Eintracht Frankfurts Trainer Hütter will zwei Neue

aus Eintracht Frankfurt

Thema folgen
Eintracht-Trainer Adi Hütter denkt über die Verpflichtung neuer Spieler nach. Archivfoto: dpa

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt wird von Personalsorgen geplagt. Fernandes und Kamada müssen ersetzt werden. „Es wäre fahrlässig nicht darüber nachzudenken“,...

Anzeige

FRANKFURT/CLEARWATER (USA). Am Freitag ist das Trainingslager in den USA für die Frankfurter Eintracht zu Ende gegangen. Trainer Adi Hütter war mit den neun Tagen in Florida zufrieden. „Wir hatten tolle Bedingungen, die Mannschaft hat sehr gut mitgezogen“, sagte er, „wir konnten an unserer Grundordnung arbeiten und haben im Training taktische Varianten einstudiert.“ Wenn da nur nicht die Verletzungen von Gelson Fernandes (Sehnenriss in der Hüfte) und Daichi Kamada (Bänderriss im Knöchel) gewesen wären, die die Stimmung nachhaltig getrübt haben. Beide Mittelfeldspieler fallen aus, Fernandes (33) über Monate, Kamada (23) über Wochen.

„Darüber ärgern wir uns sehr“, sagte Hütter und kündigte Konsequenzen an. „Wir müssen uns Gedanken machen“, sagt er deutlich, „es wäre fahrlässig, nicht über neue Spieler nachzudenken.“ Schließlich hätten die beiden Verletzten „nicht selten gespielt“. Das ist eine vornehme Untertreibung, beide gehörten zu den Stammkräften, Fernandes hat zwanzig Spiele in drei Wettbewerben absolviert, Kamada sogar dreißig. Da fehlt also absehbar Quantität und Qualität.

Anzeige

Die Eintracht wird also handeln müssen, auch wenn sich Sportvorstand Fredi Bobic offiziell noch zurückhält. Zunächst wird der Trainer beurteilen müssen, auf welchen Positionen nachgerüstet werden muss. Auf den ersten Blick im defensiven und offensiven Mittelfeld, also „eins-zu-eins“ für die beiden Verletzten. Chefscout Ben Manga und Manager Bruno Hübner sind nun gefragt, Lösungen anzubieten, die sofort weiterhelfen und keine längere Anlaufzeit brauchen. Zudem müssen die Kandidaten wirtschaftlich auch erschwinglich sein und zumindest eine mittelfristige Perspektive bieten. Alle Aspekte zusammenzuführen ist sicher nicht leicht, müsste aber machbar sein, rühmt sich die Eintracht doch dafür, immer Alternativen parat zu haben.

Durchaus in den Blickpunkt könnten in diesem Zusammenhang auch die ehemaligen Spieler Jesus Vallejo (23) und Ante Rebic (26) rücken. Zwar sind sie keine Mittelfeldspieler, sondern Verteidiger und Stürmer, was freilich mit Verschiebungen innerhalb des Kaders aufgefangen werden könnte. So könnte beispielsweise Makoto Hasebe zumindest in einigen Spielen wieder ins Mittelfeld rücken und Vallejo eine Abwehrposition einnehmen. Kontakte zu den Spielern und ihren Beratern gibt es, freilich sind die finanziellen Voraussetzungen in beiden Fällen nur schwer zu bewerkstelligen. Vallejo müsste von Real Madrid einmal mehr ausgeliehen werden, was aber nur mit einer anschließenden Kaufoption Sinn machen würde. Das wäre teuer. Nicht anders bei Rebic, der beim AC Mailand zwar sportlich keine Rolle spielt, aber finanziell auf Rosen gebettet ist. Es wird spannend sein, in welche Richtung sich die Eintracht in Person von Bobic auf dem Transfermarkt bewegen werden.

Für den Auftakt am Samstag nächster Woche in Hoffenheim würden Neue aber voraussichtlich sowieso zu spät kommen. Dem Trainer ist es deshalb nicht bange. Am Sonntag und Montag wird er seinen Spielern freie Tage genehmigen, auch um den Jetlag nach der Amerika-Rückkehr verkraften zu können. Dann geht es mit Volldampf Richtung Rückrundenstart. Hütter glaubt, dass die Trainingsarbeit Früchte tragen wird. „Man hat gespürt, dass die Jungs glücklich darüber waren, endlich mal wieder über einen längeren Zeitraum geschlossen arbeiten zu können“, fasst er die Tage von Florida zusammen, „diese positive Energie des Teams konnte man deutlich spüren.“ Das Thema „Abstiegsgefahr“ wurde zwar angesprochen, aber eher am Rande. Die Ziele sind weit positiver gesetzt. Hütter mutig: „Wir wollen nun in der Rückrunde an die Leistungen anknüpfen, die wir bis zum zehnten Spieltag gezeigt haben. Wir wollen wieder Punkte sammeln, vor allem auch auswärts, um gemeinsam unsere Ziele zu erreichen.“

Von Peppi Schmitt