Eintracht Frankfurt: Wohin geht die Reise?

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Die einen träumen von Europa. Die anderen blicken immer noch ängstlich nach hinten. Die Frankfurter Eintracht liegt neun Spieltage vor Schluss der Saison auf dem siebten...

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FRANKFURT. Die einen träumen von Europa. Die anderen blicken immer noch ängstlich nach hinten. Die Frankfurter Eintracht liegt neun Spieltage vor Schluss der Saison auf dem siebten Platz. Aber ist das auch beruhigend? Der Rückstand auf einen Europa-League-Platz beträgt lediglich ein Punkt. Der Vorsprung auf den Tabellenachten SC Freiburg auch nur noch einen. Der Abstand auf den Relegationsplatz ist nach dem 0:0 gegen den Hamburger SV bei neun Punkten geblieben, vier weitere Abstiegskandidaten sind allerdings nur noch sieben Punkte zurück. „Die von unten schieben ganz schön“, fasst Trainer Niko Kovac die aktuelle Situation zusammen.

Wohin also geht die Reise der Eintracht? Der Trend ist derzeit nicht mehr der Freund der Eintracht. Die Leistungskurve ist dramatisch gesunken seit Jahresbeginn, zuletzt allerdings ist es in ganz kleinen Schritten wieder aufwärtsgegangen. „Jede Serie geht einmal zu Ende“, bemüht Trainer Kovac eine Binsenweisheit. Der erste Punktgewinn nach zuvor fünf Niederlagen gibt ihm recht. Sportvorstand Fredi Bobic spricht aus Erfahrung, wenn er feststellt, „dass jede Mannschaft außer den Bayern im Laufe der Saison eine kleine Krise hat“. Gefährlich sei dies nur, wenn die Krise am Ende kommt, „denn dann kann man nicht mehr reagieren“, sagt Bobic.

So gesehen ist es vergleichsweise gut, dass die Frankfurter sich ihre Krise zu Beginn der Rückrunde genommen haben. Doch nun wird es Zeit, wieder den richtigen Kurs einzuschlagen. Das Trainerteam geht davon aus, dass die Länderspielpause genau richtig kommt. Spieler wie Marco Fabián, Marco Russ oder auch Alex Meier sollen nach ihren Ausfällen wieder den Anschluss finden. Andere wie Jesus Vallejo, Guillermo Varela und Shani Tarashaj sollen nach Krankheiten oder Verletzungen endlich zurückkehren. Wieder spielen darf nach abgelaufener Sperre Haris Seferovic. Der Wermutstropfen: Vermutlich wird Makoto Hasebe länger ausfallen.

Noch fünf Heimspiele geben Kovac Zuversicht

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Für einen besseren zweiten Rückrunden-Teil spricht neben einer Entspannung der Personalsituation, dass die Eintracht noch fünf Spiele in der eigenen Arena austragen kann, darunter gegen die bedrohten Teams aus Wolfsburg, Augsburg und Bremen. Allerdings ist die Heimstärke zuletzt abhandengekommen, gegen Freiburg, Ingolstadt und den HSV gab es nur einen Punkt. Doch der Trainer ist optimistisch. „Wenn die Mannschaft wieder komplett ist, wird sie auch wieder besser und erfolgreicher spielen“, sagt Kovac.

Die Frankfurter werden aber ganz sicher auch in den Rückspiegel schauen müssen. „Wir hatten mal 16 Punkte Vorsprung vor dem HSV, jetzt sind es noch neun“, hat der Trainer ganz sachlich festgestellt. Kovac wird nicht müde, immer wieder das schon vor der Saison ausgegeben Ziel, die ominösen 40 Punkte, in den Mittelpunkt zu stellen. „Erst wenn wir sicher sind, können wir uns neue Ziele setzen“, sagt er. Der Abstand nach hinten ist bei der aktuellen Form nicht wirklich beruhigend. Aber auch noch nicht besorgniserregend.

Und wäre da nicht die „Rückrunde der Schande“ vor sechs Jahren gewesen, als die Frankfurter nur acht Zähler nach der Winterpause holten und nach guter Vorrunde den Gang in die Zweite Liga antreten mussten, würde sich auch keiner wirklich trübe Gedanken machen. Immerhin hat die Eintracht diesmal ja trotz der Formschwäche sieben Punkte in der Rückrunde geholt. Prognose: Die Eintracht wird am Ende auf Platz elf oder zwölf einkommen. Europa ist zwar möglich, aber nicht wirklich realistisch.

Von Peppi Schmitt