05er erleben ihr vierfarbbuntes Wunder: 1:5-Niederlage gegen...

aus Mainz 05

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Als Fastnachtsspiel war sie ausgerufen, am Ende war die Partie für Mainz 05 nur verkorkst: Vor fast 22.000 Zuschauern hat die Schwarz-Elf am Freitag gegen Bayer 04 Leverkusen...

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MAINZ. Vielleicht wäre alles anders gelaufen, wenn Jean-Philippe Mateta nach 107 Sekunden die große Chance zur Führung des FSV Mainz 05 genutzt hätte. Vielleicht hätte dann in der Opel Arena tatsächlich wie erhofft auf den Tribünen 90 Minuten lang ausgelassene Fastnachtstimmung geherrscht. Vielleicht wäre dann die imposante Pausenshow mit Guggemusik, Schwellköpp und den Bockius Brüdern kräftig abgefeiert worden statt nur mit leichtem Beifall bedacht zu werden. Vielleicht wäre dann nach dem Spiel noch einmal „Olé Fiesta“ aus den Lautsprechern getönt wie vor der Partie, als die Mainzer Hofsänger das Lied sangen.

Die Mainzer Hofsänger.
Die Mainzer Hofsänger.

Doch Mateta scheiterte freistehend an Bayer Leverkusens Torhüter Lukas Hradecky. Und anschließend erlebten die Mainzer in der als „Fastnachtsspiel“ ausgerufenen Fußball-Bundesliga-Partie ihr blaues oder besser vierfarbbuntes Wunder. 5:1 (4:1) gewannen Leverkusen vor 21.905 Zuschauern und überrollte die Mainzer dabei teilweise mit ihrer individuell herausragenden Tempo-Offensive. Wendell (5.), Kai Havertz (20.), zweimal Julian Brandt (30., 64.) und Karim Bellarabi (43.) trafen für Bayer, Robin Quaison (9.) für Mainz.

Dabei hatte Sandro Schwarz seinen Spielern für diese Partie vor allem eine Aufgabe mitgegeben: Einfache Ballverluste im Mittelfeld zu vermeiden. Das hatten seine Spieler aber offensichtlich schnell vergessen. Alexander Hacks Ballverlust im Spielaufbau hatte direkt das 0:1 zur Folge. Eine zu späte Reaktion von Stefan Bell nach einem knapp bemessenen Kopfball-Zuspiel von Bundesliga-Debütant Leandro Barreiro, führte umgehend zum nächsten Leverkusener Tor. Weil die Mainzer dann jeweils den Bayer-Express nicht mehr stoppen konnten.

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Wie die Leverkusener die Bälle dann nach vorne brachten, war indes so herausragend, dass sie trotz der enttäuschenden Hinrunde wieder zu den Champions-League-Kandidaten gezählt werden müssen. Mit atemberaubendem Tempo und hoher Ballsicherheit näherten sich die Bayer-Spieler immer wieder 05-Keeper Florian Müller. Aus dieser starken Bayer-Offensive ragte Brandt noch heraus. Der deutsche Nationalspieler war an vier Toren direkt beteiligt und ließ die Mainzer immer wieder hinterherlaufen. Auch den 19-jährigen Leandro Barreiro, der erstmals in einem Bundesliga-Spiel auf dem Feld stand, auch einige gute Balleroberungen hatte, aber doch häufig wie die gesamte Mainzer Mannschaft keinen Zugriff auf die Leverkusener hatten.

Dass Trainer Schwarz von seinem zuletzt stets praktizierten System mit einer Viererabwehrkette und Mittelfeldraute abgerückt war und stattdessen hinten auf eine Dreierkette mit hochstehenden Außenverteidigern setzte, erwies sich als nicht zielführend. Die Mainzer wirkten nicht eingespielt und ließen den Leverkusenern so immer wieder Räume, durch die sie sich durchspielen konnten. Einen negativen Moment hinterließen die Gäste aber dennoch auf dem Feld: Karim Bellarabi hätte für eine Tätlichkeit gegen Kunde Malong die Rote Karte sehen müssen und dann seinen Treffer zum 4:1 nicht mehr erzielen können.

An der klaren Mainzer Niederlage hätte dies aber vermutlich nichts geändert. Und so ist die Freude über den gelungenen Rückrundstart mit zwei Siegen nach nun zwei Niederlagen mit zusammen 1:8 Toren Ernüchterung gewichen. Zumindest verhinderten die 05er noch die höchste Niederlage ihrer Bundesliga-Geschichte, die weiterhin ein 1:6 aus dem Oktober 2006 gegen Werder Bremen ist. Trost kam am Ende aber zumindest von den Rängen: „Heile, heile Gänsje“, sangen die Zuschauer. Ansonsten war es einfach ein verkorkster Abend.

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