Eintracht Frankfurt will gegen Leipzig die Serie wahren

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Im Training umgeknickt, aber mit Blickrichtung des Leipzig-Heimspiels offenbar nicht schwerer verletzt: Eintracht-Zweikampfspezialist Sebastian Rode (rechts Straßburgs Lionel Carole). Archivfoto: dpa

Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt hat gegen den aktuellen Tabellenführer bislang zu Hause noch nicht verloren. Nicht nur die Fans betrachten das Leipziger Kunstprodukt...

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FRANKFURT. Mehr als 50 000 Karten hat die Frankfurter Eintracht für das Heimspiel gegen Leipzig am Samstag (15.30 Uhr) schon verkauft. Das Stadion des hessischen Fußball-Bundesligisten wird voll werden. Das ist einerseits nicht überraschend, schließlich kommt der Tabellenführer. Andererseits ist es aber auch nicht selbstverständlich, die Leipziger werden bei großen Teilen der Fans nicht so wahrgenommen wie beispielsweise die Meisterschaftskonkurrenten aus München oder Dortmund. Das sportliche Kunstprodukt eines österreichischen Brauseherstellers ist vielen ein Dorn im Auge. Auf der offiziellen Homepage der Eintracht sehen die Vorschauen anders aus als sonst. Der „Vorname“ der Leipziger – „RB“, was offiziell Rasenballsport heißen soll – wird dort komplett verschwiegen. Es heißt immer nur Eintracht gegen Leipzig. Und auch das Wappen, die Bullen des Hauptsponsors, wird nicht verwendet. Neben dem Adler klafft eine weiße Lücke. Das mag ein wenig kleinkariert daherkommen, trifft aber durchaus den Nerv vieler Anhänger.

Zu diesem Thema könnte auch Martin Hinteregger einiges sagen, tut er aber nicht. Bis nach den Spielen gegen die Leipziger in Liga und Pokal sowie dann gegen Salzburg in der Europa League, werde er öffentlich nicht sprechen, hat die Medienabteilung der Eintracht verkündet. Hinteregger soll wohl vor unbedachten Äußerungen bewahrt werden, sieht er doch vieles ähnlich kritisch wie die Fans. Vor vier Jahren sollte er mal von Salzburg nach Leipzig transferiert werden, hatte dies aber abgelehnt. Zitate von damals: „Die Art und Weise, wie Leipzig Salzburg kaputtmacht, ist nicht schön anzuschauen.“ Er sei froh, dass er den Schritt in die Bundesliga nicht über Leipzig gewählt habe. Über Mönchengladbach und Augsburg ist „Hinti“ nach Frankfurt gekommen. Für die Mannschaft dürfen die Ressentiments gegen das Konstrukt Leipzig keine Relevanz haben. Sie steht vor einer schweren Aufgabe und will diese mit dem Selbstvertrauen des 2:1-Auftaktsiegs annehmen. „Wenn wir so auftreten wie in Hoffenheim, haben wir gegen jeden Gegner eine Chance“, sagte Mijat Gacinovic. Für die Eintracht spricht neben dem guten Start, dass die Leipziger in der kurzen gemeinsamen Erstligahistorie in Frankfurt noch nie gewinnen konnten. 2:2, 2:1 und 1:1 endeten die drei Duelle in der Commerzbank-Arena.

Schrecksekunde bei Rode

Statt Hinteregger sprach am Dienstag Almamy Touré (23). „Wir haben jetzt viel Selbstvertrauen“, sagt der junge Franzose, „aber Leipzig ist ein anderer Gegner als Hoffenheim“. Soll heißen: ein besserer Gegner. Touré: „Wir sind noch viel mehr gefordert, müssen kompakt spielen, aggressiv, schnell nach vorne und effizient.“ So ähnlich hatte es in Hoffenheim geklappt. Gekommen war Touré vor einem Jahr aus Monaco, jetzt hat er sich vorerst den Platz auf der rechten Seite der Viererkette gesichert. „Bei dieser Kulisse in unserem Stadion ist es natürlich viel schöner zu spielen, als in Monaco“, sagt er. „Hier habe ich Spaß, und meine Freunde und Verwandte haben beim Zuschauen auch mehr Spaß.“

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Beim Training am Dienstag, zu dem die Eintracht ein paar Hundert Fans fast eineinhalb Stunden hatte warten lassen, waren Makoto Hasebe (Magen-Darm-Erkrankung) und Daichi Kamada (Bänderriss im Knöchel) wieder dabei. Hasebe mittendrin, Kamada mit ersten lockeren Schritten auf dem Platz. Während des Übungsspielchens gab es eine Schrecksekunde. Sebastian Rode bekam einen Tritt gegen den linken Knöchel und verabschiedete sich alsbald in die Kabine. Besorgniserregend soll die Blessur freilich nicht sein.

Von Peppi Schmitt