Eintracht Frankfurt: Ex-Boss Bruchhagen schaut mit dem HSV...

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Es wird sicher eine emotionale Rückkehr und sicher keine entspannte. Am Samstag kommt der Hamburger SV zum Bundesligaspiel gegen die Eintracht nach Frankfurt. Und mit dem HSV...

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FRANKFURT. Es wird sicher eine emotionale Rückkehr und sicher keine entspannte. Am Samstag (18.30 Uhr) kommt der Hamburger SV zum Bundesligaspiel gegen die Eintracht nach Frankfurt. Und mit dem HSV kommt Heribert Bruchhagen. Zwölfeinhalb Jahre war Bruchhagen bei der Eintracht als Vorstandsvorsitzender in verantwortlicher Position, hat dem Verein mit viel Ruhe und Seriosität über schlechte Zeiten hinweg geholfen, hat dabei aber auch manch schlimmen sportlichen Rückschlag erlebt. Zweimal ist die Eintracht unter ihm abgestiegen, zweimal allerdings auch wieder aufgestiegen. In seine Amtszeit fallen zwei Europapokalteilnahmen und das Erreichen des Pokalfinales 2006 in Berlin.

Wichtiger aber noch: Bruchhagen hat den Club aus einer Schmuddelecke herausgeführt, ihn wieder gesellschaftsfähig gemacht und ihn gemeinsam mit vielen Mitstreitern wieder auf ein wirtschaftlich vernünftiges Gleis gesetzt. Nicht jedem war der manchmal durchaus störrische Ostwestfale bei seinen Entscheidungen risikofreudig genug und doch wird er zu Recht viel Anerkennung und Wertschätzung erfahren, wenn er nun als sportlicher Gegner zurückkommt in die Arena.

Der 68-Jährige sieht seinen neuen Verein auf Augenhöhe

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Er freue sich riesig auf das Spiel. „Ich vermisse Frankfurt“, sagt er, „die Stadt ist mir ans Herz gewachsen.“ 16 Jahre hat er am Main gearbeitet, drei Jahre für die Deutsche-Fußball-Liga (DFL) und 13 für die Eintracht. Als Bruchhagen im vergangenen Mai den Verein verlassen hat – der Vertrag war vom Aufsichtsrat nicht verlängert worden – lag viel Wehmut in der Luft. In seinem letzten Spiel hatten die Frankfurter in Nürnberg den Klassenerhalt geschafft, die Freude und Erleichterung darüber war ihm anzusehen. Die Eintracht gilt bei Bruchhagen als eine Art „Lebenswerk“, auch wenn er seit 1989 ganz viele Stationen im Profifußball hinter sich gebracht hat, unter anderem schon mal beim HSV, bei Schalke 04 und der DFL. Nirgendwo aber war er sol ange wie bei der Eintracht.

Umso größer war die Überraschung, dass der 68-Jährige den vergleichsweise gemütlichen Posten als TV-Experte zugunsten eines Amtes in der hektischen und unberechenbaren Bundesliga aufgegeben hat. Seit dem 14. Dezember des letzten Jahres ist Bruchhagen Vorstandsvorsitzender des HSV. „Wir sind Sechzehnter, die Eintracht ist Sechster, da ist doch klar, wer Favorit ist“, sagt er, sieht den HSV aber durchaus auf Augenhöhe. Bruchhagen: „Das Spiel ist völlig offen.“ Trotz aller Brisanz will er den Tag in der alten Wahlheimat genießen.

Von Peppi Schmitt