Eintracht mit der „stärksten Elf“ gegen Paderborn

aus Eintracht Frankfurt

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Auch Marco Russ soll noch einmal für die Eintracht auflaufen.  Foto: dpa

Die Eintracht tritt am Samstag noch gegen den SC Paderborn an - und nicht nur wegen der hohen TV-Gelder streben die Verantwortlichen einen Sieg an.

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FRANKFURT. Die Frankfurter Eintracht wird die Saison 2019/20 im schlechtesten Fall auf dem zehnten Platz beenden. Im besten Fall wird es noch Platz acht. Und realistisch gesehen bleibt es bei Platz neun. Am Samstag (15.30 Uhr) geht es im letzten Spiel in der eigenen Arena gegen den SC Paderborn. Dabei stehen rund 2,5 Millionen Euro auf dem Spiel. So viel nämlich machen die einzelnen Platzierungen in der sogenannten „Fernseh-Tabelle“ aus, also jenem Ranking, das über die Verteilung der TV-Millionen den Ausschlag gibt.

„An Berlin und Schalke sind wir in der sportlichen Tabelle und in der TV-Tabelle vorbeigezogen“, sagt Finanzvorstand Oliver Frankenbach, „da befinden wir uns jetzt auf Rang sieben.“ Und der soll mit einem letzten Sieg unbedingt gehalten werden. Um welche Summen es bei den Fernsehgeld-Ausschüttungen insgesamt geht, macht gerade das Beispiel Eintracht deutlich: In dieser Saison kassieren die Frankfurter aus den nationalen und internationalen TV-Töpfen der Deutschen Fußball Liga (DFL) rund 70 Millionen Euro.

In der Hinrunde gegen Paderborn verloren

Der Trainer hat wie der Finanzvorstand einen Sieg im Blick, aber zunächst einmal aus rein sportlichen Gründen. „Alle sind gewillt und hungrig, noch ein Sieg zu holen“, sagt Adi Hütter, „wir hoffen ja, das Freiburg noch Punkte liegen lässt und wir vielleicht auf den achten Platz hüpfen können.“ Motivation am Tag vor dem Urlaubsstart sei auch, „dass wir noch eine Rechnung mit Paderborn offen haben.“ In Ostwestfalen hatte die Eintracht während ihrer großen Vorweihnachtskrise mit 1:2 verloren.

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Das soll jetzt anders werden und darum hat Hütter angekündigt, mit seiner vermeintlich stärksten Elf zu beginnen. Fehlen wird allerdings Makoto Hasebe (36). Den japanischen Routinier haben die Frankfurter schon Anfang der Woche in seine Heimat geschickt, wo er beim Arzt seines Vertrauens einen „kleinen Routineeingriff im Knie“, so Hütter, hat vornehmen lassen. Ein sogenannter „freischwebender Gelenkkörper“ musste entfernt werden. Hasebe soll bestenfalls schon beim Start in die Vorbereitung am 27.Juli wieder auf dem Platz stehen. „Er hatte da immer mal wieder Schmerzen“, beschreibt der Trainer, „das war nicht gravierend, aber störend.“ Die Störung soll nun behoben sein.

Auch Abgänger im Kader

Alle anderen Spieler des Kaders sind gesund und einsatzfähig. „Das Wichtigste ist, dass wir gewinnen“, betont Hütter, der jene drei Spieler in den Kader berufen hat, die die Eintracht verlassen werden, also Gelson Fernandes (33), Marco Russ (34), die beide ihre Karrieren beenden werden, und Johnny de Guzman (32), der einen neuen Klub sucht. „Aus Respekt gegenüber den Jungs habe ich entschieden, dass sie dabei sind“, sagt der österreichische Trainer. Gerade für Marco Russ, der mit kurzer Unterbrechung seit 1996 spielt, soll dies ein Abschiedsgeschenk sein. „Marco hat hier eine Geschichte geschrieben, hat lange seien Knochen für den Verein hingehalten“, sagt Hütter, „er war immer ein sonniger Typ mit einer klaren Meinung.“

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Nach einer Achillessehnenoperation steht Russ seit einigen Wochen wieder im Training. Ob er und die anderen beiden zum Einsatz kommen werden, hält sich der Trainer offen. „Alle drei waren ja auch Pokalsieger und haben Spuren hinterlassen“, sagt er, „aber ich verspreche keinem, dass er zum Einsatz kommt“. Denn das Wichtigste bleibt ja, dass die Eintracht zum Saisonfinale noch einmal gewinnt. Die Stammbesetzung kann also mit einer dementsprechenden Leistung und einem passenden Resultat dafür sorgen, dass die Abschiede von Fernandes, Russ und de Guzman dann tatsächlich auf dem Platz gefeiert werden können.

Von Peppi Schmitt