nicht. Aber es motiviert einen: Vielleicht spiele ich ja mal mit ihm. Oder gegen ihn. Das ist mein Ziel.“ An Selbstbewusstsein mangelt es Wolf nicht.

Fabiàn und Mascarell kehren gegen Aue zurück

Gegen Aue dürfte Wolf also anfangen. Das Duell gegen den Zweitligisten ist der einzige Testlauf für Kovac vor Freiburg. Deshalb werden drei Mal 45 Minuten bestritten. Kovac wird nicht alle 25 gesunden Spieler einsetzen. „Der Großteil soll 70, 80 Minuten spielen. Dann kommen einige Jungs rein“, erklärt der 46-Jährige. Auch Fabiàn und Mascarell sollen Kurzeinsätze erhalten. „Wir werden ihnen aber noch ein bisschen Zeit geben. Sie waren ein halbes Jahr weg, da fehlt ihnen noch das Raumgefühl.“

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Verzichten muss Kovac auf Mijat Gacinovic. Der Serbe hat sich einen Bluterguss im Fuß zugezogen. „Wir wollen kein Risiko eingehen“, befürchtet Kovac keine längere Ausfallzeit. Anders sieht es bei David Abraham aus. Der Kapitän nimmt entgegen aller Hoffnungen immer noch nicht am Mannschaftstraining teil. Das Wadenbein schmerzt weiter. „Ich kann keine Prognose abgeben. Ich weiß nicht, ob es eine Woche, zwei Wochen oder länger dauert“, bedauert Kovac.