Eintracht Frankfurt weiter sieglos: 1:2-Niederlage in Paderborn

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Simon Falette (vorne) von Eintracht Frankfurt ärgert sich über eine vergebene Chance.  Foto: Friso Gentsch/dpa

Sieben Ligaspiele in Folge ohne Sieg: Auch gegen Paderborn kann Eintracht Frankfurt nicht punkten und muss eine 1:2-Niederlage hinnehmen. Damit rutscht die SGE auf Tabellenplatz...

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PADERBORN. Wer es bislang noch nicht geglaubt hatte, sollte nun der Wahrheit ins Auge gesehen: Die Frankfurter Eintracht ist ein Abstiegskandidat. Und wenn die Verantwortlichen sich in der kurzen Winterpause nicht besinnen und keine Verstärkungen holen, könnte es ganz eng werden mit dem Klassenerhalt. Beim Schlusslicht SC Paderborn unterlag die Eintracht vor 15.000 Zuschauern sang- und klanglos mit 1:2 (0:2) und zeigte erneut eine über weite Strecken indiskutable Leistung.

https://www.wiesbadener-kurier.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-frankfurt-trainerdiskussion-braucht-man-bei-uns-nicht-beginnen_20932560

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Die Fakten: Die Eintracht ist Dreizehnter nach der Hälfte der Serie, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur noch drei Punkte, zudem sind die Frankfurter die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga und seit sieben Spielen ohne Sieg. Abdelhamid Sabiri und Sebastian Schonlau erzielten schon vor der Pause die Tore für das Schlusslicht der Tabelle, Bas Dost schaffte nur noch den Ehrentreffer.

Video-Assistent pfeift Eintracht-Strafstoß zurück

Die Anfangsaufstellung der Frankfurter deutete auf eine totale Defensive hin. Zumindest war es die defensivste Formation, die Hütter seit seinem Amtsantritt in Frankfurt im Sommer 2018 aufs Feld geschickt hatte. Als Offensivkräfte konnten neben Mittelstürmer Bas Dost gerade noch Linksaußen Filip Kostic und Mittelfeldspieler Mijat Gacinovic durchgehen. Der Rest des Teams hatte seine Kernkompetenz in der Abwehrarbeit. Gegenüber der Mittwoch-Niederlage gegen Köln liefen mit Evan N´Dicka, Simon Falette, Gelson Fernandes und Danny da Costa vier neue Spieler auf. Martin Hinteregger fehlte wegen seiner Gelbsperre, Sebastian Rode und Goncalo Paciencia waren wegen Verletzungen ganz zu Hause geblieben und hatten den Weihnachtsurlaub schon vorher angetreten. Almamy Touré und Djibril Sow waren nach ihren schwachen Leistungen auf der Bank gelandet.

Der Trainer hatte auch im letzten Spiel des Jahres das System geändert. Zum ersten Mal setzte er auf eine Viererkette. Doch bevor die neu zusammengestellte Mannschaft sich halbwegs finden konnte, lag sie schon wieder zurück. Abdelhamid Sabiri schüttelte in der 9.Minute Kohr und Fernandes ab, zog aus 25 Metern ab. Wiedwald reagierte im Tor überhaupt nicht, über ihm schlug der Ball ein. Das blieb lange Zeit die einzige Aktion der Paderborner. Die Eintracht kam zwar etwas besser ins Spiel, aber es fehlte ihr an Klasse, an Mut, aber auch an Glück. In der 17.Minute hatte Schiedsrichter Schmidt schon auf Elfmeter für die Gäste entschieden. Kostic hatte geflankt, Kilian den Ball mit der Hand gespielt. Doch der Video-Assistent Dr. Kampka kassierte den Strafstoß wieder ein. Kilian könnte außerhalb des Strafraums gewesen sein. Wie es um die Eintracht aktuell bestellt ist, zeigte der folgende Freistoß. Kohr bolzte den Ball völlig sinnbefreit in die Landschaft.

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Und so ging das dann weiter. Gacinovic vergab in der 24.Minute eine Ausgleichschance, mehr kam bei allem Kampfgeist nicht raus. Und wenn die Eintracht eine Chance witterte, wurde sie nicht zu Ende gespielt. Kurz vor der Halbzeit prüfte der Video-Assistent ein weiteres Handspiel im Strafraum, wieder gab es keinen Elfmeter. Da führten die Gastgeber aber schon 2:0. Kostic hatte in der 41.Minute am eigenen Strafraum ein Foul begangen. Pröger schlug den Ball hoch nach innen und Sebastian Schonlau köpfte ihn am langen Eck ein. Da Costa war nicht richtig mit hoch gegangen. Im Grunde waren die Frankfurter da schon geschlagen.

Zur zweiten Halbzeit versuchte es der Trainer mit einem zweiten Stürmer. Für den erneut gelb verwarnten Fernandes brachte er André Silva. Die Eintracht griff nun weiter vorn an und eröffnete dem Gegner damit immer wieder Konterchancen. Mamba und Zolinski vergaben nach knapp einer Stunde zwei dicke Gelegenheiten zum 3:0. Und die Frankfurter? Zwei harmlose Kopfbälle von Dost, keine echte Torchance. Der einzige Frankfurter, der halbwegs versuchte, Druck auszuüben, war Filip Kostic. Doch der Flügelstürmer konnte einem in einer harm- und hilflosen Mannschaft nur noch leid tun.

Und dann plötzlich, eine Viertelstunde vor dem Ende, gelang der Eintracht ein einziger vernünftiger Angriff. N´Dicka spielte sich am linken Flügel im Doppelpass mit Silva durch, flankte nach innen und Dost drückte den Ball über die Linie. Die besseren Chancen danach hatte die Paderborner, doch Wiedwald konnte einige Male parieren. Für die Eintracht hatte drei Minuten vor dem Ende Da Costa den Ausgleich auf dem Fuß, schoss aber drüber.

Von Peppi Schmitt