Auf einmal Angst vor dem Abstieg?

aus Eintracht Frankfurt

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Frustrierte Frankfurter nach dem 0:1 in Köln: Lukas Hradecky (links), Bastian Oczipka und Branimir Hrgota (rechts).Foto: dpa  Foto: dpa

Niko Kovac schüttelte bestimmt den Kopf. Nein, betonte der Trainer der Frankfurter Eintracht, Angst vor dem Abstieg habe er trotzdem keine. Obwohl die hessischen...

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FRANKFURT. Niko Kovac schüttelte bestimmt den Kopf. Nein, betonte der Trainer der Frankfurter Eintracht, Angst vor dem Abstieg habe er trotzdem keine. Obwohl die hessischen Bundesliga-Fußballer scheinbar das Siegen verlernt haben. Obwohl sie aus den jüngsten acht Partien gerade mal zwei Punkte geholt haben. Der Vorsprung auf den Relegationsrang immer mehr dahinschmilzt. Und am Freitag gegen Werder Bremen, das zuletzt 19 von 21 möglichen Zählern eingefahren hat, und an Ostersamstag bei Borussia Dortmund regelrechte Mammutaufgaben folgen. „Natürlich ist unsere Bilanz nicht ansprechend“, meinte Kovac, „aber wenn wir so dominant wie gegen Bayern München, Mönchengladbach und Köln auftreten, bin ich fest davon überzeugt, dass wir wieder Spiele gewinnen werden.“

Frustrierte Frankfurter nach dem 0:1 in Köln: Lukas Hradecky (links), Bastian Oczipka und Branimir Hrgota (rechts).Foto: dpa  Foto: dpa

Die „Rückrunde der Schande“, als die Eintracht zehn Begegnungen in Serie sieglos blieb und noch abstieg, soll sich nicht wiederholen. Zum einen liegen noch genügend Teams zwischen den Hessen und Platz 16. Zum anderen, so findet Kovac, „sind wir fit genug und taktisch gut eingestellt. Wir haben momentan einfach nicht das Quäntchen Glück“. Der Kroate sieht sich indes bestätigt: „Ich habe schon im Winter gesagt, dass wir nicht da oben hingehören. Das merken nun alle – leider. Ich weiß schon, warum ich immer von 40 Punkten gesprochen habe. Vom Europacup habe ich nie was gesagt.“

Immer weniger Torchancen – und Selbstvertrauen

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Das offensichtlich größte Problem der Eintracht in diesen schweren Wochen: Sie schießen keine Tore mehr. In den vergangenen acht Duellen gelang gerade mal ein einziger Treffer. Sportvorstand Fredi Bobic hebt hervor: „Ich mache mir keinen Kopf. Solange wir die Chancen herausspielen.“ Doch genau diese werden auch weniger. Gegen Gladbach hatte die Eintracht noch sieben gute Möglichkeiten. In Köln war es im Grunde eine Doppelchance: Erst köpfte Ante Rebic an die Latte, dann scheiterte der Kroate an FC-Keeper Timo Horn. Und beide Male traf Frankfurt auf Gegner, die weit entfernt vom wahren Leistungsvermögen auftraten. Absolut schlagbar waren. Köln reichte ein Torschuss, um zu gewinnen. Das Besorgniserregende: „Nach dem 0:1 sind wir eingebrochen. Wenn du so viel investierst, dir aber nichts gelingt, dann nagt so ein Gegentor an dir“, gestand Frankfurts Verteidiger Bastian Oczipka.

Kovac ist sich sicher, dass gerade die Torflaute „nicht an der Qualität unserer Stürmer liegt“. Auch eine zu große Zufriedenheit spüre er nicht. „Solche Phasen sind manchmal einfach schwierig zu erklären. Entscheidend ist, dass wir positiv bleiben und weiter an uns glauben“, meint der 45-Jährige, der sogar findet: „Wir werden von Spiel zu Spiel besser.“ In der Vorbereitung auf das Bremen-Spiel werde er nichts verändern. Ein kleiner Lichtblick: Immerhin Timothy Chandler kehrt als Rechtsverteidiger zurück. Ersatzmann Marius Wolf machte seine Sache in Köln zwar ordentlich. Der 21-Jährige, der erst sein drittes Bundesliga-Spiel bestritt, kann aber verständlicherweise noch keine tragende Rolle, besonders im Spiel nach vorne, übernehmen. Gleiches gilt für Linksverteidiger Taleb Tawatha. Und Innenverteidiger Andersson Ordonez. „Er war jetzt so weit“, begründete Kovac die überraschende Entscheidung, dafür Michael Hector ganz zuhause zu lassen.

Kovac verweist darauf, „dass ich nicht wie Hoffenheim mit einer Mannschaft durchspielen konnte“. Das stimmt. Immer wieder musste er aufgrund von Verletzungen, Verkäufen und Sperren umbauen. Und gerade jetzt vermisst die Eintracht schmerzlich erfahrene Spieler wie Szabolcs Huszti, Makoto Hasebe, auf den die Fünferkette ideal zugeschnitten war, und Alexander Meier, einen echten Knipser. Omar Mascarell und Mijat Gacinovic konzentrieren sich zu sehr auf ihre Defensivarbeit, Rebic, Haris Seferovic und Branimir Hrgota fehlt das Selbstvertrauen und der Spielrhythmus, Marco Fabian noch die Spielpraxis. Absteigen wird die Eintracht wohl nicht mehr. Aber sie verspielt Millionenbeträge aus dem TV-Ranking und Argumente bei der Suche nach einem neuen Hauptsponsor.